Kräuter - Viruserkrankungen natürlich behandeln

Viruserkrankungen natürlich behandeln – ein Gastbeitrag von Dr. Andrea Flemmer

Die Natur weist eine große Vielfalt auf – im positiven wie im negativen Sinne. Zum eher negativen Bereich gehören Viren, die Krankheiten auslösen können, beispielsweise Atemwegsinfekte oder Grippe, Herpes, Warzen, Magen-Darm-Erkrankungen, Gürtelrose sowie auch Windpocken oder Pfeiffersches Drüsenfieber. Zur positiven Seite gehören diejenigen Organismen, die uns dagegen Hilfe bieten.

Der Blick in die Natur lohnt sich. Es ist verblüffend, welche Werkzeuge die Natur uns in die Hand gibt, um gegen ihre Plagegeister vorgehen zu können. Ein Blick in die natürliche Hausapotheke zeigt uns, dass es viele pflanzliche Arzneimittel – sogenannte Phytotherapeutika – gibt, die effektiv gegen die Viren helfen.

Noch viele unentdeckte Kleinstlebewesen

Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts konnte man Bakterien als Krankheitserreger identifizieren, bei Viren dauerte es noch länger. Heilkundige Frauen als sogenannte „Hexen“ zu verbrennen war dafür wenig hilfreich und warf die Medizin als Wissenschaft um Jahrhunderte zurück. Auch heute gibt es auf dem Gebiet rund um die Viren noch viel zu erforschen. Fest steht jedoch – die Kleinstlebewesen verursachen unangenehme Beschwerden.

Dr. Andrea Flemmer
Die promovierte Diplom-Biologin und Autorin Dr. Andrea Flemmer schrieb zahlreiche Publikationen zu Gesundheits- und Ernährungsthemen.

Für Laien ist es schwer, die Verursacher von Erkrankungen zu differenzieren. Folgendes ist dafür wissenswert:

Das Reich der Lebewesen gliedert sich grob in:

  • Lebewesen, die aus Zellen mit Zellkern aufgebaut sind: Tiere, Pflanzen, Pilze und einzellige Lebewesen (zum Beispiel der Malariaerreger)
  • Bakterien ohne Zellkern
  • Viren
  • sonstige Lebewesen, wie Viroide, Prione und alle, die wir noch gar nicht kennen

Ein großer Unterschied zwischen den Einzellern mit Zellkern, Bakterien und Viren ist beispielsweise die Größe: Einzeller sind zwischen 2 und 70 µm lang (µm = Mikrometer = Tausendstel Millimeter), Bakterien in der Regel maximal 5 µm. Viren sind deutlich kleiner: 10 bis ca. 250 nm (nm = Nanometer = Millionstel Millimeter), so dass sie von einem Lichtmikroskop nicht mehr erfasst werden können. Um sie sichtbar zu machen, benötigt man ein Elektronenmikroskop.

Viren sind ganz einfach aufgebaut. Sie bestehen meistens nur aus ihrem Erbgut, das in einer Hülle aus Eiweiß, dem Capsid, eingeschlossen ist. Manchmal haben sie eine zusätzliche Membran um das Capsid, die unter anderem aus speziellen Fetten besteht. Im Gegensatz zu Bakterien können sich Viren nicht durch Zellteilung vermehren, sondern sie benötigen zur Vermehrung eine Wirtszelle.

Buchcover Viruserkrankungen natürlich behandeln
Der 224 Seiten starke Ratgeber ist in der zweiten Auflage 2017 beim VAK Verlag erschienen.

Welche Wirkungen kann man mit natürlichen Präparaten erzielen?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um Viren zu „bremsen“. Eine davon ist die Hemmung der Neuraminidase: Manche Viren benötigen das Enzym Neuroaminidase, um sich von der befallenen Wirtszelle zu befreien. Wird das Enzym gehemmt, bleiben die Viren in der infizierten Zelle. Das führt zu ihrer Inaktivierung. Damit wird auch der Virenbefall benachbarter Zellen verhindert und eingedämmt. Gleichzeitig kann man die Bildung körpereigener Abwehrverstärker steigern, sogenannter Interferone.

Eine weitere Möglichkeit ist die Steigerung der Phagozytenfunktion. Phagozyten sind Bestandteil unseres Immunsystems. Sie „fressen“ sozusagen die Viren und andere Krankheitserreger.

Natürliche Wirkstoffe gegen Viren

Es gibt eine ausführliche Liste diverser Pflanzen, Pilze und Gewürze, die sanft und nahezu nebenwirkungsfrei bei zahlreichen Erkrankungen eingesetzt werden können. Auch Kinder, die besonders häufig von viralen Infekten betroffen sind, könnten von solch einer natürlichen Behandlungsweise profitieren.

Gegen Lippen- und Genitalherpes helfen zum Beispiel:

  • Aloe vera
  • Galgant
  • Melissenblätter
  • Minze
  • Salbeiblätter als Rhabarber-Salbeicreme
  • Süßholzwurzel
  • Teebaumöl

Gegen einfache Erkältungen helfen zum Beispiel:

  • Anisöl
  • Eukalyptusöl
  • Fenchel
  • Grapefruitkernextrakt
  • Holunderblüten
  • Kamillenblüten
  • Knoblauch

Ein weiteres Beispiel: Bei manchen Warzen hilft es, reines Teebaumöl oder eine zehnprozentige alkoholische Lösung einzusetzen. Man trägt das Öl bzw. die Lösung zwei- bis dreimal täglich auf.

von Frau Dr. Andrea Flemmer


Weitere Anwendungsmöglichkeiten finden Sie im Buch von Dr. Andrea Flemmer:

Titel: Viruserkrankungen natürlich behandeln
Autorin: Dr. Andrea Flemmer
Verlag: VAK Verlags GmbH Kirchzarten bei Freiburg
Umfang: 224 Seiten
Preis: 16,90 Euro in Deutschland
ISBN: 978-3-86731-187-8


Service-Tipp:

Ärzte, die naturheilkundliche Behandlungsmethoden anbieten, finden Sie in der Arzt-Auskunft.