Zähne

Harte Schale, weicher Kern

Ein Spruch, der auf unsere Zähne absolut zutrifft. Der Zahnschmelz, der die Zähne umgibt, ist die härteste Substanz im menschlichen Körper überhaupt. Unter dem Zahnschmelz liegt das Zahnbein (Dentin). Es enthält die vielen feinen Kanäle, die Reize von außen nach innen leiten, was sich oft in einem äußerst unangenehmen Ziehen und Brennen äußert, z. B. bei empfindlichen Zahnhälsen oder Karies. Ganz im Inneren des Zahnes  liegt in einer Höhle die Pulpa (Zahnmark), die mit ihren Blutgefäßen und feinen Nervenfasern den Zahn versorgt.

Die ersten Zähne: Milchzähne

Das Geschrei ist oft groß, wenn sich die ersten Zähne den Weg nach draußen bahnen: Zwischen dem sechsten und dem neunten Monat bereitet die „Dentition”, das Zahnen des Babys, den Eltern so manche schlaflose Nacht. Doch auch wenn die Zähnchen jetzt erst sichtbar werden, im Kiefer sind sie schon viel länger vorhanden. Bereits in der sechsten bis achten Schwangerschaftswoche bilden sich beim Embryo die ersten Anlagen für das Milchgebiss. Es besteht aus 20 Zähnen und ist meist beim zweijährigen Kind vollständig ausgebildet. Doch schon ab dem vierten Schwangerschaftsmonat werden ständig Mineralien eingelagert, um die Milchzähne nach und nach zu festigen.

Das bleibende Gebiss

Bei vielen Tieren wachsen die Zähne ständig nach, vor allem bei Nagetieren und Pflanzenfressern, die ihre Zähne sehr stark beanspruchen. Der Mensch erlebt dagegen nur einen natürlichen Zahnwechsel, nämlich den von den Milchzähnen zum bleibenden Gebiss, der meist mit fünf bis sechs Jahren beginnt.

Zähne und Schwangerschaft

Jedes Baby kostet einen Zahn – es galt früher als „normal“, dass eine Schwangerschaft auch mit mindestens einem Zahnverlust einherging. Heute weiß man, dass die Ursache hierfür nicht das Baby selbst, sondern die vermehrte Belastung des mütterlichen Organismus ist.

Die hormonellen Umstellungen während der Schwangerschaft bleiben nicht ohne Auswirkungen auf die Zähne der Schwangeren. Die Mundhöhle ist von einer großen Anzahl von Mundbakterien besiedelt, die zwar auf der einen Seite die Verdauung einleiten, also nützlich, auf der anderen Seite aber auch für die Entstehung von Karies und Zahnbetterkrankungen zuständig sind.

Normalerweise sind im Mund auch viele Abwehrzellen des Körpers zu finden, zum einen im Speichel – aber auch bedingt durch die starke Durchblutung der Mundschleimhaut. Diese Abwehr ist in der Schwangerschaft oft geschwächt, gleichzeitig verändert sich die Qualität des Speichels,  die „Selbstreinigung“ funktioniert nur eingeschränkt und die Bakterien gewinnen Überhand. Da hilft es nur, die Mundhygiene zu intensivieren um damit das Abwehrsystem bei seiner Arbeit zu entlasten. Weiterhin kann man zur Unterstützung auch antibakterielle Mundwässer einsetzen.


Achtung! Die Anwendung von manchen dieser Präparate über einen längeren Zeitraum kann zu einer „Überwucherung“ von im Mund ebenfalls vorhandenen Pilzen führen, was nicht eben angenehmer ist. Fragen Sie deswegen in Ihrer zahnärztlichen Praxis nach, welches Mundwasser Sie benutzen sollten.


Zusätzlich ist die werdende Mutter in den ersten Schwangerschaftswochen häufig von Übelkeit befallen. Eine gründliche Zahnreinigung wird als unangenehm empfunden. Wiederholtes Erbrechen greift ebenfalls den Zahnschmelz an. Unterstützt wird dieser Vorgang noch zusätzlich durch einen verstärkt „sauren“ Speichel zu Beginn der Schwangerschaft.

Ein regelmäßiger Zahnarztbesuch sollte alle zwei bis drei Monate erfolgen. So können Ärzte krankhafte Veränderungen an den Zähnen und dem Zahnfleisch frühzeitig erkennen und behandeln.

Auch sonst gesund im Mund?

Die Zähne sind’s ja nicht allein, die uns kaufähig  machen. Die Mundhöhle ist ein komplexes Zusammenspiel von verschiedenen Teilen, die alle gesund sein müssen.

Der Zahnhalteapparat (Parodont): Jeder Zahn steckt in einem Knochenfach (Alveole) und ist so fest im Kiefer verankert. Viele feine Fasern fixieren den Zahn am Kieferknochen, können ihn bei besonders starker Belastung aber auch abfedern.

Das Zahnfleisch (Gingiva) bedeckt den Kieferknochen und umschließt die Zähne. In der Furche zwischen Zahn und Zahnfleisch gibt es spezielle Abwehrzellen, die eindringende Mikroorganismen a bwehren sollen. In gesundem Zustand ist das Zahnfleisch hellrosa, bei Entzündungen dunkelrot, geschwollen und gespannt.

Der Speichel

Das, was wir so umgangssprachlich als „Spucke“ bezeichnen, ist eines der wichtigsten natürlichen Schutzsysteme unseres Körpers. In der Mundschleimhaut befinden sich viele kleine, verstreut liegende Speicheldrüsen. Der Hauptspeichel entstammt aber drei paarigen großen Drüsen. Er hat neben seiner Hauptfunktion – dem „gleitfähig“ machen der Nahrung – noch eine Reihe anderer Wirkungen. Zum Beispiel trägt er zur Remineralisation der Zahnoberflächen bei und puffert die schädlichen Säuren ab. Außerdem heißt es im Volksmund nicht zu Unrecht „gut gekaut, ist halb verdaut“, denn der Speichel enthält Stoffe, die Stärke (zum Beispiel aus Kartoffeln) für den Körper besser verdaulich machen.

Es ist schon erstaunlich, was da täglich in unserem Mund fließt: Zwischen einem halben und zwei Litern Speichel werden am Tag gebildet, hauptsächlich beim Kauen. Dass einem bei leckeren Gerüchen oder dem Anblick appetitlicher Speisen „das Wasser im Mund zusammen läuft“, hat jeder schon mal erlebt: Berührungen von Gegenständen an der Mundschleimhaut, Anblick oder Geruch von Speisen löst automatisch die Speichelproduktion aus.

 

Finden Sie den passenden Arzt für Ihre Fragen rund um
Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie
Zahnersatz (Prothetik)
Zahnersatz: Totalprothese
Zahnmedizin