Typhus

Was ist Typhus?

Typhus (auch: typhoides Fieber) ist eine systemische Infektionskrankheit. Sie ist durch hohes Fieber und Unterleibssymptome gekennzeichnet, die durch eine Infektion mit Salmonella typhi-Bakterien ausgelöst sind. Es kann jeden treffen, der nicht gegen die Infektion geimpft ist.

Paratyphus ist ähnlich wie Typhus, hat jedoch im Allgemeinen einen gutartigen Verlauf. Diese Erkrankung ist durch eine Infektion mit dem Bakterium Salmonella paratyphi ausgelöst.

Neuerkrankungsrate

Man schätzt, dass es weltweit jährlich 22 Millionen Fälle von Typhus gibt, die 200.000 Todesfälle zur Folge haben. Daher ist es wichtig, vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen, wenn man in Gebiete mit einer höheren Inzidenz reist. Die Länder, in denen die meisten Fälle auftreten, sind Südostasien, der indische Subkontinent, Afrika – insbesondere Zentral- und Westafrika – und Südamerika. Eine entsprechende Impfung ist in diesen Gebieten sehr wichtig.

Gründe für das Auftreten von Typhus

Die Ursache für die Tropenkrankheit ist eine Infektion mit Salmonella typhi-Bakterien. Die Ansteckung erfolgt bei (Para-)Typhus über den oralen Weg. Der Mensch ist das einzige Reservoir der Krankheit. Daher kommt es zur Infektion nur durch die Aufnahme von Wasser oder Nahrungsmitteln, die durch diese Bakterien verunreinigt sind, über den Kot (selten über den Urin) von kranken Menschen oder sie ist über Infektionsträger erworben (fäkal-orale Übertragung).

Die Getränke und Lebensmittel, die am häufigsten durch die Bakterien verunreinigt sind, sind

  • Milch, Käse, Eis und andere Milchprodukte,
  • Schalentiere, die in der Nähe von Abwasserentsorgungsstellen wachsen,
  • Gemüse, das mit Fäkalienwasser bewässert ist,
  • Eier, einige Fleischsorten und Wasser.

Eine direkte Infektion zwischen dem Kranken und den Menschen in seiner Umgebung ist möglich, aber nicht häufig. Fliegen können auch als Übermittler fungieren.

Symptome von typhoidem Fieber

Die Anzeichen reichen von leichten bis sehr schweren Symptomen, die sogar zum Tod führen können. Am Anfang gibt es eine Inkubationszeit zwischen einer und sechs Wochen. Normalerweise dauert sie eine oder zwei Wochen. Diese Zeit variiert je nach Person und Menge der Bakterien.

Es handelt sich bei der Krankheit nicht um sehr spezifische Symptome. Mikrobiologen geben an, dass die Symptome hauptsächlich durch ein hohes und anhaltendes Fieber (39ºC-40ºC) mit Schüttelfrost und Zittern gekennzeichnet sind. Darüber hinaus können die von dieser Pathologie betroffenen Personen Schwäche, Bauchschmerzen, Kopfschmerzen und Appetitlosigkeit aufweisen. Eine Hepatosplenomegalie (Vergrößerung von Leber und Milz) ist ebenfalls häufig. In einigen Fällen tritt auch ein Ausschlag mit flachen rosafarbenen Flecken auf. Diarrhöe, typisch für Infektionen mit dem Rest der Salmonella-Serotypen (bekannt als Salmonellose), ist beim Typhus nicht sehr häufig.

Prävention von Typhus und Paratyphus

Es gibt zwei Möglichkeiten, Typhus vorzubeugen: Die eine besteht darin, kein mit den Bakterien verunreinigtes Wasser oder Nahrungsmittel zu sich zu nehmen. Dazu müssen Sie Trinkwasser und Lebensmittel trinken, die frei von den Bakterien sind oder gekocht werden, da Hitze sie zerstört. Diese Maßnahme kann auch dazu beitragen, anderen Magen-Darm-Infektionen vorzubeugen. So sind die Kontrolle des Umgangs mit Lebensmitteln und deren Konservierung sowie eine ordnungsgemäße Abwasserbehandlung, zusammen mit der Gesundheitserziehung der Bevölkerung wirksame Instrumente sein, um die Ausbreitung von Typhus zu verhindern.

Die andere Möglichkeit, dies zu verhindern, ist eine Impfung. Es gibt zwei Arten von Typhusimpfstoffen, einen oralen und einen injizierbaren. Der Schutz, den sie gewähren, ist nicht dauerhaft. Es ist daher empfehlenswert, sich nach erneut impfen zu lassen, wenn man in Länder reist, in denen die Krankheit immer noch endemisch ist, raten Mikrobiologen und Epidemiologen.

Auf kurzen Geschäftsreisen können Hygienemaßnahmen ausreichend sein, während der Impfstoff besonders bei längeren Aufenthalten, beim Zelten oder auf Abenteuerreisen, in der internationalen Zusammenarbeit (vor allem im Gesundheitsbereich) empfohlen ist.


Essen und trinken – darauf sollten Sie achten

Essen Sie keine Lebensmittel, die an Straßenständen zubereitet wurden. Trinken Sie keine Getränke mit Eis zweifelhafter Herkunft. Trinken Sie keinen Tee oder Aufgüsse an Orten, denen Sie nicht vertrauen, es sei denn, sie wurden ordnungsgemäß behandelt oder mit Mineralwasser zubereitet. Essen Sie keine Milchprodukte, es sei denn, Sie sind absolut sicher, dass sie pasteurisiert wurden. Die Früchte sollten Sie ohne Schale essen. Fisch und Meeresfrüchte sollten Sie nicht roh verzehren. Sie sollten vielmehr vor dem Verzehr mindestens zehn Minuten lang gekocht sein.


Typen und Impfmöglichkeiten

Typhus ist durch eine Infektion mit dem Bakterium Salmonella typhi verursacht. Anders ist es beim zweiten Typ: Paratyphus. Dieser ist durch das Bakterium Salmonella paratyphi A, B und C verursacht. Das durch diese drei Serotypen verursachte klinische Bild ähnelt dem des Typhus, obwohl diese Typ im Allgemeinen gutartiger ist. Gegenwärtig gibt es keinen Impfstoff gegen Salmonella paratyphi.

Diagnose von typhoidem Fieber

Auch wenn die Symptome und die Krankheitsgeschichte der Person auf Typhus hindeuten, muss der Arzt die Diagnose bestätigen. Typhus und Paratyphus werden durch Bakterienkulturen diagnostiziert. Dazu isolieren Mediziner die Bakterien, in der Regel im Blut des infizierten Patienten. Sie können sie aber auch in anderen Proben wie Kot, Galle oder Knochenmark u. a. kultivieren.

Damit die Diagnose der Krankheit schlüssig ist, müssen sich die Patienten Tests unterziehen. Die am meisten empfohlenen sind Blut- und Stuhlkulturen. Andere Tests, wie beispielsweise serologische, sind nicht sehr spezifisch und werden derzeit nicht verwendet. Die sorgfältige Kultivierung ist wichtig, um von Anfang an die richtige Behandlung durchführen zu können.

Wie behandeln Ärzte die Tropenkrankheit?

Die Behandlung von Typhus muss immer unter ärztlicher Aufsicht erfolgen. Neben den allgemeinen Maßnahmen einer angemessenen Ernährung und Hydratation gibt es eine spezifische Behandlung mit Antibiotika.

Die Rekonvaleszenz (Genesungszeit) kann mehrere Monate dauern, aber Antibiotika verringern die Schwere und die Komplikationen des Typhus sowie die Dauer der Symptome. Unter der Therapie ist es notwendig, dass die Person aufgrund von Darmblutungen oder anderen Veränderungen des Verdauungstraktes häufig isst. In bestimmten Fällen muss die Nahrung intravenös verabreicht werden, bis der Patient die Nahrung verdauen kann.

Übertragungswege von Typhus unterbrechen

Die Früherkennung ist auch zur Vermeidung einer weiteren Infektion unerlässlich. Unter diesen Umständen empfehlen Experten, Gegenstände, die mit dem Patienten in Kontakt kommen, zu isolieren. Einige Empfehlungen umfassen beispielsweise, dass Kleidung und das vom Patienten benutzte Geschirr getrennt zu waschen ist. Es sollten Bleichmittel in der Waschmaschine zum Einsatz kommen. Der Geschirrspüler sollte mit einem Waschprogramm mit Temperaturen über 80 Grad angestellt sein.

Wie sind die Erfolgsaussichten einer Typhus-Behandlung

Ohne Antibiotika-Behandlung kann das Fieber wochen- oder monatelang anhalten und ein erheblicher Prozentsatz der Betroffenen kann an den Komplikationen der Krankheit sterben. In der prä-antibiotischen Ära lag die Sterblichkeit bei rund 15 Prozent der Betroffenen. Wenn der Patient jedoch eine Antibiotika-Therapie erhält, sinkt die Sterblichkeitsrate auf unter 1 Prozent der Fälle.

 

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