Zwölffingerdarmspiegelung (Duodenoskopie)

Was ist eine Zwölffingerdarmspiegelung?

Die Zwölffingerdarmspiegelung (Duodenoskopie) ist eine Darstellung des Darmabschnittes direkt nach dem Magen. Durch Einführen eines Schlauches mit einer Minikamera durch Mund und Speiseröhre erfolgt eine Abbildung des Darms auf einem Bildschirm.

Die Duodenoskopie ist eine sichere Methode zur Identifizierung primärer und sekundärer Erkrankungen des Zwölffingerdarms.

Wann führen Ärzte eine Duodenoskopie durch?

Durchgeführt wird dieses Verfahrens bei akuten und chronischen Magenschmerzen sowie Blutungen. Zusätzlich zur Diagnostik kann dieses Verfahren auch therapeutische Zwecke haben: Entfernen von Steinen aus dem Darm, Stoppen von Darmblutungen und Einsetzen von Stents.

Die Duodenoskopie ist indiziert bei Patienten mit:

  • erosiver oder hämorrhagischer Duodenitis (Entwicklung von entzündlichen Läsionen der Schleimhaut des Zwölffingerdarms) ;
  • gutartigen oder bösartigen Neubildungen des Darms;
  • obstruktivem Ikterus (Hindernisse für den Abfluss von Galle), Ulkuskrankheit (chronische Erkrankung, bei der sich Geschwüre in der Zwölffingerdarmwand bilden), akuten oder chronischen Darmblutungen;
  • unklaren Bauchschmerzen.

Wie wird die Duodenoskopie durchgeführt?

Zur Vorbereitung auf die Zwölffingerdarmspiegelung darf der Patient vor dem Eingriff fünf bis sechs Stunden lang nichts essen und zwei bis drei Stunden vor der Untersuchung nichts trinken.

Die Duodenoskopie erfolgt in Rückenlage. Vor der Einführung der endoskopischen Sonde werden Mundhöhle und Rachen mit einer Narkoselösung behandelt, um die Empfindlichkeit zu verringern und den Würgereflex zu unterdrücken. Der Arzt führt vorsichtig ein dünnes Endoskop durch den Mund oder die Nase ein und bewegt es dann durch die Speiseröhre und den Magen unter visueller Kontrolle bis auf die Höhe des Zwölffingerdarms.

Der gesamte Vorgang dauert durchschnittlich zehn Minuten. Nach der Duodenoskopie kann der Patient für einige Zeit leichte Beschwerden oder Schmerzen im Unterleib sowie Übelkeit ohne Erbrechen verspüren. Um das zu vermeiden, darf man nach der Untersuchung eine Stunde lang nichts essen.

Welche Gegenanzeigen gibt es bei einer Zwölffingerdarmspiegelung?

Dieses Verfahren ist bei Patienten mit akuten Störungen des zerebralen oder kardialen Blutflusses, mit Aortenaneurysma (Erweiterung der Aorta), schwerer arterieller Hypertonie (Bluthochdruck), mit Blutungsstörungen, Schizophrenie und anderen schweren psychischen Erkrankungen sowie mit Krampfadern der Speiseröhre kontraindiziert.

Es ist nicht empfehlenswert, eine Duodenoskopie bei allgemeiner schlechter Gesundheit des Patienten, bei Verschlimmerung chronischer somatischer Erkrankungen und im akuten Stadium entzündlicher Erkrankungen der Atemwege und der Mundhöhle durchzuführen.

 

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