Reflux-Nephropathie

Was ist eine Reflux-Nephropathie?

Die Reflux-Nephropathie (auch: retrograder Harnabfluss) ist ein Zustand, bei dem die Nieren durch einen Rückfluss des Urins in die Niere geschädigt sind.

Was sind die Ursachen einer Reflux-Nephropathie?

Der Urin fließt von jeder Niere durch Röhren, Harnleiter genannt, zur Blase. Wenn die Blase voll ist, zieht sie sich zusammen und sendet den Urin durch die Harnröhre aus. Bei einer Blasenkontraktion sollte kein Urin in den Harnleiter zurückfließen. Jeder Harnleiter verfügt beim Eintritt in die Blase über ein Einwegventil. Dieses verhindert, dass Urin in den Harnleiter zurückfließt.

Bei manchen Menschen fliesst der Urin jedoch bis zur Niere zurück. Dies wird als vesiko-ureteraler Reflux bezeichnet. Im Laufe der Zeit können die Nieren durch diesen Reflux geschädigt oder vernarbt werden. Dies wird als Reflux-Nephropathie bezeichnet.

Wer ist gefährdet?

Reflux kann bei Personen auftreten, deren Harnleiter nicht richtig an der Blase anliegen oder deren Ventile nicht gut funktionieren. Kinder können mit diesem Problem geboren werden. Es können zudem andere Geburtsfehler des Harnsystems auftreten, die eine Reflux-Nephropathie verursachen.

Reflux kann auch bei anderen Erkrankungen auftreten, die zu einem blockierten Urinfluss führen, wie

  •  Blasenauslassobstruktion, wie zum Beispiel eine vergrößerte Prostata bei Männern,
  •  Blasensteine,
  •  Neurogene Blase, die bei Menschen mit Multipler Sklerose, Rückenmarkverletzungen, Diabetes oder anderen (neurologischen) Erkrankungen des Nervensystems auftreten kann.

Die Refluxnephropathie kann auch durch eine Entzündung der Harnleiter nach einer Nierentransplantation oder durch eine Verletzung des Harnleiters entstehen.

Was sind mögliche Risiken für das Auftreten einer Reflux-Nephropathie?

Zu den Risikofaktoren für Reflux-Nephropathie gehören

  •  Anomalien des Harntraktes,
  •  persönliche oder familiäre Geschichte des vesiko-ureteralen Refluxes,
  •  wiederholte Harnwegsinfektionen.

 

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