Sjögren-Larsson-Syndrom

Was ist das Sjögren-Larsson-Syndrom?

Das Sjögren-Larsson-Syndrom ist eine seltene neurokutane Erkrankung, die durch einen angeborenen Fehler des Lipidstoffwechsels verursacht wird und durch kongenitale Ichthyose, geistige Behinderung und Spastizität gekennzeichnet ist.

Welche klinischen Merkmale treten auf?

Klinische Merkmale entwickeln sich in der Perinatal- und Laktationsperiode. Die Patienten sind oft verfrüht. Die Hyperkeratose tritt in der Regel bei der Geburt auf und entwickelt sich zu einer weit verbreiteten Ichthyose, die vor allem in den Bereichen der Beugung, des Halses, des Rumpfes und der Gliedmaßen auftritt. Juckreiz ist ein markanter Befund beim Sjögren-Larsson-Syndrom.

Erythematische Dermatitis ist oft schon bei der Geburt vorhanden und neigt dazu, mit zunehmendem Alter zu verschwinden. Neurologische Anzeichen treten während der ersten zwei Lebensjahre auf und bestehen aus dem verzögerten Erreichen motorischer Entwicklungsmeilensteine, die durch eine spastische Diplegie oder, viel seltener, eine spastische Tetraplegie verursacht werden. Etwa die Hälfte der Patienten kann nicht laufen, und etwa 40 Prozent erleiden Anfälle.

Die intellektuelle Behinderung reicht von leicht bis schwer, obwohl ausnahmsweise auch Patienten mit normaler intellektueller Kapazität beschrieben wurden. Sprachverzögerung und Dysarthrie sind häufig. Eine ophthalmologische Beteiligung, die durch retinale kristalline Einschlüsse (sogenannte helle weiße Flecken) um die Lochfraßstelle herum gekennzeichnet ist, liegt häufig vor. Photophobie und Myopie sind häufig.

Wie diagnostiziert man das Sjögren-Larsson-Syndrom?

Die Diagnose erfolgt auf der Grundlage klinischer Merkmale und der Messung der FALDH- oder Fettalkohol-Oxidoreduktase (FAO)-Aktivität in kultivierten Fibroblasten aus Hautbiopsien. Die DNA-basierte Diagnose ist durch die direkte Sequenzierung des ALDH3A2-Gens und die Identifizierung pathogener Mutationen möglich.

In der frühen Laktation, vor dem Ausbruch der Spastik, umfasst die Differentialdiagnose auch andere Formen der kongenitalen Ichthyose, wie die lamellare Ichthyose und das kongenitale Erythroderma.

Eine Pränataldiagnose ist möglich durch biochemische oder molekulare Analyse von Amniozyten oder Chorionzottenzellen. Genetische Beratung sollte Personen angeboten werden, die Träger einer kausalen Mutation sind, und man sollte sie darüber informieren, dass das Risiko der Übertragung des Syndroms auf ihre Nachkommen 25 Prozent beträgt.

Management und Behandlung der Erkrankung

Das Krankheitsmanagement sollte multidisziplinär sein, einschließlich Neurologen, Dermatologen, Augenärzte, Orthopäden und Physiotherapeuten. Die Behandlung der Ichthyose besteht in der topischen Anwendung von feuchtigkeitsspendenden Cremes und keratolytischen Mitteln oder in der Anwendung von systemischen Retinoiden.

Krampfanfälle sprechen gewöhnlich auf krampflösende Medikamente an, und Spastizität wird durch Botulinumtoxin-Injektionen oder durch chirurgische Eingriffe gelindert. Eine spezielle Diät mit mittelkettigen Fettsäurepräparaten kann die Ichthyose verbessern, obwohl ihre Auswirkungen begrenzt sind.

Patienten überleben in der Regel bis ins Erwachsenenalter, obwohl sie lebenslange Pflege benötigen. Neurologische Befunde oder geistige Behinderung schreiten nach der Pubertät nur minimal voran. Patienten mit frühen Symptomen sind tendenziell stärker betroffen.

 

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