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Tag der älteren Menschen: länger selbstbestimmt leben durch barrierefreie Versorgung

Zwei Treppenstufen. Was für viele Menschen mit einem großen Schritt zu schaffen ist, stellt für andere ein unüberwindbares Hindernis dar. Die meisten denken nun sicherlich zuerst an Rollstuhlfahrer, doch auch für ältere Menschen bedeuten solche vermeintlich kleinen Barrieren oftmals eine immense Herausforderung. Und die Zahl der über 60-Jährigen wächst rasant: Bis zum Jahr 2050 erwarten die Vereinten Nationen (VN), dass ihr Anteil an der Weltbevölkerung auf zwei Milliarden (das sind ca. 21 Prozent) steigt. Ursachen für diesen demografischen Wandel sind die steigende Lebenserwartung und die sinkenden Geburtenraten. Infolgedessen werden die meisten Gesellschaften spürbar altern. Der 1. Oktober ist der Tag der älteren Menschen. Zeit, ihre Leistungen zu würdigen und daran zu denken, welchen Gewinn sie für das gesellschaftliche Zusammenleben bringen. Aber auch Zeit, um aufzuzeigen, wie ein selbstbestimmtes Wohnen im Alter möglich ist und wie eine gute medizinische Versorgung der älteren Menschen aussehen sollte.

„Ambient Assisted Living“ (AAL) – Hightech-Management im Haushalt

Ein Problem im Alter ist beispielsweise zunehmende Vergesslichkeit. Dann ist’s schnell passiert: eine vergessene Herdplatte und das ganze Haus kann abbrennen. Eine automatische Herdabschaltung kann das verhindern. Sie gehört in den Bereich „Ambient Assisted Living“ (AAL). Hinter dem Begriff AAL verbergen sich „Altersgerechte Assistenzsysteme für ein gesundes und unabhängiges Leben“. Ziel ist es, durch die Anwendung neuer Produkte und Dienstleistungen die Lebensqualität der Menschen in allen Lebensabschnitten, vor allem im Alter, zu erhöhen. Dies kann beispielsweise mithilfe von Kommunikations- und Notrufsystemen, Techniken zur Mobilisierung von Personen, Systemen für alltägliche Sicherheit (automatische Herdabschaltung, Brandmelder) oder Techniken zur Unterstützung bei schweren körperlichen Tätigkeiten (z. B. Heben, Umlagern) erreicht werden. AAL ist ein Wachstumsmarkt. Er profitiert vom zunehmenden Anteil älterer Menschen in unserer Gesellschaft und ihrem Wunsch nach mehr Hilfe und Unterstützung in den eigenen vier Wänden. Denn: Wer möchte nicht bis ins hohe Alter weitgehend selbstbestimmt zu Hause leben?

Stufenfrei zum Arzt

Aber nicht nur die Erleichterungen im Haushalt tragen zu einem selbstbestimmten Leben im Alter bei. Ältere Menschen können länger in der eigenen Umgebung wohnen, wenn die ärztliche Versorgung barrierefrei verfügbar ist. Die Arzt-Auskunft der Stiftung Gesundheit führt seit mehr als 15 Jahren Patienten und Mediziner zusammen. In dem kostenlosen Service sind alle niedergelassenen Ärzte, Zahnärzte, Psychologische Psychotherapeuten und Kliniken verzeichnet –240.000 Ansprechpartner in ganz Deutschland. Neben der Suche nach Diagnose- und Therapieschwerpunkten können Patienten ebenso nach Komponenten der Barrierefreiheit filtern. Dies ist auch für ältere Menschen sehr interessant, da dort Praxen benannt werden, die beispielsweise stufenfrei zugänglich sind oder einen Fahrstuhl besitzen. Derzeit steht bei über 68.000 Arztpraxen mindestens eine Barrierefreiheitskomponente zur Verfügung. Besonders für ältere Menschen bietet die Arzt-Auskunft eine Möglichkeit, möglichst einfach und schnell einen passenden Mediziner zu finden, dessen Praxis zudem leicht zugänglich ist.

Und nun: Ad multos annos (auf viele Jahre)!

(Bildnachweis: M.E. / pixelio.de)

von Sebastian Kaltofen, 1. Oktober 2013

Redaktion

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