Zähne: Die richtige Putztechnik

Es gibt nicht nur eine Putztechnik beim Gebrauch der Handzahnbürste. Sie unterscheiden sich im Ansetzen der Bürste und ihrer Bewegungsrichtungen und über Vor- und Nachteile streiten die Experten. Viel wichtiger ist aber bei gesundem Zahnfleisch die Systematik des Putzens, welche stets nach dem gleichen, einmal fest eingeprägten Schema erfolgen sollte, um auch wirklich alle Zahnflächen einer gründlichen Reinigung zu unterziehen.

Wie sieht beispielsweise eine gute Putztechnik aus?

Man beginnt im Oberkiefer rechts außen bei den hinteren Backenzähnen, reinigt dann die Außenseiten der Schneidezähne und Backenzähne der anderen Seite. Als nächste ist auf dieselbe Weise der Unterkiefer an der Reihe. Anschließend nach der gleichen Systematik die Innenflächen der Zähne reinigen. Bürste dabei nicht zu fest auf die Zähne drücken, da sich sonst die Borstenbüschel umbiegen und nicht mehr ihre Putzwirkung entfalten können. Außerdem nimmt sonst das Zahnfleisch Schaden.

Vom „gründlichen Schrubben“ sollte man sich eh verabschieden und stattdessen auf eine sanft „vibrierende“ Putztechnik umschwenken: Zahnbürste so ansetzen, dass die Borsten in den Zahnzwischenraum eindringen und am Zahnfleischsaum im 45 Grad Winkel anliegen, dann kleine Rüttelbewegungen machen. Vergessen Sie nicht die anschließende Reinigung der Zwischenräume (siehe weiter unten im Beitrag). Dazu eignen sich im Bereich der Backenzähne kleine Spezialbürstchen, die wie Pfeifenreiniger aussehen und auf einen Halter gesteckt werden. Für die Frontzähne nehmen Sie am besten Zahnseide. Hinweise zur Bedienung gibt man Ihnen in einer guten zahnärztlichen Praxis gern!

Dieser Reinigungsvorgang sollte, sorgfältig ausgeführt, etwa fünf Minuten dauern.


Tipp: Einen entsprechend langen Song aussuchen und nach Musik putzen! Das erspart den sehnsüchtigen Blick zur Uhr und macht vor allem für Kinder die Zahnhygiene einfacher.


Wie häufig sollten wir Zähne putzen?

Zweimal täglich Zähneputzen sollte absolute Pflicht sein: Morgens nach dem Frühstück und abends vor dem Schlafengehen. Vor dem Zähneputzen den Mund gründlich mit Wasser spülen, um frische Speisereste und Rückstände von sauren Getränken (z. B. Cola) zu entfernen. Hat man etwas stark saures gegessen oder getrunken, sollte man etwa eine halbe Stunde mit dem Putzen warten, um den Zahnschmelz, der mit der Säure ganz schön zu kämpfen hat, nicht zusätzlich mechanisch zu belasten.

Nach dem Gebrauch sollte die Zahnbürste gründlich gereinigt werden, damit sich bis zum nächsten Putzen nicht allzu viele Keime auf ihr vermehren. Meist genügt die Aufbewahrung der Zahnbürste mit dem Kopf nach oben an einem trockenen Ort, da die Borsten dann austrocknen und Keime sich nicht so schnell vermehren können.

Putztechnik Mundduschen: Was schafft der Wasserstrahl?

Seit einigen Jahrzehnten sind auch Wasserstrahlgeräte im Gebrauch, die mit einer kleinen Düse pulsierend die Zahnzwischenräume von groben Brocken befreien und zusätzlich das Zahnfleisch massieren.

Sie sind ausgezeichnet als Zusatzinstrumente, machen aber die mechanische Reinigung der Zahnflächen mit einer Zahnbürste nicht überflüssig.


Tipp: Setzen Sie die Munddusche regelmäßig nach dem Bürsten ein. Fahren Sie mit der Düse die Zahnzwischenräume von innen und außen in Höhe des Zahnfleischs ab. Dabei sollte sich kein Blut im ablaufenden Wasser zeigen. Das würde auf eine Entzündung des Zahnhaltegewebes hinweisen. Suchen Sie in diesem Fall Ihren Zahnarzt auf und berichten Sie diesen Umstand.


Zahnpasta: Was ist drin, was ist dran?

Sie versuchen nicht, Ihr Geschirr nur mit Wasser und Schwamm zu spülen – obwohl es theoretisch auch so sauber werden könnte. Mit Spülmittel werden Teller und Gläser aber leichter gereinigt. Eine mechanische Zahnreinigung ohne Putzstoffe ist zwar schon besser als gar keine Mundhygiene, aber mit Zahnpasta ist sie einfach besser. Die Creme dient hauptsächlich dazu, die Beläge (Plaque) zu entfernen. Zur besseren Wirkung dieses Reinigungsvorganges werden ihr deshalb wasserbenetzende Mittel (Tenside wie z. B. Natriumlaurylsulfat) sowie Abrasiv- und Polierstoffe zugefügt. Gleichzeitig erfolgt eine Anreicherung mit Fluoriden (maximal 0,15 Prozent, bei Kinderzahncremes 0,025 Prozent), deren Wirkung als Kariesschutz inzwischen weltweit anerkannt ist.

Auch zwischen den Zähnen sauber: Mundwasser & Co

Zähneputzen ist sozusagen die Pflicht der Mundhygiene, doch viele Menschen wollen auch noch eine „Kür“. Ein Drittel der Deutschen benutzt zum Beispiel regelmäßig eine Mundspülung. Diese darf allerdings in keinem Fall Ersatz für die Zahnbürste sein, auch wenn die Werbung das manchmal suggeriert. Bakterienabtötende Lösungen mit Chlorhexidin, Zink-Chlorid, Amin- und Zinnfluoridlösungen haben ihre unterstützende Wirkung aber in klinischen Studien bewiesen und sind bei der Behandlung von Zahnfleischerkrankungen oder bei Kariesrisikopatienten angebracht.

Von den Mundspülungen zu unterscheiden sind die Mundwässer, welche verdünnt angewandt werden. Diese hochkonzentrierten Lösungen zum Verbessern des Atems und dem allgemeinen Wohlbefinden sind nicht mehr als eine kosmetische Überdeckung mangelnder Mundhygiene und mit einem Parfum zu vergleichen, das das Waschen ja auch nicht ersetzt (hoffentlich!).

Achtung! Fast alle bekannten Mundspüllösungen sind alkoholhaltig und deshalb nicht für Kinder und gefährdete Personen geeignet!

Putztechnik für die Zahnzwischenräume: Zahnseide und Interdentalbürsten

Besonders wichtig ist für eine gute Mundhygiene sind nicht nur die gründliche Reinigung der Zähne, sondern auch die der Zahnzwischenräume. Dazu dienen verschiedenen Hilfsmittel, zum Beispiel Zahnseide oder Interdentalbürsten. Erstere gibt es gewachst, mit Teflon beschichtet oder unbehandelt. Man spannt ein Stück des feinen Fadens über die beiden Mittelfinger und reinigt mit dem gespannten Teil am besten täglich jeden Zwischenraum.

Die Interdentalbürste, die einen einbüscheligen Kopf besitzt, eignet sich zur Reinigung von größeren Zahnzwischenräumen oder Zahnlücken sowie bei festsitzendem Zahnersatz, Implantaten und kieferorthopädischen Geräten.

Zahnhölzer oder –stocher sollten nur unterwegs eingesetzt werden (und bitte diskret!), um die Zahnzwischenräume der Schneidezähne und der kleinen Backenzähnen zu reinigen. Wegen der Verletzungsgefahr für das Zahnfleisch sollte man medizinische, mit Fluoriden präparierte Hölzer verwenden.

Kauen gegen Karies?

Der Kaugummi stellt ein probates Mittel als zusätzlichen Schutz vor Karies dar, besonders dann, wenn keine Möglichkeit zur normalen Zahnreinigung gegeben ist oder man besonders saurer Speisen und Getränke genossen hat und mit dem Zähneputzen noch warten sollte. Durch das Kauen findet eine mechanische Reinigung der Zähne statt, zusätzlich wird der Speichelfluss angeregt und so die Selbstreinigung verstärkt. Am besten sollte man  zuckerfreie Produkte verwenden.

 

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