Pilzinfektionen: Aufnahme und Ausbreitung von Pilzen

Der Pilz ist immer und überall

Wie kommt es zu einer Ausbreitung von Pilzen und woher kommen eigentlich die Pilze, die den Menschen und seinen Körper befallen? Ihre feinen, meist mikroskopisch kleinen Sporen gehören in die natürliche Umwelt wie die Samen anderer Pflanzen auch. Sie sind überall vorhanden. Trotzdem gelingt es ihnen nicht, überall zu siedeln und sich zu vermehren; denn die natürliche Abwehr des Körpers, das Immunsystem, hält sie unter Kontrolle. Erst wenn das Immunsystem selbst „schlecht zu Fuß“ ist, haben die winzigen Parasiten auf der Suche nach neuen Lebensräumen leichtes Spiel.

Die Aufnahme und Ausbreitung von Pilzen über den Mund

Im Mund finden Pilze das feucht-warme Klima vor, das sie zum Leben und Vermehren brauchen. Nahrungsreste auf und zwischen den Zähnen bieten Pilzen ein Schlaraffenland, mit Karies befallene Zähne und Zahnfleischtaschen werden schnell besiedelt. Der Weg hinüber auf Zunge und Schleimhaut ist dann nicht mehr weit.

Ein trockener Mund und brennende Schmerzen sind ein Hinweis auf eine Infektion. Nach kurzer Zeit ist ein weißer Belag – meist auf der Zunge – zu sehen, der Soor. Diese Soorbeläge sind erst als einzelne weiße Punkte sichtbar, die sich aber schnell ausbreiten und zusammenschließen.

Wie erfolgt die Ausbreitung von Pilzen noch?

Die Ausbreitung von Pilzen geschieht über folgende Wege:

  • Pilzsporen kommen mit Händen und Füßen in Kontakt;
  • Über die Finger gelangt der Pilz auf den behaarten Kopf oder umgekehrt, und von den Fingern weiter in das Ohr;
  • Von außen gelangen Pilzsporen in die Mundhöhle. Von dort aus wandern sie in die Luftwege und können bis zum Magen und Darm vordringen;
  • Darmpilze gelangen über die Unterwäsche oder durch Schmierinfektionen in den Genitalbereich.

Magensäure ist machtlos gegen Pilze

Von der Mundhöhle ist es nur ein kurzer Weg in die Speiseröhre und weiter in den Magen. Die Magensäure kann zwar Bakterien abtöten, gegen Pilze der Familie Candida albicans aber ist sie machtlos. Vom Magen aus können die Pilze den Verdauungsweg weiter in Richtung Darm wandern. Wenn den Pilzen die Invasion erst einmal gelungen ist, verbinden sie sich eng mit den Wänden im Darm. Besonders gern sitzen sie in den rund vier Millionen Zottenzwischenräumen des Darmes. Zotten sind kleine Ausstülpungen der Darmwand, die die Darmoberfläche vergrößern, um Nahrungsbestandteile besser aufzunehmen.

Pilzverhalten im Darm

Im Darm tummeln sich viele verschiedene Arten von Bewohnern. Nützliche und schädliche Kleinstlebewesen leben friedlich nebeneinander, solange das Gleichgewicht zwischen den Arten nicht gestört wird. Bei einer gesunden Darmbesiedelung (Darmflora) haben es die Pilze schwer: Nützliche Bakterien kleiden die Darmwand wie eine Tapete aus, und Pilze können sich schwerlich festsetzen.

Der Nahrungsbrei im Darm nimmt im Vorbeigleiten Pilzfäden und Pilzsporen mit. Diese infektiösen Bestandteile werden schließlich mit dem übrigen Inhalt des Darmes ausgeschieden. Dabei berührt der Kot den After, den Damm und weitere Teile der Körperoberfläche, in erster Linie den Darmausgang.

Es fällt natürlich nicht leicht, über Juckreiz und Schmerzen am Po zu sprechen. Dennoch muss es der Arzt erfahren, sonst kann er nichts tun. Die Pilze können winzige Spalten der Darmschleimhaut durchdringen und auf diese Weise in die feinen Blutäderchen in der Darmwand gelangen. Vom Blutstrom lassen sie sich von dort in den ganzen Körper spülen. Eine derart erfolgreiche Ausbreitung gelingt aber lediglich in seltenen Fällen einer extremen Abwehrschwäche.

 

Autorin:

Brigitte Müller

 

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