Frau lächelt in die Kamera, im Hintergrund Personengruppe unscharf

Gesprächstherapie

Die Gesprächstherapie (engl. talk therapy) ist eine Form der Psychotherapie. Der Therapeut behandelt Patienten mit seelischen Erkrankungen im Gespräch und versucht z. B. die Ursache gestörten Erlebens zu ergründen.

Anwendungsgebiete

Die Methode wurde Mitte des letzten Jahrhunderts von Carl Rogers entwickelt. Heutzutage wird diese Therapieform häufig in der Psychotherapie im Bereich der Beratung in Management, Politik, Bildung und im Bereich der Familienbeziehungen eingesetzt.

In der überwiegenden Mehrheit der Fälle ist das Ergebnis einer Gesprächstherapie die Entwicklung der Fähigkeit der Patienten,

  • mit Lebensschwierigkeiten umzugehen,
  • eine verringerte Abhängigkeit von den Erwartungen und Meinungen anderer,
  • eine verringerte Abhängigkeit von eigenen Erfahrungen und eine erhöhte Stresstoleranz.

Therapeutische Grundsätze der Gesprächstherapie

Damit ein Behandlungsprozess zu einem Heilungsprozess wird, müssen eine Reihe von Bedingungen erfüllt sein. In der Gesprächstherapie wurden fünf therapeutische Prinzipien postuliert:

  1. Der Patient und der Psychotherapeut müssen in psychologischem Kontakt stehen. Ist das nicht gewährleistet, sind keine positiven Veränderungen in der inneren Welt des Klienten möglich.
  2. Der Patient befindet sich in einem inkongruenten Zustand, er ist verletzlich und ängstlich. Wenn der Patient keine Beschwerden verspürt, ist eine Therapie unmöglich.
  3. Der Psychotherapeut erfährt eine bedingungslose positive Akzeptanz beim Patienten. Ein Therapeut mit einem kritischen Patienten kann bei seiner Genesung nicht hilfreich sein.
  4. Der Psychotherapeut erlebt ein empathisches Verständnis des internen Bezugssystems des Patienten und versucht, dies dem Patienten zu vermitteln. Ein Therapeut, der nicht in der Lage ist, die innere Welt des Patienten zu verstehen, kann bei seiner Genesung nicht hilfreich sein.
  5. Dem Patienten muss einfühlsames Verständnis und bedingungslose positive Akzeptanz des Psychotherapeuten vermittelt werden. Ohne das Wissen des Patienten über die Einstellung des Therapeuten zu ihm ist eine Therapie nicht möglich.

 

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