Sonnenschutz - Photo by RawFilm on Unsplash

Sonne mit Wonne – Tipps für den Sonnenschutz

Endlich Sommer, endlich Sonne! Nach dem langen Winter und dem wechselhaften Frühling sehnen sich viele nach unbeschwerten Tagen voller Licht und Wärme. In der Sonne liegen, am Strand spazieren oder auch Fahrradtouren unternehmen – die Aktivitäten verlagern sich wieder nach draußen. Dabei sollte die Kraft der Sonne jedoch niemals unterschätzt werden. Denn die Haut verbrennt sogar bei bewölktem Himmel, vor allem in tropischen Gefilden oder im Gebirge. So lästig das Eincremen auch sein mag – es ist wichtig, um die Haut vor Sonnenbrand zu schützen. Besonders gefährdet ist die Haut von Kindern.

Wie oft muss ich mich eincremen?

Grundsätzlich lautet die Devise: lieber zu oft als zu selten und lieber zu viel als zu wenig eincremen und im Zweifel einen höheren Lichtschutzfaktor (LSF) wählen. Experten empfehlen mindestens LSF 20 für Erwachsene und LSF 30 für Kinder. Wer lange in der Sonne bleibt, sollte regelmäßig nachcremen – spätestens alle zwei Stunden, bei starkem Schwitzen sogar häufiger und nach jedem Bad sowieso. Denn auch wasserfeste Sonnencreme wird spätestens beim Abtrocknen weggerubbelt. Auf das Abtrocknen einfach zu verzichten, ist keine empfehlenswerte Strategie, denn die Wassertropfen verstärken die Wirkung der Sonnenstrahlen wie ein Brennglas.

Welche Eigenschutzzeit hat meine Haut?

Die persönliche Sonnenschutzzeit kann man berechnen: Eigenschutzzeit der Haut (von 10 bis 90 Minuten je nach Hauttyp) mal LSF. Menschen mit sehr empfindlicher Haut (Hauttyp 1: 10 Minuten Eigenschutzzeit) können mit LSF 10 also maximal 100 Minuten die Sonne genießen, bevor sich ihre Haut zu röten beginnt. Regelmäßiges Nachcremen ist wichtig, um die Schutzwirkung zu erhalten, verlängert aber nicht die Schutzzeit! Inzwischen gibt es auch Apps, die bei der Bestimmung der persönlichen Schutzzeit unter den gerade herrschenden Bedingungen helfen, zum Beispiel der UV-Check des Berufsverbands Deutscher Dermatologen e.V.

Babys und Kinder sind deutlich empfindlicher

Da Kinderhaut dünner ist und weniger Melanin (organischer Farbstoff) produziert, sind Babys und Kleinkinder extrem empfindlich und bekommen schneller einen Sonnenbrand als Erwachsene. Daher ist lange Kleidung empfehlenswert, besonders spezielle UV-Kleidung. Diese ist luftig und schützt die Haut vor dem schädlichen untravioletten Anteil des Sonnenlichts. Zusätzlich sollten die Eltern das Gesicht gewissenhaft mit hohem LSF eincremen. Achtung: Babys unter einem Jahr sollten möglichst überhaupt nicht in der direkten Sonne spielen – zumal ihre Haut noch kein Sonnenschutzmittel verträgt. Ab etwa vier Jahren wird die Haut widerstandsfähiger. Erst mit zwölf bis 15 Jahren verträgt sie so viel Sonne wie die Haut eines Erwachsenen. Dennoch gilt für alle: Mittagshitze von 12 bis 15 Uhr meiden.

Verursacht Sonnenbrand Hautkrebs?

Sonnencreme am Strand
Auch beim Eincremen gibt es einiges zu beachten. Besonders nach einem Bad im Meer sollte neu eingecremt werden, da auch wasserfester Sonnenschutz beim Abtrocknen im Handtuch landet.

Sonnenbrände im Kindesalter verderben nicht nur kostbare Urlaubstage, sie können auch Langzeitfolgen haben. Denn sie erhöhen das Risiko, später an Hautkrebs zu erkranken. „Treffen zu viele UV-Strahlen auf die Hautzellen, wird deren DNA geschädigt – vor allem vor der Pubertät, wenn die DNA noch sehr empfindlich ist“, erläutert Dermatologe Dr. Johannes Müller-Steinmann vom Hautarzt-Zentrum Kiel. „Diese Schäden begünstigen ein unkontrolliertes Zellwachstum und Krebs kann entstehen – meist ca. 20 bis 30 Jahre nach der Schädigung der Zellen.“

In Deutschland erkranken laut der Deutschen Krebshilfe über 290.000 Menschen jährlich neu an Hautkrebs, davon 20.000 am aggressiven ‚schwarzen Hautkrebs‘. Dr. Müller-Steinmann: „Dieser Hautkrebs kann Metastasen in Lymphknoten und inneren Organen bilden und ist schwer zu behandeln, wenn er lange unentdeckt bleibt.“ Der helle oder weiße Hautkrebs streut dagegen selten, muss aber gleichwohl operiert werden. „Besonders für Menschen, die als Kind viel in der Sonne waren, ist es wichtig, sich regelmäßig auf Anzeichen für Hautkrebs checken zu lassen“, empfiehlt der Hautarzt.

Das wissen auch die Krankenkassen: Gesetzlich Krankenversicherte ab 35 Jahren haben alle zwei Jahre den Anspruch auf eine Vorsorgeuntersuchung.

Einen Dermatologen für die Vorsorgeuntersuchung in Ihrer Nähe finden Sie über die Arzt-Auskunft der Stiftung Gesundheit: Bei der Arztsuche können Sie auch spezielle Suchkriterien eingeben, beispielsweise falls Sie einen rollstuhlgerechten Zugang zur Praxis benötigen oder einen Arzt, der Abendsprechstunden anbietet.