Neuroleptika

Was sind Neuroleptika?

Neuroleptika umfassen Beruhigungsmittel und Antipsychotika.  Dies sind Medikamente, die auf das psychische Leben in seiner Gesamtheit einwirken, jedoch mit einer spezifischen deliriolytischen und antihalluzinatorischen Wirkung, die mit einer mehr oder weniger ausgeprägten Sedierung verbunden sein kann.

Gemeinsame Eigenschaften von Neuroleptika

Obwohl sie aus einer ziemlich großen Gruppe von Substanzen bestehen, haben Neuroleptika einige gemeinsame Eigenschaften:

  • sie verursachen eine psychomotorische Verlangsamung;
  • Neuroleptika verringern Wahnvorstellungen und Halluzinationen;
  • sie haben wichtige extrapyramidale und vegetative Wirkungen.

Sie alle haben auch antihistaminische, parasympathische, sympathische, antidopaminerge und hyperprolaktinämische Nebenwirkungen. Ihr Einsatz zielt definitionsgemäß auf die Behandlung der großen Psychosen und deren symptomatischer Parade (Angstzustände, Wahnvorstellungen, Halluzinationen, psychomotorische Unruhe usw.) ab.

Einige von ihnen werden jedoch in niedrigeren Dosen auch zur Behandlung von Übelkeit, Erbrechen, Schluckauf, Schwindel und als Hypnoinduktoren verwendet. Andere kommen als Anästhetika in der Neurochirurgie zum Einsatz.

Die Hauptfamilien der Neuroleptika sind Phenothiazine, Thioxanthene, Butyrrophenone und Benzamide. Zu den ersten gehören Promazin, Chlorpromazin, Flufenazin, Perfenazin und Thioridazin. Zu den zweiten gehören Chlorprotixen, zu den dritten Haloperidol und zu den letzten Sulpirid, Sultoprid und Thiaprid.

Wie wirkt ein Neuroleptikum?

Das Ausmaß der psychischen Wirkungen ist bei den verschiedenen Substanzen unterschiedlich. Einige von ihnen haben eher eine sedierende und anxiolytische Wirkung (Promazin, Sultoprid). Andere haben eine vorherrschende antipsychotische und enthemmende Wirkung (Haloperidol), wieder andere haben beide Wirkungen in einem annähernd ausgewogenen Verhältnis (Chlorpromazin).

Was ist bei der Dosierung zu beachten?

Die Dosierung selbst ist in der Lage, in einigen Fällen eine Art der Wirkung gegenüber einer anderen vorzuziehen. Die ideale Dosierung erfolgt schrittweise, indem – zumindest in der Anfangsphase – synthetische Antiparkinson-Medikamente eingesetzt werden, die in der Lage sind, einige der extrapyramidalen Nebenwirkungen zu korrigieren. Häufig sind nämlich iatrogener Parkinsonismus (Hypertonie, Hypomyämie, Bradykinesie), Akathisie (Unfähigkeit, eine Ruheposition aufrechtzuerhalten, aufgrund extremer motorischer Unruhe) und tonische Kontraktionen der Hals- und Gesichtsmuskulatur sowie – bei Abbruch der Behandlung – frühe und späte Dyskinesien (Choreo-Atthose-Bewegungen des Gesichts).

Neuroleptika sind bei Epilepsiepatienten mit Vorsicht einzusetzen, da sie die Krampfschwelle senken. Sie können auch Mundtrockenheit, Verstopfung, visuelle Akkommodationsfehler, schweren Harnverhalt bei Patienten mit Prostatahypertrophie, sich verschlechterndem Glaukom, orthostatischer Hypotonie, Tachykardie und zahlreiche andere Nebenwirkungen verursachen. Aus diesen Gründen sollten sie unter strenger ärztlicher Aufsicht eingenommen werden.

 

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