Junge, Fenster, Regen

Schlafstörungen bei Kindern

Neben den bisher beschriebenen Einschlaf- und Durchschlafproblemen, die auf erlernten, ungünstigen Verhaltensweisen beruhen, gibt es noch eine Reihe von Phänomenen und Krankheitsbildern, die eine erholsame Nachtruhe verhindern. Zwar können sie auch Kinder vor dem zweiten Lebensjahr betreffen, meistens aber treten sie erst nach dem zweiten Geburtstag auf. Die drei wichtigsten Phänomene aus dieser Gruppe sind Alpträume, und Schlafwandeln.

Was sind Schlafstörungen bei (Klein-)Kindern?

Schlafstörungen bei Kindern treten bei jedem vierten Kind auf. Am häufigsten sind dies Parasomnie (verschiedene Phänomene, die während des Schlafes auftreten: Bruxismus (Zähneknirschen), nächtliche Enuresis (Bettnässen / Einnässen), Schlafwandeln, nächtliche Ängste, Alpträume, rhythmische Bewegungsstörung) und Schlaflosigkeit (Störungen der Einleitung und Aufrechterhaltung des Schlafes).

Es besteht eine erbliche Veranlagung zu Schlafstörungen. Hervorgerufen werden sie beispielsweise durch Stresssituationen, Fieber, Schlafmangel während des Tages, aktive Spiele vor dem Schlafengehen, übermäßige Eindrücke und gestörte Schlafhygiene.

Welche Schlafstörungen entstehen bei Kleinkindern?

Alpträume sind schreckliche, bedrückende Träume. Träume werden von Kindern sehr lebendig wahrgenommen. Sehr oft wiederholen sich die gleichen oder die ursprünglichen Themen der Alpträume. Beim Aufwachen tritt schnell ein Übergang zu einem normalen Wachzustand ein und die Orientierung wird vollständig wiederhergestellt. Die Ursachen nächtlicher Ängste sind unbekannt, aber es gibt indirekte Hinweise darauf, dass Sauerstoffmangel im Schlaf oder die Unfähigkeit, die Mundatmung in die Nasenatmung umzuwandeln, hier eine Rolle spielen können. In diesem Fall sollte der behandelnde Kinderarzt das Kind zur Untersuchung an einen HNO-Arzt überwiesen, um das Vorhandensein von Polypen auszuschließen. Ihre Entfernung hat in den meisten Fällen bei nächtlichen Ängsten einen positiven Effekt.

Beim Somnambulismus (Schlafwandeln) erhebt sich das Kind und geht in einem Traum von einigen Minuten bis zu einer halben Stunde. Dies geschieht normalerweise eine halbe bis drei Stunden nach dem Einschlafen. Es ist sehr schwierig, ein solches Kind zu wecken. Es hat einen abwesenden, intensiven Gesichtsausdruck. Das Kind reagiert nicht gut auf den Versuch, ihn irgendwie zu erregen oder mit ihm zu sprechen. Wie beim nächtlichen Angstsyndrom erinnert sich ein Kind beim Aufwachen an nichts am Morgen. Erfolgt das Erwachen unmittelbar nach dem Anfall, kann der Betroffene verwirrt und schlecht orientiert sein. Das Problem tritt häufig zwischen sechs und 12 Jahren auf.

In den meisten Fällen hört der Alptraum mit 15 Jahren spontan auf. Die Ursache für dieses Problem kann die Unreife des Zentralnervensystems sein. Anfälle von Somnambulismus sowie nächtliche Ängste nehmen unter Stress zu. Daher sollten die Eltern solcher Kinder alles tun, um eine stressige Situation um das Kind herum zu meiden.

Weitere kindliche Schlafstörungen: Nachtangst

Ein Kind, das unter Nachtangst leidet, schreckt aus der Tiefschlafphase auf, aus dem Non-REM-Schlaf, in dem nicht geträumt wird. Nachtangst ereilt Kinder am häufigsten im ersten Teil der Nacht, oft noch bevor die Eltern ins Bett gehen. Schreckt es hoch, ist es nicht richtig wach, verwirrt und nicht orientiert. Die Atmung geht heftig und schnell, der Puls rast, das Kind schwitzt und wirkt zumeist verschreckt und ängstlich. Auf Nachfrage wird man keine Antwort bekommen.

Normalerweise schlafen die Kinder innerhalb von Minuten wieder ein, ohne die Eltern überhaupt wahrgenommen zu haben. Am nächsten Morgen können sie sich nicht an die nächtliche Attacke erinnern.

Möglicherweise liegen der Nachtangst ähnliche Ursachen zugrunde wie Alpträumen. Meist aber läßt sich kein nennenswerter Konflikt erkennen. In der Regel hören die Episoden der Nachtangst ohne Therapie bald von selbst auf. Dauert das Problem über mehrere Wochen an, sollte man aber dem Kinderarzt davon berichten. Kinder, die an Nachtangst leiden, schlafwandeln später häufig.

Wie können Ärzte Schlafstörungen bei Kindern behandeln?

Die Behandlung von Schlafstörungen bei Kindern hat ihre eigenen Besonderheiten. Schlafstörungen – wie Weckstörungen, einzelne und seltene Träume, seltene nächtliche Ängste und Alpträume – bedürfen keiner Behandlung. Eine Behandlung ist nur in den Fällen erforderlich, in denen diese Störungen häufig und regelmäßig auftreten.

Besonderen Wert bei der Behandlung legen Experten auf verschiedene Formen der Psychotherapie, Entspannungstherapie, Autogenem Training sowie auf ein geregeltes Tagesregime, gegebenenfalls den Einsatz von Beruhigungsmitteln und Antidepressiva (Medikamente zur Linderung der geistigen Erregung).

 

Bildnachweis: Free-Photos | pixabay

 

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