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Schnupfen

Wenn die Nase läuft

Ein Schnupfen kündigt sich durch die typisch laufende Nase an. Mit dieser erhöhten Produktion von flüssigem Sekret versucht der Körper, die angreifenden Viren loszuwerden, indem er sie einfach „ausschwemmt“, ehe sie sich richtig ansiedeln können. Später wird das Sekret häufig zähflüssig und verursacht eine „verstopfte“ Nase sowie die damit verbundenen Probleme beim Luftholen.

Was kann ich gegen eine Schniefnase tun?

„Unbehandelt dauert ein Schnupfen zwei Wochen, mit Hilfe des Arztes vierzehn Tage“ – in diesem Spruch steckt viel Wahres. Tatsächlich lässt sich die Dauer eines Schnupfens kaum beeinflussen. Doch es gibt viele Mittel, mit denen man in dieser Zeit zumindest die lästigen Beschwerden lindern kann.

Grundsätzlich gilt: viel Ruhe und keine körperliche Anstrengung, denn der Körper braucht viel Kraft, um mit den Viren fertigzuwerden. Halten Sie sich warm, trinken Sie viel und gönnen Sie sich ruhig eine Extraportion Vitamin C – wenn Ihr Körper es irgendwann braucht, dann wahrscheinlich jetzt.

Um die laufende Nase zu beruhigen, gibt es verschiedene Mittel. Das bekannteste ist das Kamillendampfbad, das entweder mit Schüssel und Handtuch wie zu Omas Zeiten oder mit einem speziellen Inhalator aus der Apotheke durchgeführt werden kann. Dafür übergießt man eine Handvoll Kamillenblüten mit heißem Wasser und inhaliert anschließend den Dampf tief ein. Aber Vorsicht: Anfangs können die entstehenden Dämpfe sehr heiß sein, also verbrühen Sie sich nicht!

Auch Heilpflanzenöl macht die Nase frei und lässt Sie wieder durchatmen. Sie können es zum Inhalieren verwenden, ein wenig davon auf die Oberlippe tupfen oder einfach ein paar Tropfen auf ein Tuch geben und es über die Heizung hängen. Auf ähnliche Art und Weise funktionieren Aromalampen: Dort befindet sich über einem Teelicht eine Verdampferschale befindet, in die ein wenig Wasser sowie ätherische Öle gegeben werden. Durch die Wärme verdunsten die Dämpfe und verteilen sich im ganzen Raum. Bei Schnupfen eignen sich vor allem Eukalyptus und Minze.

Die Viren bekämpfen: Nasendusche bei Schnupfen

Eine weitere wirksame Methode, um die Nase zu befreien, ist die Kochsalzspülung. Dafür benötigen Sie eine Nasendusche aus der Apotheke oder der Drogerie. Bereiten Sie die Kochsalzlösung nach Anleitung zu (es gibt kleine Portionstütchen mit der richtigen Menge Salz). Lassen Sie dann die Flüssigkeit durch Ihre Nase laufen. Zugegebener Maßen erfordert diese Anwendung etwas Übung und Gewohnheit – aber es ist eine der effektivsten Methoden, um Krankheitserreger aus der Nase zu spülen und Nasennebenhöhlenentzündungen vorzubeugen.

Wenn nichts mehr hilft: Nasenspray

Abschwellende Nasentropfen oder Sprays, die die verstopfte Nase befreien, sind eigentlich als Notlösung gedacht. Beispielsweise wenn Sie einen wichtigen Termin haben, den Sie nicht verschieben können oder nachts kein Auge zu bekommen, weil Sie keine Luft bekommen. Nasentropfen/-sprays sollten auf keinen Fall länger als eine Woche angewendet werden. Sonst kann es passieren, dass die Schleimhäute nach dem Absetzen des Mittels sogar stärker anschwellen als zuvor. Über längere Zeit eingenommen kann die Schleimhaut stark geschädigt werden.

Mögliche Begleiterscheinung: Nasenbluten

Nasenbluten entsteht durch eine Verletzung der feinen Blutgefäße der Nasenschleimhaut. Diese Verletzungen können beispielsweise durch trockene Luft oder zu starkes Schnäuzen hervorgerufen werden.

Abhilfe schafft meist das altes Hausmittel: Kopf nach vorne, Nase zudrücken und einen kalten Waschlappen ins Genick. Die Kälte bewirkt, dass sich die Blutgefäße im Kopf zusammenziehen und hilft so, die Blutung zu stoppen. Ist die Blutung gestoppt, so sollten Sie sich mehrere Stunden lang möglichst wenig schnäuzen, damit die Verletzung verheilen kann.

Manchmal kommt es vor, dass ein und dasselbe Blugefäss immer und immer wieder platzt und ständig Nasenbluten verursacht. In einem solchen Fall kann man das betreffende Gefäß veröden lassen. Fragen Sie am besten Ihren Arzt um Rat.

Wann mit Schnupfen zum Arzt?

Wenn der Schnupfen länger als zehn Tage dauert oder andere Beschwerden wie beispielsweise Fieber oder Ohrenschmerzen hinzukommen.

 

Autor
Dr. med. Ulrike Stebner

 

Bildnachweis: nastya_gepp | pixabay

 

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