Die Trigeminusneuralgie (Gesichtsschmerz) ist ein durch Reizung des Trigeminus-Gesichtsnervs ausgelöster Schmerz im Gesicht. Die Reizung des Nervs kann mit oder ohne Ursache auftreten.
Eine Neuralgie des Trigeminusnervs tritt auf, wenn der Trigeminusnerv gequetscht oder gereizt wird, beispielsweise durch einen Autounfall, ungewollt infolge einer Behandlung durch einen Zahnarzt oder einen schweren Schlag ins Gesicht. Häufig geht der Erkrankung die Zerstörung von Nervenhüllen voraus. Nervenenden liegen frei und reagieren auf jede Auswirkung eines Schmerzanfalls. Die Schmerzen treten plötzlich auf.
Es gibt u. a. die folgenden Ursachen für eine Trigeminusneuralgie:
Das Hauptsymptom der Krankheit sind starke Schmerzen im Gesicht. Sie treten meist im Ober- oder Unterkieferbereich auf. Daher wird zunächst oft vermutet, dass ein Zahnproblem vorliegt. Der Schmerz verschwindet jedoch nach der Behandlung der Zähne nicht. Er wird beim Essen, Reden und nach einer Unterkühlung schlimmer.
Weitere Symptome sind Tränenfluss, Speichelfluss, Taubheitsgefühl oder Überempfindlichkeit der Lippen, Augenlider und Nase, Rötung der Gesichtshaut sowie unfreiwillige Kontraktionen der Gesichtsmuskulatur.
Eine Schmerzattacke kann ausgelöst werden, wenn eine Person sich wäscht, rasiert, spricht, lächelt oder die Zähne putzt. Am häufigsten tritt die Krankheit bei älteren Menschen mit Stoffwechselstörungen oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen auf.
Schmerzen bei einer Trigeminusneuralgie werde in typisch und atypisch aufgeteilt.
Typische Schmerzen sind zyklisch: Sie nehmen ab und zu. Das blitzartige Einschießen von Schmerzen wird durch die Berührung eines bestimmten Teils des Gesichts ausgelöst. Schmerzhafte Gefühle sind im unteren Teil des Gesichts lokalisiert, seltener um die Nase oder die Augen. Einige Patienten haben einmal täglich schmerzhafte Anfälle, andere jede Stunde.
Atypische Schmerzen kommen seltener vor. Hier werden die Schmerzen dauerhaft wahrgenommen. Sie erfassen einen größeren Teil des Gesichts als der typische Schmerz. Bei dieser Form der Erkrankung verblasst der Schmerz zwischen den einzelnen Attacken nicht komplett. Diese Neuralgie ist schwieriger zu behandeln.
Ohne eine angemessene Behandlung kann die Krankheit zu schweren Komplikationen führen:
Wegen der heftigen Schmerzattacken können sich Depressionen entwickeln. Die Betroffenen können nicht normal essen, verlieren Gewicht. Ständige Schmerzen können die Psyche stören. Außerdem vermeiden Betroffene oft soziale Kontakte. Zur Behandlung einer Trigeminusneuralgie werden u. a. Operationen und minimal-invasive Verfahren durchgeführt.
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