Pilzinfektionen: Vorbeugung

Wie kann man Pilzinfektionen vorbeugen?

Auch im Hinblick auf Pilzinfektionen ist natürlich Vorbeugen besser als Heilen. Wenn man sich trotzdem Pilze eingefangen und sie dann erfolgreich bekämpft hat, gelten anschließend die Regeln der Vorbeugung umso mehr. Pilzinfektionen vorbeugen durch:

  • Mundhygiene;
  • pflegliche Toilette;
  • Fußhygiene;
  • richtige Auswahl von Wäsche, Kleidung und Schuhen;
  • umsichtiger Umgang mit Haustieren;
  • Immunsystem stärken;
  • vollwertige Ernährung.

Pilzinfektionen vorbeugen durch Mundhygiene

Am liebsten pirschen sich Pilze über den Mund in den menschlichen Körper. Das ist verständlich; denn hier kommen zahlreiche Pilze vorbei und finden allzu oft hervorragende Lebensbedingungen vor: Speziell kariöse Zähne und Taschen im Zahnfleisch bieten sich für Pilzinfektionen an. Zahnstein bildet Winkel, in denen Pilze Unterschlupf finden.

Auch aus diesem Grund empfiehlt es sich, Karies und Zahnstein rechtzeitig vom Zahnarzt behandeln zu lassen. Kariöse Zähne sind Anzeichen für mangelnde Zahnpflege und zu viele verspeiste Süßigkeiten.

Neben der selbstverständlichen Mundpflege sollte man sich während der Behandlung, um Neuinfektionen zu vermeiden, wöchentlich eine neue Zahnbürste gönnen. Gebissträger können anhaftende Hefepilze erfolgreich bekämpfen, indem sie die Prothese immer wieder mal in Obst- oder Weinessig legen, anschließend sorgfältig unter heißem Wasser abspülen.

Die Spielregeln der Mundhygiene

  • Zähne dreimal täglich plus nach den Mahlzeiten putzen
  • regelmäßig zum Zahnarzt zur Inspektion
  • keine, allenfalls wenige Süßigkeiten essen
  • Zahnprothesen jede Nacht in spezielles, auch pilztötendes Reinigungsmittel legen
  • Zahnspangen übernachten ebenfalls in einem Becher mit Reinigungslösung für Zahnprothesen
  • Zahnbürsten haben eine Dienstzeit von höchstens vier bis sechs Wochen
  • Zahnbürsten müssen zwischen den Einsätzen gut durchtrocknen, damit sich dort keine Pilze und andere Kleinstlebewesen einnisten

Pflegliche Toilette

Bei gesundem Darm und intakter Verdauung wird auch der Po keine Beschwerden haben. Gleichwohl kann der After zur Problemzone werden: Durch Funktionsstörungen wie harten Stuhl können kleine Einrisse und dadurch Entzündungen entstehen. Sind äußere oder innere Hämorrhoiden vorhanden, die nässen und bluten, kann sich schnell eine Pilzbesiedelung einstellen.

Tipps zur Pflege rund um den Po:

  • die Reinigung mit Wasser ist gründlicher und sanfter als mit Papier. Statt der Hand kann man dafür auch die Handbrause über der Badewanne benutzen;
  • beim Bidet unbedingt darauf achten, dass das Wasser von vorn nach hinten spült;
  • nicht in stehendem Wasser reinigen. Dadurch werden Krankheitserreger eher verteilt als entfernt;
  • parfümierte Feuchtreinigungstücher können Allergien auslösen. Außerdem entfetten sie die Haut durch alkoholische Zutaten;
  • Abtrocknen sollte man den Intimbereich mit einem Waschlappen, der dann in der Kochwäsche gewaschen wird.

Pilzinfektionen vorbeugen durch Fußhygiene

Die meiste Zeit verbringt ein normaler Fuß in Strumpf und Schuh. Von Licht und Luft abgeschlossen, schmort er lange in der eigenen Feuchtigkeit. Für Pilze ist dies ein eindeutiges Angebot: Sie lieben solche Orte, denn hier können sie sich prächtig vermehren. Deshalb erfordern die Füße ein wenig Aufmerksamkeit und Pflege.

Das kleine Pflege-ABC für Füße:

  • nach jedem Waschen gründlich abtrocknen, insbesondere zwischen den Zehen;
  • wer sicher gehen will, behandelt seine Füße mit einem antimykotischen Fußpuder nach. Das hält die Zehenzwischenräume trocken;
  • im Schwimmbad immer Badeschuhe tragen – bis zum Beckenrand;
  • auch in Turnhallen nicht barfuß laufen;
  • den treuen Füßen auch mal Licht, Luft und Sonne gönnen;
  • Socken aus Kunstfasern nehmen die natürliche Feuchtigkeit nicht auf. Besser eignen sich Wolle und Baumwolle.

Wäsche und Kleidung pflegen

Gute Kleidung nimmt die Körperfeuchtigkeit auf und sorgt so für ein gesundes Klima zwischen Haut und Textilien. Kunstfasern tun der Haut diesen Gefallen nicht, sondern halten sie feucht. Das wiederum schafft ein pilzfreundliches Mikroklima.

Außerdem verträgt Wäsche aus Kunstfasern nicht den Kochwaschgang. Der aber muss schon sein, um Pilze samt Sporen zu vertreiben.

Auch eng anliegende Kleidung kann auf ihre Weise einer Pilzinfektion der Haut Vorschub leisten: Hautenge Jeans zum Beispiel scheuern im Schritt die Haut auf. Dabei entstehen kleinste Verletzungen, die nebenbei auch Pilze und andere Krankheitserreger einladen.

Tipps rund um Textilien:

  • als Unterwäsche eignet sich am besten chemisch nicht behandelte Baumwolle. Inzwischen gibt es ein ausreichendes Angebot ökologischer und giftfrei produzierter Baumwollwaren;
  • neue Textilien erst waschen, dann auf die Haut. Bei Anbau / Herstellung und Verarbeitung sammeln die meisten Textilien eine bunte Mischung unverträglicher Chemikalien an, die die erste Wäsche ausspült;
  • Bettwäsche sollte kochfest sein, damit auch Pilze samt Sporen beseitigt werden können;
  • Handtücher und Waschlappen müssen täglich gewechselt und ausgekocht werden. Während einer Pilzbehandlung ist es wichtig, diese Teile nur einmal zu benutzen.
  • keinen Weichspüler verwenden, denn dabei bliebe eine bunte Palette nicht nur frühlingsfrischer Substanzen im Material, die anschließend auf der Haut reiben.

Umsichtiger Umgang mit Haustieren

Unbemerkt können die besten Freunde auf vier Beinen Besuch mit nach Hause bringen: Mikrosporien, kleinste parasitäre Sporentiere.

Es lohnt sich, mit Hund und Katze nicht allzu traulich zu schmusen. Beim Streicheln über Kopf oder Schnauze bleiben Mikrosporien an der Hand haften, um dann im Zuge der normalen Gestik in den Mund von Frauchen oder Herrchen zu schlüpfen.

Das Immunsystem stärken, um Pilzinfektionen vorzubeugen

Pilzsporen schwirren immer und überall umher. Auch andere Krankheitserreger versuchen tagtäglich ihr Glück bei jedermann. Das ist normal. Genauso normal wehrt das Immunsystem des Körpers – für die Menschen meist unbemerkt – all diese Angriffe ab.

Erst wenn das Immunsystem geschwächt ist, etwa durch körperliche oder auch seelische Last, durch Krankheiten oder Medikamente, aufgrund von Defekten oder Umweltgiften, erst dann steigen die Chancen der täglichen Krankheitserreger. Anders herum gilt so auch: Wer sein Immunsystem fördert und stärkt, schützt sich vor Infekten. Was das Immunsystem stärkt:

  • Sport, der Spaß macht – regelmäßig mäßig;
  • Wechselduschen;
  • Sauna;
  • ausreichend Schlaf;
  • Abstand von Umweltgiften wie etwa Tabakrauch;
  • vollwertige Ernährung.

 

Autorin:

Brigitte Müller

 

Finden Sie den passenden Arzt für Ihre Fragen rund um

Infektiologie
Infektionskrankheiten
Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie