Psychotherapie: Psychodrama

Was ist das Psychodrama?

Das Psychodrama ist eine Gruppenarbeitsmethode, die ein Rollenspiel darstellt, das durch dramatische Improvisation die innere Welt der Gruppe untersucht. Dadurch sollen Bedingungen für den spontanen Ausdruck von Gefühlen geschaffen werden, die mit den wichtigsten Problemen für den Patienten verbunden sind. Im Psychodrama stellt die Gruppe in einem Rollenspiel spontan Konflikte oder Krisen dar. Die Patienten sollen durch das Nachspielen diese Situationen emotional verarbeiten können.

Welches Ziel verfolgt die Methode?

Das Ziel der Methode besteht darin, eine Vielzahl von Szenen und Situationen abzuspielen. Dabei hat das Psychodrama zwei Hauptanwendungen – es kann ein Weg sein, um Schwierigkeiten zu lösen, und es kann ein Mittel zur Selbsterkenntnis und Selbstentwicklung sein.

Eine andere Form ist möglich, wenn eine Person in einer Theaterform über die Ereignisse seines Lebens spricht. Gleichzeitig sind Improvisation und das Wohlwollen der Gruppe wichtig. Die Psychodrama-Methode ist am erfolgreichsten in Kombination mit anderen Methoden der Gruppenarbeit eingesetzt (insbesondere mit Gruppendiskussion, Psychogymnastik).

Welche Aufgaben hat das Psychodrama?

  • kreatives Überdenken der eigenen Probleme und Konflikte
  • Entwicklung eines tieferen und angemesseneren Selbstverständnisses des Patienten
  • Überwindung von Verhaltensstereotypen und emotionalen Reaktionsweisen
  • Bildung eines neuen adäquaten Verhaltens und neuer Wege der emotionalen Reaktion

Gruppenarbeit beginnt oft mit einfachen Übungen oder Spielen, die die Kommunikation zwischen den Teilnehmern erleichtern und Vertrauen fördern.

Woraus besteht das klassische Psychodrama?

Das klassische Psychodrama-Verfahren umfasst fünf Hauptelemente:

  • Der Protagonist zeigt in einem Psychodrama einen Helden, der seine Probleme vorstellt und ein Bild seines eigenen Lebens erschafft.
  • Der Moderator hilft dem Protagonisten bei der Untersuchung seiner Probleme. Dies ist normalerweise ein Psychologe. Seine Funktionen bestehen darin, psychodramatische Handlungen zu organisieren, eine Atmosphäre des Vertrauens zu schaffen, Probleme zu identifizieren, Kommentare abzugeben, Charaktere zu unterstützen, Diskussionen zu organisieren und das Geschehen zu interpretieren.
  • Hilfs-„Ich“ sind Personen, die unterstützende Rollen spielen und die Funktionen eines Psychologen verbessern. Das Hilfs-„Ich“ kann für den Protagonisten Menschen oder Teile seines eigenen „Ich“ bedeutsam darstellen. Hilfs-„Ich“ repräsentieren die abwesenden Personen, wie sie in der inneren Welt des Protagonisten erscheinen.
  • Zuschauer sind Mitglieder der Gruppe, die nicht direkt an der psychodramatischen Handlung teilnehmen, sondern die Situation nach ihrem Abschluss diskutieren. In der letzten Phase des Unterrichts demonstrieren sie ihre emotionale Einstellung zu dem, was geschieht, und sprechen über Probleme und Konflikte, die sie betreffen und denen ähneln, die im Psychodrama gespielt werden.
  • Die Szene ist ein Platz im Raum, an dem eine Handlung stattfindet. Oft wird das Psychodrama in Theatern verwendet, die speziell für diesen Zweck angepasst sind.

Psychodramatische Gruppen bestehen in der Regel aus fünf bis 20 Personen. Die Gruppen sind beide lang – für mehrere Monate und kurz – für ein bis zwei Tage oder mehrere Stunden. Lange Gruppen sind normalerweise geschlossen, das heißt es ist nicht mehr möglich, sich ihnen im Arbeitsprozess anzuschließen.

 

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