Riesenzellarteriitis

Was ist Riesenzellarteriitis?

Die Riesenzellarteriitis (RZA) ist eine entzündliche Läsion mit einem Autoimmunentwicklungsmechanismus, die auf die vorherrschende Läsion großer und mittlerer intra- und extrakranieller Gefäße zurückzuführen ist. Betroffen sind vor allem große und mittlere Arterien: In ihrer Wand findet ein Entzündungsprozess statt, es kommt zu einer abnormalen (veränderten) Zellansammlung – Riesenzellen. Arteriolen und Kapillaren beeinflussen diese Krankheit nicht.

Wodurch entsteht eine Riesenzellarteriitis?

Die genauen Ursachen der Krankheit sind noch nicht geklärt. Es wird jedoch angenommen, dass Influenza, Herpes und Hepatitis-Viren die Krankheit auslösen können. Die genetische Veranlagung des Individuums kann ebenfalls einen Effekt haben. Frauen leiden dreimal häufiger an dieser Krankheit als Männer. Bei Patienten unter 50 Jahren ist die Krankheit äußerst selten. Meistens leiden bei dieser Pathologie die Augen-, Schläfen- und Wirbelarterien.

Welche Symptome manifestieren sich?

Häufige symptomatische Manifestationen sind:

  • starke Kopfschmerzen, Fieber;
  • kritisch reduziertes Körpergewicht;
  • verschiedene Arten von Schlafstörungen;
  • allgemeine Schwäche, erhöhte Müdigkeit;
  • Arthralgie (Gelenkschmerzen), Muskelschmerzen;
  • verminderte Sehschärfe, doppeltes Sehen in den Augen;
  • Schmerzen in den Augen.

Gefäßstörungen werden durch das Auftreten von Verdichtung und Schmerzen beim Abtasten der Parietal- und Temporalarterien sowie durch das Fehlen ihres Pulsierens verursacht. Beim Sondieren der Kopfhaut können knotige Formationen feststellbar sein. Manchmal lassen sich bei der Untersuchung eines Patienten Schwellungen und Rötungen der Haut im Schläfenbereich feststellen.

Was umfasst die Behandlung der Riesenzellarteriitis?

Um eine Diagnose zu stellen, benötigt der Patient eine klinische Blutuntersuchung, eine neurologische Untersuchung, eine Doppler-Sonographie von extrakraniellen Gefäßen und Augengefäßen sowie eine Computertomographie (CT). Zudem erfolgen eine Magnetresonanztomographie des Gehirns und eine Angiographie der Gehirngefäße.

Ziel der Therapie ist es, die Fehlfunktion des Immunsystems zu stoppen, die zu einer Schädigung der Blutgefäße führt. Die Behandlung der Riesenzellarteriitis basiert auf der Verwendung hoher Dosen von Kortikosteroiden (Steroidhormone, die von der Nebennierenrinde produziert werden). Der Patient sollte Kortikosteroiden mindestens zwei Jahre lang einnehmen.

Wenn die Behandlung mit Kortikosteroiden nicht das erwartete Ergebnis bringt oder der Patient schwerwiegende Nebenwirkungen hat, kann der Arzt Zytostatika (Antitumormittel) verschreiben, die das Zellwachstum blockieren oder verlangsamen. Die Krankheitssymptome behandelt man mit entzündungshemmenden, gefäßerweiternden Medikamenten und Antikoagulantien (verlangsamen die Blutgerinnung).

 

Finden Sie den passenden Arzt für Ihre Fragen rund um

Autoimmunerkrankungen
Innere Medizin und Angiologie