Zahn: Krone

Wann Krone, wann Füllung?

Ist die Karies schon zu weit fortgeschritten, oder hat man zum Beispiel durch einen Unfall ein Stück Zahn verloren, ist es mit einer Füllung nicht mehr getan. Der Zahnarzt setzt in diesem Fall dem Zahn eine Krone auf. Im Gegensatz zu einer Füllung, welche im Zahn verankert ist, umfasst eine Krone große Teile bzw. den gesamten in die Mundhöhle ragenden Anteil eines Zahnes und gibt diesem damit wieder seine Form und eine ausreichende Stabilität. Darüber hinaus gibt sie im sichtbaren Bereich bei entsprechend gewähltem Material zusätzlich ein annähernd natürliches Aussehen.

Welche Zahnkronen gibt es?

Es gibt eine Vielzahl von Zahnkronen-Arten, je nachdem für welchen Zweck diese eingesetzt werden sollen (z. B. Einzelkronen, Ankerkronen, Pfeilerkronen, Teleskopkronen, siehe Ende des Beitrags). Allen gemein ist die Tatsache, dass sie nach Präparation des Zahnes und einem exakten Abdruck der Mundsituation in einem zahntechnischen Labor angefertigt werden müssen.

Der erste Schritt: Vorbereitungen des Zahnarztes

Voraussetzung dafür, dass eine Krone gemacht werden kann, ist eine sorgfältige Abklärung des Umfeldes: Sind Wurzeln und Kieferknochen in Ordnung? Wie weit reicht die Karies? Ist das Zahnfleisch gesund?

Das A und O für die Haltbarkeit der Krone sind eine gute Vorbereitung und eine sorgfältige Ausführung. Dabei geht der Zahnarzt wie folgt vor:

  • Unter örtlicher Betäubung entfernt der Spezialist zunächst alle (!) vorhandene Karies gründlich.
  • Gebiete, welche nahe an den Zahnnerv reichen, werden mit einem speziellen Material abgedeckt.
  • Zur „inneren Stabilisierung“ des Zahnes, zur Materialersparnis der späteren Krone und für eine verbesserten Halt auf dem präparierten Zahnstumpf wird in einem zweiten Schritt eine Aufbaufüllung gelegt.
  • Nach diesen vorbereitenden Maßnahmen erfolgt die eigentliche Präparation des Zahnes. Der Zahn wird von der Kaufläche her und ringsherum abgeschliffen, damit Platz für die Krone entsteht.

Da die Krone über den Zahn „gestülpt“ wird, muss der gesamte Schmelzüberzug (auch gesunde, nicht erkrankte Zahnsubstanz) entfernt und der entstehende Zahnstumpf parallel oder leicht konisch beschliffen werden. Zur besseren Verankerung wird bei nervtoten Zähnen zusätzlich ein Stift in die Wurzel gebracht (Stiftkrone).

Nach beendeter Präparation muss der Zahnstumpf gut trocken gelegt und das Zahnfleisch etwas aus der Zahnfleischtasche zurückgedrängt werden, um den beschliffenen Stumpf exakt abformen zu können. Dazu legt der Arzt sog. Retraktionsfäden oder –ringe in den Zahnfleischsaum, um das Zahnfleisch vorübergehend zu verdrängen..

Das Labor fertigt die Zahnkrone

Die Anfertigung der eigentlichen Krone erfolgt in einem zahntechnischen Labor. Deshalb muss die Mundsituation sehr exakt dorthin übertragen werden. Dies geschieht meist mit Präzsionsabdrücken auf Silikonbasis, welche anschließend mit einem speziellen Hartgips oder Kunststoff ausgegossen werden und so dem Zahntechniker eine identische Mundsituation liefern. Je genauer dieser Vorgang erfolgt, umso besser passt die spätere Krone.

Die Gebisssituation kann auch mit Hydrokolloidmaterial abgeformt werden. Dies sind Materialien, die thermisch behandelt sind, d. h. vor der Abformung gekocht, in einem Temperierbad aufbewahrt und während der Abformung kontrolliert abgekühlt werden. Diese Methode gibt unübertroffen gute Abformergebisse, erfordert aber sehr genaues Arbeiten, einigen apparativen Aufwand und auch einen hohen Organisationsgrad der Praxis.

Zur richtigen Höhe der Krone benötigt der Zahntechniker außerdem noch einen Abdruck des Gegenkiefers und eine Bestimmung der Bisslage des Patienten. Damit ist die räumliche Relation des Unter- zum Oberkiefer bei zentrisch positionierten Köpfen des Kiefergelenks  gemeint.

Vor der neuen Krone gibt es ein Provisorium

Bis zum Eingliedern der fertigen Krone in einer zweiten Sitzung muss der präparierte Zahn gegen äußere Einflüsse durch ein Provisorium, das der Zahnarzt selbst anfertigt, geschützt werden. Zum einen wäre schon allein das Atmen für den Patienten nach dem Abklingen der örtlichen Betäubung schmerzhaft, da dem empfindlichen Zahnbein die bedeckende Schmelzhülle fehlt. Zum anderen erreicht man mit dem gut abschließenden Provisorium eine Infektionsprophylaxe des Dentins  und die Abstützung des Zusammenbisses.

Da Provisorien ohne Schleifen oder dergleichen wieder abgenommen werden müssen, sind sie nur mit einem deutlich weniger haftenden Befestigungszement eingebracht worden. Seien Sie deshalb nicht ungnädig, wenn ein Provisorium einmal herausfällt oder auch dem Kaudruck nicht widersteht. Das liegt in der Natur der Sache. Ihre Zahnarztpraxis wird Ihnen ohne Probleme schnell helfen können.

Der zweite Schritt: So setzt der Zahnarzt eine Krone

In einer zweiten Sitzung – meist ein bis zwei Wochen nach der Präparation – passt der Zahnarzt die aus dem Labor gelieferte Krone zunächst ein. Er prüft deren Höhe zum Gegenbiss, den richtigen Kontakt und die exakte Ausformung zu den Nachbarzähnen. Eventuell nimmt er hierbei noch kleinere Korrekturen vor, denn die Krone darf weder zu hoch (Schmerzen beim Zubeißen), noch zu niedrig sein („Luft“ zwischen den Zähnen). Ebenso muss sie einen optimalen Kontakt zu den Nachbarzähnen haben, um ein Einbeißen von Speisen in den Zahnzwischenraum zu verhindern.

Stimmen alle Kriterien, setzt der Experte die Krone final ein oder korrekter ausgedrückt: Er gliedert sie ein. Dies geschieht mit Befestigungszementen oder auch mit speziellen Klebetechniken.

Wie lange hält eine Krone?

Der Aufwand lohnt sich: Ein sauber und sorgfältig überkronter Zahn kann nach den Erfahrungen der Zahnärzte ca. 15 bis 20 Jahre seine Dienste tun. Auch, wenn die erste Krone aus irgendwelchen Gründen einmal erneuert werden müsste, kann dies problemlos geschehen und der Zahn eine weitere nicht limitierte Zeitspanne überdauern.


Übersicht über Kronentypen

Vollgusskrone: langlebig und relativ günstig, besteht aus Goldlegierung, die man möglichst hochwertig wählen sollte

Verblendkrone: Hat als Kern eine gegossene Metallkrone, die mit zahnfarbenen Kunststoff oder einer farblich angepassten Keramik überzogen wird. Sieht besser aus als Vollguss aus reinem Metall, ist aber auch teurer.

Keramik (=Porzellan-/Keramik-Krone): Wird vor allem für den Frontbereich (Jacketkrone) verwendet, weil sie sehr natürlich aussehen. Um die nötige Stabilität zu gewährleisten, muss der Zahn stärker beschliffen werden.

Teilkrone: Es werden nur Teile des Zahnes ersetzt. Diese Technik ist sehr substanzschonend, verlangt aber größtes handwerkliches Geschick des Behandlers. Teilkronen können entweder aus Goldlegierungen (meist im Seitenzahnbereich) oder auch aus Keramik (im vorderen Seitenzahnbereich und bei Frontzähnen) gefertigt werden. Goldlegierungen werden zementiert, Keramiken geklebt.

Galvanokrone: Der Metallkern der Krone besteht aus reinem Gold, das galvanisch dünn auf dem Stumpf geschichtet wird. Darauf wird Keramik gebrannt, die ästhetisch besonders schön sein kann, wenn sie von guten Technikern hergestellt ist.

Stiftkrone: Sitzt auf einem Stift, der in der Zahnwurzel verankert ist. Oft die letzte Möglichkeit, den Zahn zu erhalten. Gibt es mit vorgefertigtem oder gegossenem Stift (teurere Variante). Diese letzte Möglichkeit einer Überkronung ist oft nicht sehr langlebig, weil der darunter liegende Zahnstumpf nicht mehr lebt. Die Verankerungsstifte sprengen gelegentlich die Wurzeln. Deutlich eingeschränkte Verwendungsbreite.

Teleskop- oder Konuskrone: Dient der Verankerung von herausnehmbarem Zahnersatz. Kommt bei paradontal vorgeschädigtem Restgebiss zum Einsatz. Auf dem Zahnstumpf sitzt eine dünne, meist goldene Metallhülse, die Primärkrone, die den Stumpf schützt. Darauf steckt eine Sekundärkrone, die Teil des herausnehmbaren Zahnersatzes ist und dessen Haftung auf den Zähnen bewirkt.


 

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