Oberhaut

Aufbau der Oberhaut

Die Oberhaut ist im Mittel 0,05 Millimeter dünn, ohne die Hornschicht (also die Schicht schützender, aber toter, abgestoßener Hautzellen). Im Gesicht ist sie mit rund 0,02 Millimetern noch wesentlich feiner, an der Fußsohle wird sie dagegen bis zu einem Millimeter stark.

Unablässig arbeitet die Oberhaut an ihrer Erneuerung: Die sogenannten Basalzellen bilden in der Oberhaut eine hauchdünne Schicht – die Basalmenbran. Ihre Aufgabe ist die eigene Vermehrung. Sie teilen sich permanent. Innen wachsen die jüngeren Zellen nach und schieben dadurch die älteren Zellen kontinuierlich nach außen. Auf ihrem Weg nach außen verstärkt jede einzelne Zelle ihre Zellwand und produziert zusätzlich Eiweiße, die die Stabilität erhöhen. So bereiten sie sich auf ihre Schutzfunktion vor. Es mag pathetisch klingen: Vollständig an die Oberfläche gewandert schließen sich die Zellen fest zusammen und sterben ab – die Hornschicht ist entstanden.

Wie erneuert sich die Haut?

Zwar wächst von innen stetig neue Hornschicht nach. Sie bleibt jedoch im Normalfall gleichmäßig dick, denn im Alltag werden ebenso viele Zellen abgeschliffen und abgerieben wie nachwachsen. Dafür sorgen Berührungen, Waschen und Kleidung. Auch am äußersten Rand hält sich der Körper in der Balance. Eine Runderneuerung der Oberhaut, bis also die Basalzellen vollständig von innen nach außen nachgewachsen sind, dauert zirka 26 bis 30 Tage.

Auch hier kann sich die Haut in großem Maße an veränderte Anforderungen anpassen: Wenn mehr Hornzellen abgescheuert werden oder die Haut mit Druck belastet wird, vermehren sich die Zellen in der Basalzellschicht intensiver. Bei Belastung schiebt die Basalschicht durchaus 40mal mehr Zellen zur Verstärkung der Hornschicht nach. An Händen und Füßen ist die Hornschicht in der Regel um ein vielfaches stärker als etwa im Gesicht. Und nach ein paar Tagen der Handarbeit haben auch Büromenschen robustere Haut an den Händen.

 

Informationen zur Lederhaut (Corium) und Unterhaut (Subkutis) finden Sie auch in diesem Gesundheitslexikon.

 

Autor

Dr. med. Johannes Müller

 

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