Spina bifida

Was ist Spina bifida?

Spina bifida (Bruch der Wirbelsäule) ist eine angeborene Pathologie, die durch eine Unterentwicklung der Wirbel entsteht. Dadurch bildet sich ein Defekt an den Wänden des Wirbelkanals. Das kann zum Bruch des Rückenmarks führen. Am häufigsten tritt das Problem in der lumbosakralen Wirbelsäule, d. h. zwischen Lendenwirbelsäule und Kreuzbein, auf.

Warum entsteht diese Pathologie?

Die Krankheit entwickelt sich in der dritten Woche der Schwangerschaft. Zu den Faktoren, die die Entwicklung von Anomalien auslösen, gehören:

  • erbliche Faktoren;
  • intrauterine Infektionen (Röteln usw.);
  • unkontrollierter Gebrauch von Medikamenten;
  • unzureichende Menge an Folsäure im Körper einer schwangeren Frau;
  • Drogenabhängigkeit und Alkoholismus einer schwangeren Frau.

Welche Formen von Spina bifida gibt es?

Die Krankheit hat unterschiedliche Erscheinungsformen. Der Schweregrad der Anomalie und weitere Komplikationen sind von deren Typ abhängig:

  • Die latente Form von Spina bifida ist die mildeste Form und führt zu einer leichten Trennung oder zur einem Bruch in einem oder mehreren Wirbeln. Manchmal sind Anzeichen auf der Haut eines Neugeborenen über dem Defekt sichtbar.
  • Bei der Meningozele ragen die Schutzmembranen um das Rückenmark durch eine Öffnung im Wirbel hinaus und bilden einen mit Flüssigkeit gefüllten Bruchsack, der kein Rückenmark enthält. Somit sind Nervenschäden weniger wahrscheinlich, obwohl spätere Komplikationen möglich sind.
  • Die Myelomeningozele ist die schwerste Form der Störung. In diesem Fall ist der Wirbelkanal entlang mehrerer Wirbel im unteren oder mittleren Rücken offen. Die Membranen und Spinalnerven ragen bei der Geburt hinaus und bilden einen Sack auf dem Rücken des Babys. Dadurch werden Gewebe und Nerven freigelegt. Das Baby wird anfällig für lebensbedrohliche Infektionen.

Welche Folgeschäden gibt es?

Die Hauptkomplikationen von Spina bifida sind:

  • Beweglichkeitsstörungen;
  • orthopädische Komplikationen: aufgrund von Muskelschwäche haben Kinder mit Myelomeningozele verschiedene Probleme mit Beinen und Wirbelsäule;
  • Funktionsstörung des Darms und der Blase;
  • Flüssigkeitsansammlung im Gehirn.

Wie wird Spina bifida behandelt?

Die Behandlung von Spina bifida hängt vom Schwergrad der Erkrankung ab. Bei latenter Form von Spina bifida ist oft überhaupt keine Behandlung erforderlich.

Eine Operation vor der Geburt wird bis zur 26. Schwangerschaftswoche durchgeführt. Chirurgen entfernen hierbei die Gebärmutter, öffnen sie und stellen das Rückenmark des Kindes wieder her. Kinder mit Spina bifida, die vor der Geburt operiert wurden, sind möglicherweise weniger behindert und benötigen kaum Krücken oder andere Gehhilfen.

Ein chirurgischer Eingriff ist zudem nach der Geburt möglich. Während der Operation, die von einem Neurochirurg durchgeführt wird, wird ein Schnitt in den Bruchsack gemacht, das Rückenmark wird eingestellt und der kosmetische Defekt der Wirbel wird beseitigt.

In der postoperativen Phase können Infektionen auftreten, die den Heilungsprozess verlangsamen. Daher verordnet der Arzt dem Kind eine antibakterielle Therapie. In der späten postoperativen Phase werden Massagen und Physiotherapieübungen durchgeführt.

 

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