Pilzinfektionen: Behandlung

Wie erfolgt die Behandlung von Pilzinfektionen?

Es gibt wirksame Medikamente zur Behandlung von Pilzinfektionen. Daneben kommt aber auch der Ernährung große Bedeutung zu, wenn es gilt, eine Candida-Infektion in den Griff zu bekommen. Fest steht: Ein Pilzpatient muss konsequent mitarbeiten. Die Haltung „Der Doktor muss mich aber gesund machen…“ reicht nicht aus.

Vor der Behandlung steht die Diagnose

Vor der Behandlung einer Krankheit steht die Diagnose. Erst wenn die Ursachen erkannt sind, lässt sich das Leiden lindern oder – sofern möglich – beheben. Ein Arzt muss dabei anhand der Symptome, den Anzeichen einer Krankheit, die Ursachen ermitteln. Das ist bei Pilzerkrankungen nicht immer einfach, weil hinter den Symptomen auch andere Ursachen stecken können: Pilzinfektionen zeigen sich lediglich durch unspezifische, allgemeine Anzeichen und Beschwerden.

Ein erhöhtes Risiko einer Pilzinfektion trägt, wer:

  • viel Süßes isst;
  • Antibiotika einnimmt;
  • Cortison-haltige Medikamente nimmt;
  • an Diabetes, Rheuma, Gicht oder Allergien leidet;
  • die Antibaby-Pille oder andere Hormonpräparate nimmt;
  • schwanger ist;
  • an Erkrankungen leidet, die das Immunsystem schwächen, wie etwa Aids.

Wie erkennt man eine Pilzinfektion?

Pilze können sich beim Menschen sowohl außen, in der Haut, als auch innen, im Darm ansiedeln. Pilzerkrankungen der Haut lassen sich einfacher erkennen als etwa eine Pilzerkrankung des Darms. Die Spuren einer Hauterkrankung sind an der Oberfläche des Körpers mehr oder weniger deutlich sichtbar. Eine Darmmykose dagegen geht mit sehr unterschiedlichen Krankheitserscheinungen einher und verlangt einigen diagnostischen Spürsinn.

Pflanzliche Behandlung von Pilzinfektionen

Die Wirkstoffe des Myrrhebaumes haben bislang in der westlichen Medizin nur wenig Beachtung gefunden. Doch bereits die antiken Ägypter, so ist überliefert, nutzten Myrrheharze als Pulver oder in Salben, um damit Wunden und Geschwüre zu behandeln. Die hiesige, mittelalterliche Medizin setzte ebenfalls Extrakte der Myrrhe gegen verschiedene Arten von Entzündungen ein. Auch in der traditionellen indischen Ayurveda-Medizin wird „gumguggulu“, ein der Myrrhe ähnliches Harz, eingesetzt, unter anderem gegen entzündliche Prozesse, speziell rheumatischer Art.

Hierzulande werden Medikamente auf der Basis von Myrrheharzen bei entzündlichen Darmerkrankungen, bei Magen-Darmstörungen und besonders auch gegen Pilzerkrankungen im Darm (Intestinalmykosen) eingesetzt.

Eine Kur mithilfe der Myrrhe-Wirkstoffe dauert, bei konsequenter Einhaltung der Ernährungs- und Hygienemaßnahmen, im Regelfall drei Wochen. In schwierigen Fällen kann auch eine Behandlung über einen längeren Zeitraum notwendig sein. Da bei den Arzneimitteln keine Nebenwirkungen bekannt sind, ist dies ohne Risiko.

Medikamentöse Behandlung von Pilzinfektionen

Nystatin heißt der gegenwärtig wohl am häufigsten eingesetzte biologische Wirkstoff gegen Hefepilzerkrankungen von Haut und Schleimhaut. Damit lassen sich Pilzerkrankungen durch Abtöten der Pilze in Mund, Rachen, Speiseröhre, Darm- und Vaginalbereich sowie auf der Haut wirkungsvoll bekämpfen.

Nystatinhaltige Medikamente richten sich ausschließlich gegen die krankmachenden Hefepilze wie den Candida albicans: Auf diese Weise wird die normale Mikroflora der Haut und der Schleimhaut (wie etwa die Darmflora) geschont. Und Nystatin wirkt nur dort, wo es wirken soll, nämlich örtlich auf den Oberflächen der Haut und der Schleimhaut; es tritt nicht in das Blut über und gelangt deshalb auch nicht zu inneren Organen wie Leber und Nieren. Deshalb ist es sehr verträglich und darf sogar auch während der Schwangerschaft und der Stillzeit eingenommen werden.

Bei Behandlungen von Pilzinfektionen in Organen außerhalb des Verdauungstraktes steht eine weitere Medikamentengruppe zur Verfügung: Sie basieren zumeist auf Imidazol-Verbindungen: Dieser Wirkstoff kann – in Form von Tabletten oder Dragees eingenommen – aus dem Darm in die Lymph- und Blutgefäße im Körper übertreten. So erreicht er die Organe und das Gewebe des gesamten Organismus.

Es belastet naturgemäß den Körper, ihn von Kopf bis Fuß solcherlei Substanzen auszusetzen. Dieser Belastung sollte sich niemand leichtfertig aussetzen. Doch wenn es nottut, dann muss auch so eine Therapie konsequent angewandt werden. Wann und wie solch eine Behandlung sinnvoll ist, entscheidet auf jeden Fall ein Arzt.

 

Autorin:

Brigitte Müller

 

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