Psychotherapie: Übende Verfahren

Was sind die übenden Verfahren in der Psychotherapie?

Übende Verfahren ist ein Sammelbegriff, der in der Psychotherapie für Techniken wie die progressive Muskelrelaxation oder autogenes Training steht. Autogenes Training und progressive Muskelrelaxation zielen darauf ab, die Fähigkeit zu erlangen, mentale Aktivität und Muskeln zu kontrollieren. Mithilfe dieser Methoden kann sich der Patient schnell entspannen und in einen natürlichen Schlafzustand gelangen.

Was ist die progressive Muskelrelaxation?

Die progressive Muskelentspannung beruht auf dem Wechsel zwischen Spannung und Entspannung. Die Technik besteht darin, die Muskelgruppen des Körpers von Kopf bis Fuß bewusst und konsequent zu belasten und zu entspannen. Dies geschieht in einem gleichmäßigen Rhythmus in einer bequemen Sitzposition mit geschlossenen Augen. Die Technik ist recht einfach zu beherrschen.

Die Methode der progressiven Muskelentspannung wurde in den 1920er Jahren von dem amerikanischen Wissenschaftler und Arzt Edmund Jacobson entwickelt: Nach einer Zeit starker Anspannung entspannt sich jeder Muskel automatisch. Um eine Tiefenentspannung aller Skelettmuskeln zu erreichen, ist es daher erforderlich, alle diese Muskeln gleichzeitig oder nacheinander zu belasten. Dr. Jacobson und seine Anhänger empfehlen, dass man jeden Muskel maximal fünf bis zehn Sekunden lang belastet und sich dann innerhalb von 15 bis 20 Sekunden auf das Gefühl der Entspannung konzentriert. Es ist wichtig, zuerst zu lernen, das Spannungsgefühl zu erkennen und dann das Gefühl der Entspannung von ihm zu unterscheiden.

Es gibt neun Hauptmuskelgruppen, die für progressive Muskelentspannung verwendet werden müssen:

  • Hände und Unterarme;
  • Schultern;
  • Stirn;
  • Stirn mit Brauen, Nase und Wangen;
  • Mund, Kinn, vorderer Halsbereich;
  • Nacken;
  • obere Körperhälfte;
  • Beinheben der Muskeln, wenn die Zehen nach unten zeigen;
  • Beinheben der Muskeln, wenn die Finger auf sich selbst gerichtet sind.

Übende Verfahren: Was ist Autogenes Training?

Autogenes Training ist bei den übenden Verfahren eine verbreitete Methode zur Selbstregulation von psychischen Zuständen mithilfe der Selbsthypnose. Das autogene Training ist eine psychotherapeutische Behandlungsmethode, bei der Patienten Muskelentspannung, Selbsthypnose, die Entwicklung von Konzentration und Präsentationskraft sowie die Fähigkeit zur Kontrolle unwillkürlicher geistiger Aktivitäten lernen.

Dieses spezielle übende Verfahren verwendet man zur psychologischen Selbstregulation. Ihr Kern besteht aus Entspannungsmethoden und der Selbsthypnose. Dadurch normalisieren und aktivieren sich die wichtigsten psychophysiologischen Prozesse. Autogenes Training umfasst zwei Stufen:

  • die niedrigste Stufe – Entspannungstraining mithilfe von Übungen, die ein Gefühl von Schwere und Wärme hervorrufen, den Rhythmus von Herzaktivität und Atmung beherrschen;
  • die höchste Ebene – autogene Meditation – die Erzeugung von Trancezuständen auf verschiedenen Ebenen. Diese Methode wird hauptsächlich zur Behandlung von Neurosen, Depressionen und psychosomatischen Erkrankungen eingesetzt.

 

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