Plazenta

Was ist die Plazenta?

Die Plazenta ist ein Organ, das den embryonalen Chorion mit der mütterlichen Gebärmutterschleimhaut verbindet. Die Plazenta unterscheidet sich vom Embryo während des dritten Schwangerschaftsmonats und entwickelt sich bis zum siebten Monat hauptsächlich im oberen Teil der Gebärmutter, an der Vorder- oder Hinterwand.

Aufbau und Funktion der Plazenta

Am Ende der Schwangerschaft sieht das Organ aus wie eine Scheibe mit einem Durchmesser von 16 bis 18 Zentimeter, im Zentrum drei bis vier Zentimeter dick, in den peripheren Teilen etwas weniger dick. Das Gewicht von etwa 600 Gramm ist direkt proportional zu dem des Fötus. Die mütterliche Plazenta erscheint in zwei oder mehr Teile geteilt (zwei-, drei-, mehrlappig oder zwei-, drei-, mehrteilig) und hat 15 bis 20 Lappen oder Keimblätter, die untereinander durch Rillen geteilt sind.

Von der fetalen Vorderseite der Plazenta beginnt die Nabelschnur, in deren Dicke die Blutgefäße verlaufen, die den mütterlichen mit dem fetalen Kreislauf verbinden. Die Plazenta hat auch endokrine Funktionen, die in der Bildung von Hormonen vom gonadotropen, östrogenen und luteinischen Typ bestehen. Die Plazenta wird am Ende der Geburt (sekundäre Entbindung) nach der Ablösung (Ablösung) von der Gebärmutterwand ausgestoßen, die durch die abrupte Volumenreduktion der Gebärmutter nach dem Austritt des Fötus verursacht wird.

Was passiert nach der Geburt mit dem Organ?

Bei der physiologischen Entbindung erfolgt eine Ablösung der Plazenta innerhalb einer Stunde nach der Austreibung des Fötus. Wenn sie vor, während oder nach der Schwangerschaft oder während der Wehen auftritt, spricht man von vorzeitiger Ablösung. Diese tritt bei Mehreltern häufiger auf. Prädisponierende Faktoren hierfür sind Nierenerkrankungen, Bluthochdruck, Schwangerschaftsgestose und Unterernährung. Sie tritt bei einem Prozent der Schwangerschaften auf. Weitere Auslöser können eine hypertensive Krise, ein Bauchtrauma oder ein Plazentainfarkt sein.

Symptome und Behandlungsmethoden einer vorzeitigen Ablösung

Die vorzeitige Ablösung manifestiert sich klinisch mit einer plötzlichen, schmerzhaften Kontraktion der Gebärmutter und Blutverlust. Oft gibt es Anzeichen für fötales Leiden. Sie kann durch Schock, Gebärmutter-Plazenta-Apoplexie und Nierenversagen kompliziert sein. Die Prognose ist für den Fötus immer schwer, für die Mutter weniger schwer. Die Therapie ist ein Notkaiserschnitt.

In einigen Fällen ist das Organ eine Stunde nach der Entbindung noch an der Gebärmutter befestigt: Das bedeutet, dass es zu keiner Ablösung kommt, die durch eine ungenügende Kontraktionskraft der Gebärmutter oder eine veränderte Beschaffenheit der Plazenta verursacht sein kann. In diesem Fall wird die Gebärmutterhöhle manuell entleert.

 

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