Reizstrombehandlung

Was ist die Reizstrombehandlung?

Die Reizstrombehandlung zählt zu den Methoden der Elektrotherapie. Die Anwendung von Niederspannungsstrom stimuliert Muskelkontraktionen und lindert Schmerzen, die die Nervenenden beeinträchtigen. Daraus resultieren eine Muskelentspannung sowie eine Verbesserung der lokalen Durchblutung.

Unter der Reizstrombehandlung versteht man die Verwendung von Impulsströmen zur restaurativen Behandlung von Geweben, Organen und Systemen, insbesondere von Nerven und Muskeln, die infolge von Krankheit oder Verletzung ihre normale Funktion verloren haben.

Welche Indikationen gibt es für die Reizstrom-Therapie?

  • Prävention von Muskelatrophie (Muskelschwund)
  • Prävention von Phlebothrombose (verschließendes Blutgerinnsel in einer tiefen Vene) in der postoperativen Phase
  • Störungen der motorischen Funktion des Magens, des Darms, der Gallenwege, der Gebärmutter, des Harnleiters, der Blase
  • Störung der peripheren arteriellen und venösen Durchblutung und des Lymphflusses
  • Stimulation der Bauchwandmuskulatur zur Verbesserung der Atmung
  • Übergewicht (Stimulation der großen Muskeln der Oberschenkel und der Bauchdecke);
  • Funktionsstörung der Schließmuskeln usw.

Wie wird die Reizstrombehandlung durchgeführt?

Für den Eingriff legt sich der Patient hin oder setzt sich. Dann werden Elektroden in einer Schutzhülle an seinem Körper (Gesicht, Brust, Rücken, Bauch oder Gliedmaßen) angebracht. Der Eingriff ist schmerzfrei. Die Expositionsdauer und die Dauer des Therapieverlaufs hängen vom Zweck des Eingriffs ab. Durch Auswahl der erforderlichen Stromstärke, Frequenz und Dauer wird eine elektrische Stimulationssitzung durchgeführt. Nach dem Eingriff entfernt man die Elektroden und das Gel von der Haut.

Die Dauer eines Eingriffs ist auf höchstens 40 Minuten beschränkt. Ein Muskel oder Nerv sind maximal zwei bis drei Minuten lang zu stimulieren. Danach ist eine Pause von circa zehn Minuten erforderlich. Die elektrische Stimulation ist täglich oder mehrmals täglich durchführbar. Die Behandlung dauert zwischen zehn Tagen bis zu einem Monat.

Welche Gegenanzeigen gibt es für die Reizstrombehandlung?

  • erhöhte Körpertemperatur
  • akute Entzündungsprozesse
  • Blutungsneigung
  • thromboembolische Erkrankung (Lösung eines Blutgerinnsels, Gefäßverschluss)
  • Epilepsie
  • Dermatose (Hautkrankheiten)
  • Bluthochdruck
  • implantierter Herzschrittmacher
  • akute Periode des Myokardinfarkts
  • Knochenbrüche vor der Konsolidierung
  • Zustand nach der Naht eines Nerven-Sehnen-Gefäßes für drei Wochen nach der Operation
  • akute Periode ischämischer (schlecht bzw. nicht durchblutet) Gewebeschäden des Gehirns, des Herzens (Schlaganfall, Myokardinfarkt)
  • bösartige Neubildungen
  • schwere Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems (Herz-Kreislauf-Erkrankungen)
  • Sepsis (Blutvergiftung)
  • Hauterkrankungen am Ort der Stimulation.

 

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