Orchitis

Was ist Orchitis?

Orchitis ist die Entzündung eines oder beider Hoden durch die Ausbreitung einer bakteriellen Infektion vom Nebenhoden (Röhre, die den Hoden mit den verschiedenen Gefäßen verbindet).

Eine Entzündung der Hoden tritt bei 20 bis 25 Prozent der Männer mit Mumps auf. 80 Prozent der Fälle treten bei Jungen unter 10 Jahren auf, wobei sie in der Blase oder Niere beginnt und sich dann auf den Hoden ausbreitet. Jedoch ist die Rate von Orchitis oder Nebenhodenentzündungen aufgrund sexueller Übertragung bei Männern zwischen 19 und 35 Jahren am höchsten.

Wieso Hodenentzündung?

Eine Infektion mit verschiedenen Bakterien und Viren kann die Entzündung verursachen. Eine der häufigsten Viren, die Orchitis verursachen können, ist Mumps. In diesen Fällen entwickelt sich die Krankheit in der Regel vier bis sechs Tage nach dem Auftreten von Mumps.

Eine isolierte Hodenentzündung (d. h. eine Infektion, die sich in den Hoden befindet) ist fast immer viralen Ursprungs. Die meisten Fälle sind auf das Mumps-Virus zurückzuführen. Sie kann auch durch wiederholte Infektionen der Harnwege verursacht sein.

Orchitis kann auch bei Prostatainfektionen oder durch eine sexuell übertragbare Infektion wie Gonorrhöe (verursacht durch das Bakterium Neisseria gonorrhoeae) oder Chlamydien, verursacht durch das Bakterium Chlamydia trachomatis auftreten.

Symptome bei Orchitis

Folgende Symptome können auftreten:

  • Blut im Hoden,
  • Blut im Samen,
  • Ablauf von Flüssigkeit aus dem Penis,
  • Fieber,
  • Schmerzen in der Leiste, ggf. angeschwollen,
  • Beschwerden beim Sex oder bei der Ejakulation,
  • Schmerzen beim Wasserlassen (Dysurie),
  • Schwellung des Hodensacks,
  • empfindlicher, geschwollener, sich schwer anfühlender Hoden.

Wie kann ich eine Orchitis vorbeugen?

Die beste Vorbeugung ist, riskantes Sexualverhalten zu meiden. Je mehr Partner, desto größer ist das Ansteckungsrisiko. Es sollte auf jeden Fall ein geschützter Geschlechtsverkehr erfolgen. Das hilft nicht nur, Orchitis vorzubeugen, sondern sämtliche sexuell übertragbare Erkrankungen.

Orchitis – Was tun?

Die symptomatische Behandlung mit Schmerzmitteln und die Anwendung von Kälte oder Wärme ist ausreichend, wenn eine bakterielle Infektion ausgeschlossen ist. Ärzte empfehlen jedoch auch in diesem Fall eine urologische Nachsorge.

Wenn die Infektion durch Bakterien verursacht ist, ist die indizierte Behandlung Antibiotika. Bei Gonorrhoe oder Chlamydien sollten auch die Sexualpartner behandelt werden. Entzündungshemmende und schmerzstillende Medikamente können ebenfalls zur Anwendung kommen.

Die meisten Fälle einer Hodenentzündung bessern sich ohne Komplikationen. Sie kann jedoch auch andere Komplikationen verursachen, wie beispielsweise Unfruchtbarkeit oder Absterben des Hodengewebes, Fisteln in der Haut des Hodensacks.

Spätfolgen einer Hodenentzündung?

Die richtige Diagnose und Behandlung einer durch Bakterien verursachten Orchitis ermöglicht oft eine normale Erholung des Hodens. Obwohl einige Kinder mit Mumps-Orchitis eine Hodenatrophie (Schrumpfung des Hodens) haben können.

 

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