Präkanzerose

Was ist Präkanzerose?

Der Begriff „Präkanzerose“ beschreibt einen pathologischen Zustand mit einer hohen Wahrscheinlichkeit, sich zu einem bösartigen Tumor zu entwickeln. In einigen Fällen handelt es sich bei den als präkanzerös definierten Läsionen tatsächlich um präinvasive Karzinome.

Das Konzept der Präkanzerose ist daher ein statistisches Konzept der Wahrscheinlichkeit einer bösartigen Entwicklung und daher anfällig für unterschiedliche klinische Interpretationen.

Präkanzerosen der Haut

Auf der Hautebene sind die wichtigsten Präkanzerosen:

  • Morbus Bowen: ein In-situ-Karzinom (In situ: in der natürlichen, richtigen Lage) mit hoher Neigung, sich zu einem Epitheliom zu entwickeln (die Schleimhautform wird als Queyrat-Erythroplasie bezeichnet und ist häufig in der Eichel lokalisiert);
  • senile Keratose: typisch für Hautareale, die lange Zeit der Sonne ausgesetzt waren;
  • strahlenbedingte Dermatitis;
  • Leukoplakie, lokalisiert in den Schleimhäuten der Lippen und des Mundes oder des Gebärmutterhalses, wobei das Auftreten weißlicher Plaques mehr oder weniger deutlich erkennbar ist.

Im Brustbereich gilt die Paget-Krankheit der Brustwarze als schwere Präkanzerose, ähnlich einer Form des chronischen Ekzems. Gutartiger ist die häufige fibrozystische Mastopathie, obwohl sie von einigen als Prä-Tumorerkrankung angesehen wird.

Das Vorhandensein von Inseln der Magenschleimhaut in der Speiseröhre oder im Darm, von Gebärmuttergewebe im Eierstock, von zellulären Bereichen pankreatischen Ursprungs im Magen oder Darm wird als Heterotopie definiert. Und, wenn auch mit geringer Häufigkeit einer bösartigen Entwicklung, zu den Präkanzerosen gruppiert.

Welche weiteren Formen der Präkanzerose gibt es?

Als präkanzerös gilt auch die atrophe Gastritis im Magen. Im Dickdarm die familiäre multiple Polyposis und ähnliche Formen (Peutz-Jeghers-Krankheit und Gardner-Syndrom). Zwei schwere Darmerkrankungen, die als präkanzerös gelten, sind Morbus Crohn und die Colitis ulcerosa. Auch auf der Lungenebene sind Präkanzerosen nachweisbar, wie zum Beispiel die für starke Raucher typische Plattenepithelmetaplasie des Bronchialepithels.

Eine ähnliche Berücksichtigung finden die Pneumokoniose, chronisch entzündliche granulomatöse Erkrankungen, die mit einer chronisch verlängerten Inhalation von Staub verbunden sind und von denen die Asbestose (Asbestpneumokoniose) die wichtigste ist. In der Leber gehören die Zirrhose und die chronische Entzündung der Bauchspeicheldrüse zu den Präkanzerosen. In der Blase gilt Bilharziosi, eine durch Schistosoma haematobium-Befall verursachte Tropenkrankheit, als Präludium des Karzinoms.

Präkanzeröse Zervixe sind sehr häufig und werden durch Metaplasien, atypische Dysplasien, sogenannte Erosionen und die bereits erwähnten Leukoplachien repräsentiert, während die Gebärmutterschleimhaut Formen der Heterotopie und adenomatöse Hyperplasie aufweist.

 

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