Zerebrale Kinderlähmung

Was ist zerebrale Kinderlähmung?

Die zerebrale Kinderlähmung ist eine große und heterogene Gruppe von frühen neuromotorischen Störungen, die gemeinsam eine motorische Störung zerebralen Ursprungs haben. Sie ist das Ergebnis einer Schädigung des Zentralnervensystems, die in einem Zeitraum von pränatal bis sechs Monate nach der Geburt auftritt.

Ursachen und Krankheitsbilder

Die Häufigkeit der zerebralen Kinderlähmung in der Bevölkerung ist sehr hoch (zwei bis sieben Prozent). Charakteristisch sind die Präkanzität der Symptomatik, mehr oder weniger schwerwiegend, und die Nichtprogressivität der Läsion. Die Ursachen sind vielfältig und können Krankheitsbilder mit sehr unterschiedlichen Begleitsymptomen ergeben. Darunter fallen:

  • Hypoglykämie;
  • Hypokalzämie und Hypomagnesiämie;
  • Veränderungen im Säure-Basen-Gleichgewicht;
  • Hypokaliämie mit Hyperpokaliämie;
  • Hypokaliämie mit Hypersodiämie;
  • Hypothyreose.

Auch Neugeborene von drogenabhängigen Müttern können unter dieses pathologische Bild fallen.

Zerebrale Kinderlähmung: Diagnose

Die Diagnose beruht auf einer neurologischen objektiven Untersuchung und auf instrumentellen Untersuchungen. Dazu zählen die Röntgenaufnahme des Schädels und des Beckens, ophthalmoskopische Untersuchung und, so bald wie möglich, eine Beurteilung des Gesichtsfeldes. Zudem führt man ein Elektroenzephalogramm sowie einen CT-Scan zur Beurteilung der Lage und des Ausmaßes der Läsion durch.

Spezifische Untersuchungen können mit dem klinischen Verdacht verbunden sein: Hirnangiographie;

  • Messung evozierter visueller Potenziale zur Beurteilung der Funktion von Sehbahnen und Sehzentren;
  • audiometrische Untersuchung und Messung evozierter akustischer Potenziale zur Beurteilung von Sehbahnen und Hörzentren;
  • Elektromyographie;
  • spezifische Blutuntersuchungen und genetische Untersuchungen.

Wie therapiert man diese Erkrankung?

Die Therapie besteht aus einer rehabilitativen Behandlung und basiert auf der Annahme, dass die Möglichkeit einer funktionellen Kompensation oder des Ersatzes verletzter Nervenstrukturen im zentralen Nervensystem besteht. Manchmal ist es sehr schwierig, den Schaden in einem frühen Stadium zu erkennen. Es sind dann mehrere Beobachtungssitzungen notwendig, um zu einer endgültigen Diagnose zu gelangen.

Die Rehabilitation in den ersten Lebensjahren basiert auf Techniken, die Nervenafferenzen erleichtern: regelmäßige sensible und perzeptive Stimulationen, Bewegung und Haltung, die die Aktivierung der für eine korrekte Motorik notwendigen neuronalen Schaltkreise bestimmen. Diese Techniken werden nach zwei Methoden durchgeführt. Die eine (Bobath) wirkt hauptsächlich auf Rückenmark, Rumpf, Kleinhirn; die andere (Perfetti-Salvini) auf der Ebene der Großhirnrinde.

 

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