Psychotherapie: Katathym Imaginative Therapie

Was ist die Katathym Imaginative Psychotherapie?

Die Katathym Imaginative Psychotherapie (KIP) ist eine Art der Psychotherapie. Sie ist eine Behandlungsform, in der die veränderte Bewusstseinslage und der Tagtraum zum Aufarbeiten von Konflikten dienen. Zentraler Bestandteil der Sitzungen ist, dass die Patienten sich Bilder vorstellen.

Die Katathym Imaginative Psychotherapie kann als „Darstellung von Bildern entsprechend der Stimmung“ oder „Sinneserfahrung von Bildern“ verstanden werden. Hierbei handelt es sich um eine eigenständige Methode der tiefenorientierten Psychotherapie, die auf den Ideen der Psychoanalyse und der Theorie der Archetypen sowie des kollektiven Unbewussten von Carl Gustav Jung basiert.

Welche Indikationen für die Verwendung der KIP gibt es?

  • neurovegetative Störungen und psychosomatische Symptome
  • ängstliche und phobische Störungen, Depressionen
  • Kommunikationsstörungen, aggressives und assoziatives Verhalten, Anpassungsstörungen
  • sexuelle Störungen psychogener Natur
  • Hyperaktivität bei Kindern
  • Panikattacken, psychische Verletzungen
  • posttraumatische Belastungsstörung
  • Probleme im Privatleben, in der Beziehung zwischen Eltern und Kind und in der Familie
  • Zwischenmenschliche und innerpersönliche Konflikte, Schuldgefühle, Selbstzweifel, unterschätztes Selbstwertgefühl, Schlafstörungen, Stress
  • Kopfschmerzen, Schwindel, Schmerzen in Schultern und Armen, Bauch- und Rückenschmerzen
  • Übergewicht und unwiderstehliches Verlangen zu essen
  • Besessenheit mit Gewichtsverlust und Erschöpfung
  • Fehlgeburt, Sexualität
  • Bisexualität, Sadismus, Masochismus

Wie wird die Katathym Imaginative Psychotherapie durchgeführt?

Alle ungelösten Konflikte „sind“ im Unbewussten und können in Form von Bildern „herausgezogen“ werden. Die Sitzung der Katathym Imaginativen Psychotherapie besteht aus einem einführenden Gespräch, direkter Vorstellung, dem Zeichnen des Bildes und der Diskussion sowie der Interpretation des Dargestellten und Gezeichneten.

  1. Vorgespräch, in dem der Therapeut und der Patient die Situation besprechen, die Details klären und eine Anfrage bilden, mit der der Patient arbeiten möchte.
  2. Der Therapeut führt den Patienten in einen Entspannungszustand, der nichts mit Hypnose zu tun hat. Dieser Zustand ist am günstigsten zum „Träumen in der Realität“, d. h. Darstellungen von Bildern. Der Therapeut fordert den Patienten auf, das für die Bearbeitung der Anfrage am besten geeignete Bild vorzulegen und darüber zu berichten. Der Psychotherapeut begleitet den Patienten, untersucht mithilfe spezieller Techniken das Bild mit ihm, fördert die Aufdeckung von unbewusstem Material, stellt zusätzliche Fragen und präzisiert Details. Die Präsentation des Bildes dauert durchschnittlich zehn bis 20 Minuten.
  3. Der Patient interpretiert mit Unterstützung des Therapeuten das Bild und erkennt, wie es mit dem wirklichen Leben und dem inneren Zustand in Verbindung zu stehen scheint. Durch diese gemeinsame Analyse wird der Patient sensibilisiert, sein emotionaler Zustand verändert und er wird von Spannungen befreit. Manchmal unerwartet resultiert daraus der optimalste Ausweg aus der Situation, der eine Änderung der Umstände und damit des Lebens im Allgemeinen mit sich bringt. Der Arzt empfiehlt dem Patienten, sich zu Hause noch einmal an sein Bild zu erinnern, es zu zeichnen, zu beschreiben und zum nächsten Treffen zur Analyse mitzunehmen.

Welche Gegenanzeigen gibt es für die Katathym Imaginative Psychotherapie?

  • unzureichende intellektuelle Entwicklung
  • akute, chronische Psychose oder Psychose-ähnliche Zustände
  • Mangel an Motivation
  • Schizophrenie

 

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