Reizdarm: Verstopfung

Was bedeutet Verstopfung beim Reizdarm-Syndrom?

Die Symptome eines Reizdarm sind viel ähnlicher denen mit langandauernder Verstopfung als bei den meisten anderen Menschen. Betroffene empfinden, dass ihr Hauptsymptom Verstopfung ist. Dieses tritt entweder ständig oder periodisch auf. Außerdem werden sie vermutlich Schmerzen im Bauch haben: Um so mehr jemand verstopft ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass er oder sie Bauchschmerzen hat.

Wie äußert sich Verstopfung bei Reizdarm?

Einer der Hauptgründe für einen gereizten Darm ist eine Unregelmäßigkeit in der Geschwindigkeit, wie die Nahrung durch das Verdauungssystem wandert – zu langsam, und Sie bekommen Verstopfung, zu schnell, und Sie bekommen Durchfall.

Menschen mit Reizdarm beschreiben ihren Stuhlgang oft als „Hasenködel“ oder „kleiner, klumpriger Stuhl“ oder „faserig“ oder „hart und trocken“.

Die meisten Menschen haben etwa einen Stuhlgang pro Tag, einige alle 2 oder 3 Tage, einige einmal pro Woche. Als eine allgemeine Regel: Wenn Sie nicht öfter als etwa 2mal pro Tag und nicht weniger als etwa 2mal pro Woche Stuhlgang haben, dann ist das ganz normal. Vorausgesetzt, dass Sie ihn weich und gutgeformt, mühelos beweglich, ohne Schmerzen und Anstrengung ausscheiden.

Darmgewohnheiten sind konstant

Im Allgemeinen sollen Ihre Darmgewohnheiten das ganze Leben ziemlich konstant bleiben. Sie ändern sich nur, wenn sich Ihre Umwelt verändert hat, wie in den Ferien, oder wenn Sie andere Nahrung essen. Wenn Ihre Darmstruktur unverändert bleibt, ist es unwahrscheinlich, dass Sie eine Krankheit des Verdauungssystems haben. Aber wenn Sie mehr Verstopfung oder mehr Durchfall haben, und es nicht in Zusammenhang mit einem Wechsel in Ihrer Lebensart steht und dieser Wechsel einige Wochen anhält, könnte es eine gute Idee sein, zum Arzt zu gehen.

Warum ist Verstopfung bei Reizdarm schmerzhaft?

In einem gesunden Darm wird der Kot durch Peristaltik getrieben. Die Muskelwände des Darms arbeiten am besten, wenn sie Kot antreiben, der weich und massig ist. Dies hält die Muskelwände auf einem normalen Abstand auseinander. Nun, wenn der Kot klein und hart ist, muss der Darm stärker hineindrücken. In der Folge lässt es einen Druck im Darm entstehen und Schmerzen, wenn die Muskeln sich verkrampfen.

Wenn die Muskeln verkrampft sind, treibt es den Kot nicht länger in sanften Wellen in Richtung Rektum. Dafür verkrampft und entspannt er sich weiterhin, was häufig ziemlich starke Schmerzen verursachen kann. Und anstatt der Kot gleichmäßig auf seinen Weg gebracht wird, wird er zusammengepresst und mit jedem Pressen in sehr kleine Segmente geteilt, was den typisch „klumprigen“ Stuhl bei Reizdarm verursacht.

Folgen eines festen Stuhlgangs

Viele Menschen haben viele Jahre Verstopfung. Als Folge davon sind sie anfälliger für Divertikulosen, Hämorrhoiden und Krampfadern. Sie können auch als Folge eines Rektums, der zu voll mit hartem, kompaktem Kot ist, im unteren Rücken Schmerzen oder Bauchschmerzen haben. Zusätzlich treten Beschwerden auf, wie Kopfschmerzen, Trägheit, Appetitlosigkeit und ein allgemeines Gefühl von „neben sich stehen“.

Außerdem, weil die Nahrung um so vieles länger als normalerweise im Verdauungssystem bleibt, sind die Chancen für schädliche Bakterien größer, sich zu vermehren und in den Blutkreislauf zu gelangen. Bei den meisten Menschen bleibt die Nahrung etwa eineinhalb bis zwei Stunden im Darm. Bei denen, die Verstopfung haben, fünf Tage im Durchschnitt. Es kann sogar doppelt so lange sein. Es ist bei Menschen auch nicht unbekannt, einen Monat lang keinen Stuhlgang zu haben.

Was verursacht Verstopfung?

Wie bei den meisten Beschwerden, gibt es viele Gründe. Die häufigsten sind:

  • Mangel an Bewegung;
  • nicht genügend Ballaststoffe in der Nahrung;
  • den Drang, den Darm zu leeren, zu ignorieren;
  • die Einnahme bestimmter Medikamente;
  • einige medizinische Zustände.

Viele Medikamente können Verstopfung verursachen. Sprechen Sie daher mit Ihrem Arzt darüber:

  • Schmerzmittel (vor allem die starken);
  • Anti-Krampfmittel (werden bei Epilepsie und ähnlichen Beschwerden benutzt);
  • Beruhigungsmittel und Anti-Depressiva;
  • wasserentziehende Medikamente (bei Herzbeschwerden);
  • Eisentabletten;
  • Medikamente gegen Bluthochdruck.

Was tun bei Verstopfung?

Die Regeln sind recht einfach. Bei den meisten Menschen werden sie zum Erfolg führen.

  • Die natürlichste Behandlung für eine leichte Verstopfung ist eine ballaststoffreiche Nahrung.
  • Trinken Sie viel Flüssigkeit und manchmal aufgewärmt. Tannin im Tee führt zu Verstopfung, trinken Sie daher stattdessen einen Kräutertee. Man kann einige schmackhafte erhalten. Wenn Sie sie etwas sauer finden, versuchen Sie es mit Honig.
  • Wenn Sie essen, wird eine „die Nahrung erreicht jetzt den Magen“-Nachricht zum Gehirn geschickt. Dann sendet das Gehirn eine Nachricht zu den Därmen, und sagt „macht Platz für reinkommende Nahrung“. Diese Nachricht bewirkt beim Dickdarm, seinen Inhalt in das Lagerungsdepot des Rektums zu leeren, um Platz für die nächste Mahlzeit zu machen. Also versuchen Sie, Ihren Darm gleich nach den Mahlzeiten zu leeren. Dieses System ist am effektivsten nach der ersten Mahlzeit des Tages, also machen Sie sich dessen besonders nach dem Frühstück bewusst.
  • Nehmen Sie sich viel Zeit für jeden Stuhlgang. Versuchen Sie, 20 Minuten morgens früher aufzustehen, essen Sie gemächlich Ihr Frühstück, verschwinden Sie dann auf die Toilette mit einem Buch, Magazin oder Zeitung für mindestens 10 bis 15 Minuten. Pressen oder drücken Sie nicht, denn das kann Hämorrhoiden verursachen. Geben Sie Ihrem Rektum Zeit, sich zu entleeren.
  • Vernachlässigen Sie niemals den Drang „zu gehen“. Wenn der Rektum normal voll ist, ist der Stuhl von einem schmierigen Schleim umhüllt, damit er leichter ausgeschieden werden kann. Aber wenn der Stuhl zu lange im Rektum bleibt, wurde der Schleim zurück in den Körper absorbiert, was den Stuhl hart, trocken und schmerzhaft beim Ausscheiden macht. Also wenn Ihr Körper sagt „Geh!“, dann gehen Sie! Auf diese Weise arbeiten Sie mit Ihrem Körper, nicht gegen ihn.

Traditionelle Mittel gegen Verstopfung

  • Essen Sie einen rohen Apfel mit Schale jeden Tag zum Frühstück.
  • Geben Sie Basilikumblätter in kochendes Wasser. Seihen Sie es ab, und trinken Sie es. Basilikum hat auch krampflösende Eigenschaften.
  • Kochen Sie 1 kg Karotten in einem Liter Wasser für ein bis zwei Stunden. Pürieren Sie es oder geben Sie es durch ein Sieb. Essen Sie es wie eine Suppe.
  • Lassen Sie eingelegte Feigen oder Backpflaumen über Nacht in Wasser. Die Feigen können ungekocht gegessen werden, aber die Backpflaumen sollten vor dem Essen gekocht werden. Trinken Sie auch das Wasser, in dem Sie sie gekocht haben.
  • Massieren Sie Ihren unteren Rücken mit einem Mix aus ätherischen Ölen.

 

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