Neurosyphilis

Was ist Neurosyphilis?

Neurosyphilis (oder Neurolues) ist die Menge der neurologischen Manifestationen der Syphilis. Typisch für die tertiäre Periode sind alle Formen der Neurosyphilis, die von einer Meningovaskulitis herrühren, die klinisch in der sekundären Periode in subakuter Form auftreten oder bis zum Auftreten von mehr oder weniger späten Manifestationen latent bleiben kann.

Welche Formen der Neurosyphilis unterscheidet man?

Die Häufigkeit des Neurosyophylids ist mit dem Aufkommen von Penicillin zusammengebrochen. Es betrifft derzeit hauptsächlich schlecht oder spät behandelte Personen. Man unterscheidet:

  • Meningo-Gefäss-Syphilis, bei der der entzündliche luetische Prozess hauptsächlich die Hirnhäute und Hirngefäße (Vaskulitis) betrifft, die durch sehr unterschiedliche Symptome gekennzeichnet ist.
  • Parenchymatöse Syphilis, die wiederum eine fortschreitende Lähmung einschließt.
  • Dorsale Tabe-Syphilis.

Wodurch sind die verschiedenen Formen der Krankheit gekennzeichnet?

Erstere, mit einer Inkubationszeit von etwa 15 Jahren, ist gekennzeichnet durch neurologische Störungen (Veränderungen der Pupillen, Sprach- und Schreibstörungen, motorische Symptome, Zittern sowie epileptische und apoplektische Anfälle) und durch sehr vielfältige psychische Störungen, die immer zu einem schweren demenziellen Verfall führen.

In der Praxis handelt es sich um eine weit verbreitete Meningoenzephalitis mit schwerer Hirnatrophie (allmählicher Verlust von Hirnsubstanz). Die dorsale Tabe wird durch eine demyelinisierende (Entmarkung) Läsion der hinteren Knochenmarkwurzeln und sekundär der hinteren Stränge verursacht. Sie tritt zehn bis 20 Monate nach einer luetischen Infektion auf. Sie ist begleitet von Sensibilitätsstörungen, Ataxie, trophischen Störungen und Augensymptomen (zum Beispiel Argyll-Robertson-Zeichen).

Spezifische bakteriologische Untersuchungen der Liquor cerebrospinalis sind immer positiv für eine fortschreitende Lähmung, aber nicht immer für die Tabe. Die geheilten Formen haben eine recht gute Prognose. Die Therapie basiert auf Penicillin in hohen Tagesdosen und wiederholten Zyklen. 

 

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