Schlaf

Der Tag-Nacht-Rhythmus regelt unseren Schlaf

Alle Lebewesen unterliegen dem von der Sonne gesetzten Tag-Nacht-Rhythmus. Beim Menschen regeln Hormone den entsprechenden Zyklus von Wachzustand und Schlaf. Dieser entspricht in etwa den Hell- und Dunkelphasen der Natur.

Die Einrichtung dieser inneren Uhr erscheint recht festgefügt: der Rhythmus der Hormonausschüttung lässt sich bei Tieren auch nach monatelanger Umkehr von Hell- und Dunkelzeiten nicht verändern. Morgens, wenn die Sonne aufgeht, werden die Aktivitätshormone ausgeschüttet.

Das bedeutet, uns alle – auch die Babys – hat die Natur darauf eingerichtet, nachts zu schlafen. Deshalb ist Nachtarbeit auch so unnatürlich und bringt besondere körperliche wie seelische Belastungen mit sich.

Die Schlafstadien

Schlaf, als Ausgleich zum Wachsein, ist nicht ein kontinuierlicher Zustand der Bewusstlosigkeit, sondern ein Zyklus von verschiedenen Schlafstadien. Gehirnstromaufzeichnungen (EEG: Elektroenzephalogramm) und andere Messtechniken haben gezeigt, dass Erwachsene beim Einschlafen aus dem Wachzustand in die sogenannte SEM-Phase (SEM: slow eye movement) übergehen. Dies ist eine Phase der langsamen Augenbewegungen. Dann folgen Phasen – orthodoxer Schlaf genannt – in vier unterschiedlichen Ebenen der Schlaftiefe. In der tiefsten dieser Phasen erholt man sich offenbar am besten. Diesem orthodoxen Schlaf schließt sich dann leichterer Schlaf an, der sogenannte REM-Schlaf (REM: rapid eye movement) mit schnellen Augenbewegungen, erhöhter Herz – und Atemfrequenz. Dies ist die Phase, in der wir träumen. Am Ende dieser Traumphase nähert man sich oft wieder kurz einem relativ wachen Zustand, in dem man zum Beispiel die Bettdecke wieder zurechtziehen kann oder wahrnimmt, dass der Regen immer noch gegen die Scheiben prasselt. Danach geht es erneut in die Stadien des orthodoxen Schlafes, auch Non-REM-Schlaf genannt, bis zum Tiefschlaf und daraufhin wieder in die Träume des REM-Schlafes.

Ein Erwachsener durchläuft diesen Zyklus durchschnittlich fünf- bis sechsmal pro Nacht. Vom Wachzustand bis zum Tiefschlaf vergehen etwa 30 bis 40 Minuten. Während der Tiefschlaf im ersten Zyklus bis zu einer Stunde dauern kann, verkürzt sich diese Zeit im letzten Zyklus auf wenige Minuten. Die Träume dagegen zeigen die gegenläufige Tendenz: Die Länge der Traumphasen steigt im Verlauf der Nacht von etwa zehn Minuten auf fast eine Stunde an.

Kinder schlafen anders

Bei Neugeborenen verlaufen diese Phasen ein bisschen anders: Es vergeht weniger als eine Stunde zwischen den einzelnen Schlafzyklen. Außerdem hat jeder einzelne Zyklus auch eine definitive Wachphase.

Auch Kinder im Krabbelalter haben noch diese Wachphasen, während der sie sich, entweder leise aufsetzen, herumgucken, kurz mit einem Spielzeug spielen und dann ruhig wieder in den nächsten Schlafzyklus eintauchen oder aber dieses Wachsein beängstigend oder langweilig finden. Dann liegt es nahe, lauthals nach den Eltern zu rufen, um Unterhaltung, ein Getränk oder die gewohnten Schmuseeinheiten einzufordern.

Studien mit versteckten Videokameras haben bewiesen, dass alle Kleinkinder diese Wachphasen mit teilweise ausgeprägten Aktivitäten haben. Auch wenn die betreffenden Eltern Stein und Bein geschworen hätten, dass ihre Kinder die gesamte Nacht über tief und fest geschlafen hätten.

Aber es gibt noch weitere Unterschiede im Schlafverhalten Erwachsener einerseits und Neugeborenen bis zu Kindern im Vorschulalter andererseits: Die Junioren schalten sehr viel langsamer von Schlaf auf Wachsein um. Wenn das Gehirn eines Kleinkindes schließlich langsam aus dem Schlaf in den nächsten Bewusstseinszustand übergeht, dann ist das Erwachen – und vermutlich vor allem die Umgebung – eine Art Schock. Das kann verständlicherweise Kummer und Tränen auslösen.

Hier erfahren Sie mehr zu Schlafstörungen bei Kindern.

 

Autoren

Sabine und Mogens Poppe

 

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