Psychotherapie: Sandspieltherapie

Was ist die Sandspieltherapie?

Die Sandtherapie im Kontext der Kunsttherapie ist eine nonverbale Form der Psychokorrektur, bei der der kreative Ausdruck des Patienten im Vordergrund steht. Diese Bilder erscheinen in symbolischer Form während der Entstehung eines kreativen Produkts. In der Sandspieltherapie werden in einem abgegrenzten Raum (Sandkasten) mit einer Figurensammlung plastische Bilder gebaut. Diese Therapie dient besonders der Verarbeitung frühkindlicher negativer (z. B. Gewalt) Erfahrungen.

Welche Patientengruppen sind dafür geeignet?

Die Sandtherapie setzen Psychotherapeuten sowohl bei der Arbeit mit Kindern als auch bei der Arbeit mit Erwachsenen ein. So führen Experten diese Methode heutzutage in der der Gestalttherapie, der kognitiven Verhaltens- und Familientherapie sowie in der Kinderpsychoanalyse durch.

Wann ist die Sandtherapie angezeigt?

In der Regel wird die Sandspielmethode nicht ab dem ersten Treffen angewendet, es sei denn, der Patient wird speziell auf dieses Verfahren hingewiesen. Es wird empfohlen, Sandtherapie anzubieten, wenn der Patient:

  • unfähig ist, in Worten zu erklären, was er fühlt oder denkt.
  • begrenzt ist in der Manifestation seiner Gefühle.
  • eine Existenz- oder Alterskrise erlebt.
  • ein psychisches Trauma hat.
  • Schwierigkeiten dabei hat, eine Entscheidung zu treffen.

Wie erfolgt die Sandspieltherapie?

Hierzu werden eine Holzkiste, Sand, Wasser und eine Sammlung von Miniaturfiguren verwendet. Die kleinen Figuren sind der Hauptbestandteil der Sandtherapie: Sie sind es, die symbolisch die realen Menschen, ihre Interaktion und verschiedene Lebenssituationen widerspiegeln.

Dieser Prozess unterscheidet sich von anderen Formen der Kunsttherapie durch die Einfachheit der Methode, die Möglichkeit, neue Formen zu erfinden, und die kurze Dauer der erzeugten Bilder. Die Möglichkeit der Zerstörung der Sandzusammensetzung, ihrer Rekonstruktion sowie die wiederholte Schaffung neuer Teile geben der Arbeit eine bestimmte Art von Ritual. Die Schaffung einheitlicher Sandkompositionen spiegelt die zyklische Natur des Seelenlebens und die Dynamik mentaler Veränderungen wider.

Die Anzahl der Therapiesitzungen wird individuell festgelegt und umfasst in der Regel 7-15 Einheiten mit einer Dauer von 20-40 Minuten.

Ziele dieser Psychotherapie-Methode

Mit dieser Methode ist es möglich,

  • eine traumatische Situation auf symbolischer Ebene zu erarbeiten.
  • auf negative emotionale Erfahrungen im Prozess des kreativen Ausdrucks zu reagieren.
  • Veränderungen in der Einstellung zu sich selbst, zu seiner Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu bewirken.
  • andere Methoden der psychotherapeutischen Arbeit zu ergänzen.

In welchen Fällen ist die Sandtherapie kontraindiziert?

Eine Sandtherapie kann mit folgenden Patientengruppen nicht durchgeführt werden:

 

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