Vojta-Therapie

Was ist eine Vojta-Therapie?

Die Vojta-Therapie ist eine dynamische neuromuskuläre Behandlungsmethode, die für die Behandlung von Patienten mit Störungen des Zentralnervensystems und des Bewegungsapparates vorgeschlagen wird. Sie wurde im 20. Jahrhundert von Professor Vaclav Vojta, einem pädiatrischen Neurologen, entwickelt und wird derzeit hauptsächlich in Europa eingesetzt.

Die Essenz der Vojta-Therapie besteht darin, dass das Gehirn die „angeborenen gespeicherten Bewegungsmuster“ aktiviert und sie mit den Muskeln von Rumpf und Gliedmaßen koordiniert.

Worauf basiert die Vojta-Therapie?

Die Basis der Vojta-Therapie ist eine Reflexbewegung. Der Reflex ist eine Antwort auf äußere Reize. Das Wesentliche der Methode besteht darin, den Patienten in bestimmte Posen zu versetzen und auf bestimmte Punkte einzuwirken. Infolgedessen tritt eine Reflexbewegung auf, d. h. wiederholte Bewegungen bestimmter Muskeln, beispielsweise Reflexkriechen und Umdrehen. Dies sind die richtigen Bewegungsmuster im Gehirn.

Durch bestimmte Stellen der Reizung im Körper aktivieren sich motorische Reflexe, wodurch sich die korrekten Bewegungen wiederherstellen lassen, die aufgrund von Krankheit oder Verletzung von Geburt an fehlten. Die Vojta-Methode arbeitet mit bereits bestehenden Nervenverbindungen in Muskeln und inneren Organen.

Bei welchen Erkrankungen wird diese Therapie-Form eingesetzt?

Zu den Indikationen der Vojta-Therapie gehören:

  • zerebrale Lähmung;
  • angeborene Myopathien (neuromuskuläre Erkrankungen, die zu allmählicher Atrophie und Muskelschwund führen);
  • Koordinationsverletzungen;
  • Mangel an freiwilligen Bewegungen, unvollständige Lähmung;
  • Extremitätenkontrakturen und Deformitäten;
  • transversale Rückenmarksverletzung;
  • Cerebralparese;
  • Skoliose (Verbiegung oder Verkrümmung) der Wirbelsäule;
  • Luxation und Dysplasie des Hüftgelenks.

Mithilfe der Vojta-Therapie können zusammen mit Motorkomplexen individuelle Reaktionen ausgelöst werden, zum Beispiel:

  • Zungen- und Kieferbewegungen;
  • Blickabduktion (Augenmotilität).

Bei Patienten mit erworbener Bewegungsstörung über das periphere und zentrale Nervensystem kann die Vojta-Therapie sowohl in der akuten Phase der Erkrankung als auch in der anschließenden Rehabilitation angewendet werden.

Weitere Behandlungsmöglichkeiten der Therapie

Mit der Vojta-Therapie ist es möglich, zuvor verlorene gesunde motorische Muster wiederherzustellen und negative Auswirkungen wie Schmerzen, eingeschränkte Funktionalität und Kraft zu verhindern. Begleiterscheinungen bei jeder Behandlung sind Impulse, die eine aktivierende Wirkung auf höhere kortikale Funktionen (Konzentration, Motivation, Ausdauer, Sprachbildung, Sinneswahrnehmung) haben.

 

Finden Sie den passenden Arzt für Ihre Fragen rund um

Neurologie
Stütz- und Bewegungsapparat, Erkrankungen