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Arzt finden: Fehlbildungen (1 Treffer) - Seite 1

Herr Dr. Marcus Riemer

Leitender Oberarzt, Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
  • Universitätsmedizin Halle
  • Ernst-Grube-Straße 40 06120 Halle an der Saale
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Fehlbildungen

Was sind Fehlbindungen?

Fehlbildungen sind angeborene, nicht der Norm entsprechende Formung von Organen oder Organteilen, oftmals verbunden mit Funktionseinschränkungen der betroffenen Organe. Die Identifizierung der Ursache eines Entwicklungsdefekts verringert das Risiko, dass ein Kind mit einem ähnlichen Defekt geboren wird.

Welche Arten von Fehlbildungen unterscheidet man?

  • völlige Abwesenheit von Organen
  • Anomalien von Organen
  • Organerweiterung/-vergrößerung
  • Störung der Gewebedifferenzierung
  • Organverschiebung oder Organbewegung
  • Verdoppelung der Organe oder eines Teils davon
  • fehlende natürliche Öffnungen
  • Trennung der Organe

Ursachen von Fehlbildungen

  1. Endogene Ursachen (interne Faktoren):
  • Veränderungen in den Erbstrukturen (Mutationen)
  • Störungen in den Keimzellen
  • endokrine Störungen
  • das Alter der Eltern (zu jung oder zu alt)
  1. Exogene Ursachen (Umweltfaktoren)
  • physikalische Faktoren: Strahlung, mechanische Belastung
  • chemische Faktoren: Medikamente, Haushalts- und Industriechemikalien, Sauerstoffmangel, Unterernährung
  • biologische Faktoren: Viren (Rötelnvirus, Toxoplasmen, Zytomegalievirus, etc.)

Möglichkeiten der Behandlung

Die Vorhersage des Gesundheitszustandes und der Folgen angeborener Erkrankungen hängt in hohem Maße von der Art und Schwere der Erkrankung sowie der Möglichkeit ihrer Behebung ab. Insgesamt sterben 25 Prozent der Kinder mit angeborenen Fehlbildungen in der frühen Kindheit. Weitere 25 Prozent haben anhaltende körperliche oder geistige Behinderungen. Lediglich für 5 Prozent gibt es die Möglichkeit, angeborene Fehlbildungen zu behandeln. Die Prinzipien und Ansätze der Behandlung angeborener Anomalien werden durch die Schwere der Beeinträchtigung des betroffenen Organs bestimmt und hängen auch von den damit verbundenen Komplikationen ab.

In der Mehrheit der Fälle sind chirurgische Methoden sinnvoll, Fehlbildungen zu behandeln. Bei einigen Störungen, insbesondere bei Deformationen (angeborene Hüftgelenksversetzung, Klumpfuß usw.), wird eine konservative oder kombinierte Behandlung durchgeführt. Bei angeborenen Fehlbildungen, die das Leben des Kindes bedrohen, z. B. bei Darmverschluss durch die Fehlbildungen des Darms, wird ein operativer Notfall-Eingriff durchgeführt.

Viele Fehlbildungen können während des Wachstums des Kindes auftreten, und einige (z. B. Gallenblasenaplasie) können asymptomatisch sein.

Prävention fehlentwickelter Organe

Die primäre Prävention angeborener Anomalien sollte folgende Maßnahmen umfassen:

  • ausgewogene Ernährung schwangerer Frauen durch eine angemessene Zufuhr von Vitaminen und Mineralien (von denen Folsäure und Jod die bekanntesten sind);
  • absoluter Verzicht von Alkohol und Tabak in der Schwangerschaft;
  • Eliminierung der Exposition gegenüber teratogenen Substanzen (Schwermetalle, Pestizide, einige Medikamente);
  • Verbesserung der somatischen Gesundheit der Frauen (Kontrolle der Insulinresistenz, Prävention von Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes), Reduzierung des Übergewichts, etc.);
  • Eliminierung von intrauterinen Infektionen.

 

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