Hände, Kerze, Licht

Winter: Therapie durch Licht

Wieso Licht im Winter?

Da die Wintermelancholie durch einen Mangel an Licht ausgelöst wird, liegt der Schlüssel zur Linderung nahe: Tanken Sie so viel Licht wie möglich. Die herkömmliche Glühbirne zu Hause reicht dafür allerdings nicht aus. Um die Symptome der Winterdepression wirksam zu lindern, ist sehr helles Licht notwendig, das eine Intensität von mindestens 2.500 Lux hat.

Umso wichtiger ist es, gerade im Winter so oft wie möglich nach draußen zu gehen, denn bereits an einem bewölkter Wintertag findet man dort Intensitäten von 3.000-4.000 Lux. Eine helle Innenraumbeleuchtung bringt es dagegen auf höchstens 500-1.000 Lux und eine Nachttischlampe sogar nur auf magere 100 Lux.

Mit Licht gegen winterliche Stimmungstiefs

Reicht das Tageslicht nicht aus, um die trübe Stimmung zu verscheuchen, kann ein Arzt auch eine Lichttherapie verschreiben, die in Studien nach eine Erfolgsquote von über 80 Prozent erbrachte. Für eine solche Therapie werden spezielle genormte Leuchten verwendet, die Intensitäten von 2.500 bis 10.000 Lux produzieren.

Dabei werden UV-Strahlen sowie der Infrarotbereich herausgefiltert, um die Augen zu schützen. Bei der Anwendung muss sich der Betroffene für etwa ein bis zwei Stunden im Lichtkegel dieser Lampe aufhalten. Während dieser Zeit muss er noch nicht einmal untätig dasitzen, sondern kann lesen, arbeiten oder sogar fernsehen.

Wie lange muss ich eine Lichttherapie anwenden?

Meist verspüren die Betroffenen schon nach wenigen Anwendungen eine deutliche Besserung der Symptome. Nach etwa zwei Wochen sind die Beschwerden ganz verschwunden.

In den meisten Fällen genügen wenige Anwendungen, um die Tristesse für den ganzen Winter zu vertreiben. Einzelne Patienten müssen jedoch in größeren Abständen immer wieder einmal behandelt werden. Eine Dauertherapie, die den ganzen Winter lang anhält, ist nur in Ausnahmefällen erforderlich.

Tipps für mehr Licht im Winter

In milden Fällen der Wintermelancholie genügen oft schon ein paar Handgriffe, um für mehr Licht und so für mehr Wohlbefinden zu sorgen:

  • Lassen Sie schwere, dunkle Vorhänge nicht vor die Fenster fallen, sondern halten Sie sie mit Raffbändern zurück, so dass mehr Licht in die Räume gelangt.
  • Setzen Sie sich abends nicht in den schmalen Lichtkegel einer Leselampe, sondern schalten Sie die Deckenbeleuchtung an – oder sogar beides.
  • Gehen Sie immer wieder einmal tagsüber spazieren, um Ihren Bedarf an Tageslicht zu decken.

Ab in die Sonne!

Wer genügend Zeit und Geld hat, kann der Wintermelancholie auch ein Schnippchen schlagen und einfach für ein paar Tage in den sonnigen Süden flüchten. Ein solcher Tapetenwechsel kann Wunder wirken, auch wenn auf Mallorca oder Gran Canaria nicht der Hochsommer herrscht: Bereits das milde Klima und die längeren, sonnigen Tage genügen oft schon, um die Müdigkeit und Niedergeschlagenheit zu vertreiben. Und die neuen Eindrücke und Bekanntschaften im Urlaub tun ein Übriges, um den Winterfrust zu vergessen.

Wen es nicht in den Süden zieht, der kann paradoxerweise auch im hohen Norden fündig werden, vor allem in Skandinavien. Dort, wo die Sonne in den nördlichen Regionen des Landes für zwei volle Monate ganz von der Bildfläche verschwindet, tritt die Winterdepression erheblich häufiger auf als in unseren Breiten. Aus genau diesem Grunde ist die Lichttherapie in Skandinavien auch bereits seit langer Zeit etabliert und wesentlich weiter verbreitet als hierzulande. So bieten dort nicht nur Ärzte, sondern auch viele skandinavische Hotels und Reiseveranstalter spezielle Lichtkuren an.

Doch auch wer zu Hause bleibt, kann sich zumindest Erholung in tropischem Klima gönnen: So gibt es mittlerweile eine Reihe von Erlebnisbädern, die in ihren kunstvoll angelegten Schwimmbadanlagen nicht nur hochsommerliche Luft- und Wassertemperaturen, sondern auch ein traumhaft exotisches Ambiente bieten. Ohne die Hektik und Strapazen einer langen Reise kann man sich dort für einen Tag oder auch ein Wochenende Urlaub vom Alltag gönnen und das triste Winterwetter getrost vergessen.

 

Autor
Dr. med. Ulrike Stebner

 

Bildnachweis: Myriams-Fotos | pixabay

 

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