Warzen richtig behandeln

Warzen gehören zu den Infektionskrankheiten – sie werden durch Warzenviren hervorgerufen. Kinder von fünf bis 14 Jahren sind am häufigsten von ihnen betroffen. Die bekanntesten Warzen sind die vulgären Warzen (Fuß- und Handwarzen) sowie die Dellwarzen (Mollusca contagiosa), die vor allem bei Kindern mit trockenem Hauttyp am ganzen übrigen Körper vorkommen. Der einzige Übertragungsweg ist von Mensch zu Mensch: über direkten Hautkontakt oder indirekt, z. B. über Wasserpfützen im Badezimmer oder Schwimmbad, Armaturen, Türklinken, Haltegriffe oder Handläufe.

Antikörperbildung durch das Immunsystem

Solange das Immunsystem keine Warzen-Antikörper gebildet hat, können Warzen in der Haut wachsen und sich vermehren. Bei manchen Menschen kommt es nach einer Infektion sehr schnell zu dieser Antikörperbildung, sodass die Warzen zerstört werden, bevor sie sicht- oder bemerkbar werden – diese Menschen haben Glück: sie bekommen keine Warzen. Bei nicht wenigen aber dauert es bis zu dieser Antikörperbildung manchmal Monate oder sogar Jahre: diese Menschen haben Pech, da sie sich über diesen Zeitraum mit den Warzen herumplagen müssen. Im günstigen Fall stören Warzen nur kosmetisch, im ungünstigeren Fall tun sie weh – vor allem im Fußsohlenbereich. Spätestens dann sollte der Kampf gegen die Warzen aufgenommen werden.

Verschiedene Behandlungsmethoden

Ob mit Säurepflaster, Bepinselungen oder Vereisungsmaßnahmen: es muss immer ausreichend lange und konsequent behandelt werden, bis die Warze nicht mehr sicht- und fühlbar ist. Das kann oftmals sogar mehrere Monate dauern, auch wenn die Beipackzettel mancher Präparate eine Heilung binnen weniger Wochen versprechen. Der Grund für die häufig scheinbar erfolglosen Warzenbehandlungen ist, dass sie nicht ausreichend lange und nicht regelmäßig durchgeführt werden.

Der Haken einer Warzenentfernungstherapie ist, dass das eigentliche Problem, nämlich das Fehlen der vom Immunsystem noch nicht gebildeten Antikörper dadurch nicht gelöst wird und deshalb immer wieder neue Warzen entstehen können. Nicht verschwiegen werden darf, dass alternative Warzenbehandlungen wie beispielsweise Warzenbesprechungen und homöopathische Therapien in manchen Familien durchaus mit Erfolg durchgeführt werden.

Die persönliche Empfehlung des Arztes

Unser Gastautor Dr. med. Christof Metzler ist Kinder- und Jugendarzt und hat nach über 20 Jahren Sprechstundenerfahrungen im Thema Warzen, folgende Empfehlung:

  1. Solange Warzen keine Beschwerden bereiten: einfach die Heilung abwarten.
  2. Wenn die Warzen schmerzen und eine Warzenbehandlung erfolgen soll: unbedingt Geduld für eine konsequente und möglicherweise monatelange Therapie aufbringen!

Der Autor hat zwei Bücher und Hörbücher zu den Themen „Mein Kind im 1. Lebensjahr“ und „Mein Kind im 2. – 7. Lebensjahr“ veröffentlicht. Außerdem ist er auf YouTube aktiv. Auf seinem Kanal erklärt er in zwei Videos, was genau Warzen sind und wie sie am besten behandelt werden.

Was sind Warzen?

Wie behandelt man Warzen?

von Dr. med. Christof Metzler, Kinder- und Jugendarzt, 20. Januar 2017

Redaktion

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Die Redaktion der Stiftung Gesundheit verfasst Artikel zu Themen aus dem Gesundheitswesen. Unterstützt wird sie dabei von Experten im Gesundheitswesen.