Stangerbad

Was ist ein Stangerbad?

Ein Stangerbad ist ein medizinisches physiotherapeutisches Gerät, das galvanische und hydraulische Wirkungen kombiniert. Man setzt es zur komplexen Behandlung vieler Krankheiten ein. Durch das Gewebe des Körpers fließt dabei ein Gleichstrom, in dem bestimmte physikalische und chemische Veränderungen auftreten.

Hydro-galvanische Eingriffe werden von Patienten wesentlich komfortabler empfunden als die klassische Elektrotherapie mit Elektroden direkt am Körper. Dies ist besonders wichtig bei Eingriffen bei älteren Patienten oder bei Patienten, deren Haut eine erhöhte Empfindlichkeit aufweist.

Wie wird die Stangerbad-Therapie durchgeführt?

Abhängig vom Zweck und den Konstruktionsmerkmalen können Stangerbäder allgemein sein, wenn der gesamte Körper des Patienten in Wasser eingetaucht ist, und lokal, wenn die Wirkung auf einen bestimmten Körperteil, meistens auf Gliedmaßen, erfolgt. Die Handbäder sind drehbar und lassen sich horizontal verstellen. Diese Lösung berücksichtigt die Proportionen des Körpers des Patienten. Jedes Stangerbad enthält zwei Elektroden, mit denen man unabhängig voneinander Eingriffe vornehmen kann.

Der Patient wird in ein Bad mit einer Wassertemperatur von 34 Grad Celsius gebracht. Gleichzeitig fließen Niederspannungsströme durch seinen Körper, die zum besseren Eindringen von im Wasser enthaltenen Nutzstoffen beitragen.

Während der Stangerbad-Therapie kann der Patient ein leichtes Brennen und Kribbeln unter den Elektroden verspüren. Durch die Reizung der Nervenenden gelangen Nervenimpulse in das Zentralnervensystem. Dies trägt zur Entstehung allgemeiner und lokaler Reaktionen des Körpers bei.

Was sind medizinische Anzeigen für die Stangerbad-Therapie?

Die Verwendung von der Stangerbad-Therapie ist bei trophischen Störungen, Läsionen des peripheren Nervensystems (Entzündung der Skelettmuskulatur, Nervenentzündung), Hypotonie (niedriger Blutdruck), Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts und anderen Beschwerden angezeigt. Andere Indikationen sind:

  • Schmerzen, vorübergehende Lähmungen, Probleme der Wirbelsäule und des Rückens, verminderte oder erhöhte Reizbarkeit der Gliedmaßen;
  • chronische Erkrankungen des Bewegungsapparates, Gelenkprobleme an Armen und Beinen, Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen;
  • Genesung von Verletzungen der Extremitäten, der Lendenwirbelsäule, der Muskeln oder von Bänderrissen

Welche Kontraindikationen gibt es?

Kontraindikationen für eine Stangerbad-Therapie umfassen in erster Linie die individuelle Unverträglichkeit des Patienten gegenüber Strömung, Schwangerschaft, Vorhandensein von Tumoren verschiedener Lokalisationen, akuten entzündlichen und eitrigen Prozessen sowie systemischen Blutkrankheiten und Vergiftungen.

Diese Behandlungsform sollte nicht angewendet werden, wenn der Patient an den Elektrodenanwendungsstellen eine Beeinträchtigung der Hautintegrität aufweist.

Die Stangerbad-Therapie ist auch bei Hautkrankheiten üblicher Art, beispielsweise Ekzemen und Dermatitis, kontraindiziert. Sie ist nicht bei Patienten anwendbar, die an schwerer Kachexie, einem völligen Verlust der Schmerzempfindlichkeit, ausgeprägter Atherosklerose (die Verengung von Arterien) und anderen Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems im Stadium der Dekompensation leiden.

 

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