Reizdarm: Medizinische Untersuchungen

Das erste, was Ihr Arzt tun möchte, ist, eine richtige Diagnose zu erstellen. Er möchte sichergehen, dass das, was Sie haben, wirklich Reizdarm ist und nicht etwas anderes. Nachdem er einige medizinische Untersuchungen durchgeführt hat, wird er eine Behandlung empfehlen.

Finden immer medizinische Untersuchungen statt?

Sie könnten im Sprechzimmer Ihres Arztes oder in einer Ambulant-Station eines Krankenhauses stattfinden. Es ist unwahrscheinlich, dass Sie in einem Krankenhaus als stationärer Patient bleiben müssen. In der Vergangenheit mussten Patienten normalerweise eine Reihe von Tests machen und wenn sich diese alle als normal erwiesen, kam der Verdacht auf reizbares Darm-Syndrom. Heute, wenn Sie etwa unter 40 sind, kann der Arzt zuversichtlich sein, dass er eine Diagnose allein aufgrund Ihrer medizinischen Geschichte und einer kurzen physikalischen Untersuchung und ohne irgendein Test zu arrangieren, machen kann. Wenn Sie über 40 sind, wird er auch sichergehen wollen, dass es kein Anzeichen von Bösartigkeit (Krebs) im Darm, eine Gallenblasen-Krankheit, Colitis ulcerosa und Crohn’sche Krankheit gibt.

Anamnese: Das fragt Sie der Arzt

Zuerst wird der Arzt Ihnen eine Reihe von Fragen stellen. Die Antworten auf diese Fragen ermöglichen es dem Arzt oft, ohne Sie vielen Tests unterziehen zu müssen, die Diagnose eines gereizten Darms.

Er wird Sie wahrscheinlich fragen:

  • Wann haben Sie diese Symptome zuerst bekommen?
  • Hat etwas bestimmtes sie ausgelöst?
  • Wie oft treten sie auf?
  • Wo genau sind die Schmerzen?
  • Haben Sie vorher Durchfall und/oder Verstopfung gehabt?
  • Wechseln Ihre Darmgewohnheiten?
  • Haben sie sich kürzlich geändert?
  • Haben Sie vor kurzem Gewicht verloren?
  • Fühlt sich Ihr Bauch aufgedunsen und aufgeblasen an oder sieht er so aus?
  • Scheiden Sie beim Stuhlgang oder sogar ausschließlich Schleim aus?
  • Haben Sie jemals Blutungen aus Ihrer hinteren Passage gehabt?
  • Hatten Sie vor kurzem einen Anfall einer Magen-Darm-Entzündung („Ferien-Bauch“)?
  • Haben Sie Bauchschmerzen wie bei einem Kind bekommen?
  • Hat irgendjemand aus Ihrer Familie diese Symptome?
  • Wird es schlechter, wenn Sie verkrampft, ängstlich oder gestresst sind?
  • Oder wenn Sie bestimmte Nahrung essen?
  • Können Sie irgendetwas tun, um diese Symptome zu verbessern oder zu verschlechtern?
  • Hat irgendjemand aus Ihrer Familie eine Unverträglichkeit bei Milchprodukten oder bei Weizenprodukten, und wieviel davon essen Sie?

Welche Tests führt der Arzt durch?

Aufgrund der Natur des Reizdarms ist es heutzutage nicht möglich, einen einzelnen Test zu machen und zu sagen, „dieser Test ist positiv, deshalb haben Sie reizbares Darm-Syndrom“. Daher führt der Arzt in einigen Fällen ein oder zwei medizinische Untersuchungen durch, um andere Krankheiten auszuschließen.

Der erste Test ist fast immer eine Rektal-Untersuchung. Das ist eine Untersuchung des Rektums. Wahrscheinlich bittet er Sie, Ihre Kleidung unterhalb der Hüfte auszuziehen, sich auf die Untersuchungscouch auf Ihre linke Seite zu legen und Ihre Beine leicht nach oben zu beugen. Nachdem er dünne Gummihandschuhe angezogen hat, wird er einen Finger in den Rektum stecken und innen umherfühlen. Dieser einfache Test kann ihm etwas über den Zustand des Rektums sagen. Es wird wahrscheinlich etwas unangenehm für Sie sein. Sie können sich verlegen fühlen, aber vergessen Sie nicht, dass er diese Dinge jeden Tag tut und das alles für ihn ganz natürlich ist. Ein guter Arzt erkennt Ihre Verlegenheit und tut alles, was er kann, um Ihnen Ihre Befangenheit zu nehmen.

Die daraufhin drei wahrscheinlichsten Untersuchungen für Reizdarm sind: Bluttests, eine Sigmoidoskopie und eine Barium Klistier-Untersuchung.

Medizinische Untersuchungen: Der Bluttest

Die meisten Menschen lassen von Zeit zu Zeit einen Bluttest durchführen. Ein kleines Gebiet der Haut, für gewöhnlich im Arm, wird mit einem Alkohol-Tupfer gesäubert. Eine feine Nadel sticht in eine Vene, und etwas Blut wird in eine Spritze herausgezogen. Diese Probe untersucht ein Labor auf allgemeine Infektionen, Anämie und den Zustand der Leber und Nieren.

Medizinische Untersuchungen: Die Sigmoidoskopie

Eine Sigmoidoskopie ist eine Untersuchung, um Krankheiten im Rektum und unterem Darm festzustellen. Man bittet Sie, sich in der gleichen Position wie bei der Rektal-Untersuchung hinzulegen. Der Arzt wird das eine Ende eines Gerätes, das man „Sigmoidoskop“ nennt, in den Rektum hinführen. Das ist ein Schlauch, der unter 2 cm Durchmesser hat und 30 cm lang ist und eine Lampe am Ende hat. Indem das Licht genau in den Rektum leuchtet, ist er in der Lage, ganz klar den Zustand des Rektums und des unteren Ende des Darms zu sehen. Jeglicher Wachstum (krebsartig oder nicht-krebsartig) wird für ihn sichtbar, genau wie alle anderen anormalen Zustände wie eine Entzündung. Die meisten Menschen, die sie gemacht haben, fühlten sich erleichtert, dass das ganze Gebiet gründlich untersucht ist.

Medizinische Untersuchungen: Klistier-Untersuchung

Eine Kontrast-Klistier-Untersuchung hilft, nach organischen Krankheiten im ganzen Darm zu sehen und kann auch Beweise für einen „reizbaren“ Darm liefern. Damit eine Kontrast-Klistier-Untersuchung erfolgreich ist, werden Sie ein fast leeres Verdauungssystem benötigen. Daher werden Sie gebeten, einige Stunden vorher nichts mehr zu essen. Zurück im Röntgen-Bereich, führt man einen Schlauch in den Rektum hinein. Eine kleine Menge dicker weißer Flüssigkeit wird durch ihn hindurchgeleitet. Die weiße Flüssigkeit ist auf dem Röntgenbild hell sichtbar, und alle Probleme oder Unregelmäßigkeiten über die ganze Länge des Dickdarms sind klar angezeigt. Auch wenn Sie einen „verkrampften“ oder „gereizten“ Darm haben, ist das zu sehen sein. Nach dem Röntgen scheiden Sie die weiße Flüssigkeit aus, als wäre es ein sehr flüssiger Stuhlgang mit Blähungen.

Test auf Nahrungsmittelunverträglichkeit

Wenn Durchfall Ihr Hauptsymptom ist, machen Sie vielleicht auch Tests für Milchzuckerunverträglichkeit und möglicherweise eine Biopsie des Dünndarms. Für die Biopsie schlucken Sie eine kleine metallene Kapsel, die an einem Schlauch mit Saugwirkung festgemacht ist. Wenn die Kapsel den richtigen Teil des Darms erreicht, löst der Arzt die Saugwirkung des Schlauches aus und ein kleines Stück von der Darmwand kommt in die Kapsel gesaugt. Das Gewebematerial untersucht daraufhin das Labor.

 

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