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Pocken

Was sind Pocken?

Pocken, oder „kleine Pocken“, sind eine ansteckende, eruptive und häufig tödlich verlaufende Infektionskrankheit. Sie gehört zu den exanthematösen Erkrankungen, d. h. sie verursacht Flecken am ganzen Körper.

Geschichte der Pocken

Die Geschichte der Pocken erinnert sofort an die Entdeckung der Impfung. Tatsächlich war es der Engländer Edward Jenner, der 1796 einem Kind die erste Impfung verabreichte. Nachdem er bemerkt hatte, dass Patienten, die den Impfstoff (oder Kuhpocken, eine für den Menschen gutartige Krankheit) erhalten hatten, relativ vor menschlichen Pocken geschützt waren, injizierte er einem Kind den Impfstoff durch Skarifikation, und das Kind war vor menschlichen Pocken geschützt.

So entstand der Impfstoff, benannt nach seinem ursprünglichen Verwendungszweck. Pocken waren einst eine der tödlichsten Infektionskrankheiten. Heute ist es dank der Impfung vollständig ausgerottet. Bis 1900 waren die Pocken aus vielen nordeuropäischen Ländern verschwunden. 1966 richtete die WHO das Intensivprogramm zur Ausrottung der Pocken ein, mit dem man die Krankheit in den Ländern, in denen sie endemisch war, ausgerottet hat.

Am 8. Mai 1980 erklärte die WHO, dass die Pocken vom Erdboden verschwunden seien. Die Virusstämme wurden in zwei mit der WHO zusammenarbeitenden Labors mit verstärkter Eindämmung aufbewahrt (im Zentrum für Krankheitskontrolle in Atlanta und Koltsovo, Russland).

Ursachen und Risikofaktoren

Die Krankheit entsteht durch das Pockenvirus aus der Familie der Orthopoxviren, dessen Reservoir rein menschlich ist. Es überträgt sich direkt von Mensch zu Mensch durch Tröpfchen, die beim Husten und Niesen einer infizierten Person entstehen. Auch das Bettzeug oder die Kleidung eines Pockenpatienten kann ein Mittel zur Verbreitung der Krankheit sein. Der Grund dafür ist, dass das Virus relativ resistent ist und einige Zeit im Freien überleben kann.

Das Pockenvirus siedelt sich zunächst in der Rachen- oder Atmungsschleimhaut an. Es vermehrt sich dann und breitet sich im Körper aus und wird in Hautläsionen gespeichert. Patienten sind vom Beginn des Ausschlags an bis zum Verschwinden der Läsionen, d. h. etwa drei Wochen lang, ansteckend.

Symptome der Pocken

Die Inkubationszeit dauert 12 bis 14 Tage nach der Infektion. Die ersten Anzeichen sind:

  • Fieber;
  • Kopfschmerzen;
  • Rückenschmerzen;
  • ein Zustand extremer Müdigkeit;
  • manchmal Bauchschmerzen;
  • Erbrechen.

Nach zwei bis drei Tagen sinkt die Körpertemperatur, dann erscheint ein Ausschlag als rote Flecken, dann Bläschen, dann Pusteln (die kleine Eiterbläschen enthalten). Die Läsionen beginnen im Gesicht und breiten sich allmählich auf den Rest des Körpers aus: Hände, Unterarme und Rumpf. Auch Mund, Gehirn und Lunge können infiziert sein.

Die Pusteln verwandeln sich dann in Schorf, der hoch ansteckend ist und sich auf Kleidung und Lakenfalten ausbreitet. Sie verschwinden und hinterlassen Narben, die manchmal erheblich sein können.

Diagnose und Behandlung der Krankheit

Die Diagnose der Krankheit erfolgt durch die Untersuchung des Serums unter dem Elektronenmikroskop.

Die hier beschriebene Hauptform der Krankheit verläuft in 20 bis 40 Prozent der Fälle tödlich. Es gibt eine Nebenform, die nur sehr selten tödlich ist. Es gibt keine spezifische Behandlung für Pocken, sondern nur Medikamente, die die Symptome lindern und die Atmung unterstützen.

Antibiotika sind nicht wirksam gegen Viren, und antivirale Medikamente hat man nicht getestet. Man kann immunitätssteigernde Substanzen (Immunglobuline) einsetzen, und die Reanimation trägt dazu bei, die Vitalfunktionen der Patienten zu erhalten.

 

Bildnachweis: Gustavo Fring | Pexels

 

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