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Obstipation (Verstopfung)

Wann spricht man von Verstopfung?

Verstopfung – medizinisch: Obstipation – ist eine Verzögerung oder Schwierigkeit bei der Entleerung von weniger häufigem, weniger reichlichem und härterem Stuhl als normal.

Man spricht von Verstopfung, wenn weniger als drei Stühle pro Woche anfallen. Meistens ist die Verstopfung vorübergehend. Wenn sie sechs Monate oder länger anhält, spricht man von chronischer Verstopfung. In der Mehrzahl der Fälle wird Verstopfung als funktionell bezeichnet und resultiert aus einer Kombination von Faktoren wie schlechte Essgewohnheiten, unzureichende Flüssigkeitszufuhr, mangelnde körperliche Aktivität und möglicherweise Veränderungen im Darmtransit oder der Darmmotilität.

Obstipation: Die Ursachen

Funktionelle (primäre) Obstipation ist von der sekundären Obstipation (also als Folge einer anderen Erkrankung) zu unterscheiden. Darüber hinaus sind die Störungen am Ursprung der Obstipation vielfältig.

Man findet:

  • Obstipation durch Abnahme des Tonus (Atonie) des Dickdarms, eher selten;
  • Verstopfung durch träge spastische Kolik (Reizdarm);
  • Erkrankung der Reservoirfunktion des Enddarms (Megarektum) mit der Möglichkeit, dass der Enddarm mit einem übermäßigen Materialvolumen verstopft;
  • Störung in der Funktion der Schließmuskeln des Afters.

Funktionelle oder primäre Obstipation

Obstipation ist eine häufig auftretende Störung und fällt in den weiten Rahmen der funktionellen Erkrankungen des Dickdarms. Sie hängt mit Faktoren wie einer sitzenden Lebensweise, Ernährungsfehlern (beispielsweise zu wenig Ballaststoffe), Störungen des Stuhlgangsreflexes, neurovegetativer Dystonie (Störungen in den Muskeln) und manchmal schmerzhaften analen Läsionen (Analfissur oder Hämorrhoiden) zusammen.

Sekundäre Obstipation

Die Verstopfung ist in diesem Fall ein Symptom, das auf eine andere Krankheit hinweist, zum Beispiel:

Klinische Untersuchung bei Verstopfung

Die Untersuchung ermöglicht es, den natürlichen Verlauf der Verstopfung nachzuvollziehen: wie sie sich einnistet, das Vorhandensein eines auslösenden Faktors (emotionaler Schock, Operation, Ernährungsumstellung, Medikamente, die zu Verstopfung führen können), Essgewohnheiten (Ballaststoffe) usw…

Danach kann der Arzt mit der entsprechenden klinischen Untersuchung beginnen:

  • Bauchdecke untersucht;
  • bei der Untersuchung des Afters schaut der Experte nach Rissen oder Hämorrhoiden;
  • Bei der digitalen rektalen Untersuchung (DRE) wird nach einer rektalen Stenose, einem Tumor, gesucht.

Die Bedeutung von Ballaststoffen

Unlösliche Fasern haben eine geringe Wasseraufnahmekapazität, werden aber von Darmbakterien kaum abgebaut. Ihre Wirkung hält im Verdauungstrakt länger an. Sie sind daher bei der Behandlung von Verstopfung nützlicher als lösliche Ballaststoffe. Dies ist bei Zellulose und Hemizellulose der Fall.

Lösliche Ballaststoffe hingegen haben eine sehr hohe Wasseraufnahmekapazität. Stärkehaltige Lebensmittel haben eine Faserkonzentration, die umgekehrt proportional zu ihrer Hydratation ist, aber sie verursachen Gärung.

Trockenfrüchte und Ölsaaten sind reich an Ballaststoffen, aber ihre Kalorienaufnahme muss berücksichtigt werden. Getreide und Getreideprodukte sind die ballaststoffreichsten Nahrungsmittel, insbesondere Kleie, aber ihre Aufnahme muss schrittweise erfolgen, um Blähungen zu vermeiden.

Die Wirksamkeit einer Ernährung, die reich an pflanzlichen Ballaststoffen ist, ist seit sehr langer Zeit bekannt. Der Zusatz von pflanzlichen Ballaststoffen zur Ernährung erhöht die Anzahl und das Gewicht der Stühle und beschleunigt die Kolontransitzeit.

Tipps bei Obstipation

Um Verstopfungsprobleme zu bekämpfen, berücksichtigen Sie am besten täglich diese Ratschläge:

  • Vollmilch durch Magermilch ersetzen;
  • Getränke reichlich und abwechslungsreich;
  • Mahlzeiten zu regelmäßigen Zeiten einnehmen;
  • ausgewogene Verteilung der quantitativen und qualitativen Aufnahme bei den verschiedenen Mahlzeiten;
  • Körperliche Aktivität (Spazieren, Sport).

 

Bildnachweis: Hakim Santoso | Pexels

 

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