Zahnarzt: Was passiert bei der Untersuchung?

Regelmäßige zahnmedizinische Untersuchung

Sollten Sie nicht mit akuten Schmerzen die Sprechstunde aufsuchen, dann führt der Zahnarzt in regelmäßigen Abständen eine gründliche Untersuchung der Mundhöhle und der Zähne durch. Diese beinhaltet die Inspektion der Zähne, des Zahnbettes, der Mundschleimhaut, der Kaumuskulatur und der Kiefergelenke und wird primär mit den klassischen medizinischen Methoden durchgeführt:

Inspektion (Anschauen), welche unter zur Hilfenahme des Mundspiegels Rückschlüsse auf Zahn-, Zahnfleisch- und Mundschleimhauterkrankungen mit einer groben Diagnose von Karies und Zahnbetterkrankungen (Parodontose) erlaubt.

Darüber hinaus setzt der Fachmann die Palpation (Betasten, Befühlen) ein: Mit den Händen  beurteilt er Zahnlockerungen und Schwellungen, wie sie bei Kiefervereiterungen häufig auftreten oder mit der Sonde, um feinere Veränderungen an den Zähnen, Füllungen und Kronen zu diagnostizieren.

Mit diesen relativ einfachen Untersuchungsmethoden lassen sich eine Vielzahl von Erkrankungen erkennen. Von Fall zu Fall ist es aber angezeigt, weitergehende Untersuchungen durchzuführen oder zur speziellen Abklärung eines unklaren Krankheitsbildes einen Spezialisten zu Rate zu ziehen.

Spezielle Untersuchung beim Zahnarzt

Vitalitätsprüfung: Häufig kann es bei einer Untersuchung beim Zahnarzt wichtig sein, den Nerv (Pulpa) eines Zahnes auf seine Funktionsfähigkeit zu überprüfen. Ein lebender Nerv reagiert auf physikalische Reize wie Strom, Kälte, Wärme oder Belastung. Durch die Vitalitätsprüfung der einzelnen Zähne  und Feststellung ihrer Reaktion kann man Beschwerden eingrenzen und zuordnen. So ist es z. B. bei einem intakten Nerv medizinisch ausgeschlossen, dass sich an der Zahnwurzel ein Eitersäckchen (Granulom) befindet. Die Prüfung, ob die untersuchten Zähne noch leben („vital sind“), ist im Allgemeinen (kurzzeitig) unangenehm, aber selten schmerzhaft.

Kontrolle der Okklusion (des Aufeinanderbeißens der Zähne): Das Zusammenspiel von Ober- und Unterkiefer, der Kaumuskulatur, dem Nervensystem, den Zähnen mit ihren Kauflächen und dem Zahnbett ist ein äußerst kompliziertes System. Dieses ist zwar innerhalb eines Spielraums außerordentlich anpassungsfähig, beim Überschreiten dieser – individuell sehr verschiedenen – Toleranzen aber führt es zu erheblichen Erkrankungen der beteiligten Organe. So kann beispielsweise eine ständige Fehlbelastung einzelner Zähne durch die entstehenden enormen Kaukräfte zu einer Lockerung der Zahnreihen führen. Schlimmer noch sind die durch eine schlechte „zentrische“ Passung des Unterkiefers gegen den Oberkiefer hervorgerufenen Leerkontakte unter hoher Belastung. Zahnmediziner sprechen hier von „Parafunktionen“ und meinen damit eigentlich Belastungen, die keine sinnvolle Funktion haben, vom Patienten jedoch zwanghaft ausführt werden. Dabei presst er seinen Unterkiefer gegen den Oberkiefer oder führt Mahlbewegungen unter hohem Druck aus.

Als Folgen dieser Parafunktionen sind chronische Kopfschmerzen, Tinnitus und Kiefergelenkschäden bekannt. Bei der Eingangsuntersuchung wird zunächst das Zusammenbeißen der Zähne (Okklusion) und der Zahnkontakt bei Kaubewegungen (Artikulation) mit farbbeschichteten Folien überprüft. Vorzeitige oder zu starke Kontakte färben die entsprechenden Zahnflächen besonders an.

Eine Praxis, die sich um diese Dinge nicht oder nur oberflächlich kümmert, sollten Sie umgehend wieder verlassen. Es ist ein fast sicherer Hinweis darauf, dass der Zahnarzt diesen wichtigen Teil das Fachs nicht beherrscht.

Röntgen der Zähne

Die bisher beschriebenen Untersuchungen für den Zahnarzt reichen jedoch nicht aus, sich einen Überblick über weitere mögliche Erkrankungen zu machen. Deshalb gehört das Röntgen mit zu den wichtigsten zahnärztlichen Untersuchungsmethoden. Es erlaubt beispielsweise einen Blick auf die Zahnkonturen in den Zahnzwischenräumen oder macht krankhafte Veränderungen innerhalb des Kieferknochens, z. B. an der Wurzelspitze (ein Granulom) sichtbar.

Die dabei häufig geäußerten Bedenken im Hinblick auf eine Schädigung des Körpers durch Röntgenstrahlen sind unbegründet, da die zahnärztlichen Röntgengeräte zu Diagnosezwecken nur eine geringe Strahlung aussenden. Diese sind in ihrer Intensität vergleichbar mit einem kurzfristigen Aufenthalt im Hochgebirge. Zusätzlich regelt in Deutschland eine außerordentlich strenge Röntgenverordnung den Einsatz der Geräte und der Schutzmaßnahmen.

Von dem Aufnahmeverfahren her unterscheidet man kleine Röntgenaufnahmen („Zahnfilm„) zur Darstellung von 1 bis 4 Zähnen von den sogenannten Panoramaaufnahmen, welche   einen guten Überblick über den gesamten Kiefer geben. Bei beiden Verfahren kommt in jüngster Zeit vermehrt die digitale Röntgentechnik zum Einsatz, wodurch die schon geringe Strahlenbelastung nochmals deutlich reduziert ist. Eine Sonderform ist der Röntgenstatus, eine Darstellung des Ober- und Unterkiefers auf 10-14 kleinen (5 x 4 cm) intraoralen Röntgenfilmen. Im Vergleich zur außerhalb des Mundes durchgeführten Panoramaaufnahme ist diese ein relativ aufwendiges, dafür aber außerordentlich detailgetreues Verfahren zur Darstellung aller Zähne und des umgebenden Knochens. Diese Aufnahmeart kommt vorwiegend als Vorbereitung für eine Zahnfleischbehandlung zum Einsatz.

 

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