Endokrine / Neuroendokrine Tumore

Was sind endokrine / neuroendokrine Tumore?

Endokrine / neuroendokrine Tumore sind seltene Tumore, deren Zellen Ähnlichkeiten mit Nervenzellen oder hormonproduzierenden Zellen aufweisen. Ein Teil dieser Tumoren produziert Hormone.

Neuroendokrine Tumoren sind bösartige Neubildungen, deren Schwerpunkt in den Organen des endokrinen Systems liegt, das die Hormone produziert – Substanzen, die die Aktivität des Körpers regulieren. Solche Tumoren können sich in jedem Alter entwickeln. Die Hauptbehandlung für diese Krankheit ist chirurgisch.

Welche Arten der endokrinen Tumoren unterscheidet man?

In der Medizin werden neuroendokrine Tumore nach Lokalisation und produzierten Hauptsubstanzen eingeteilt:

  • Das Karzinoid – am häufigsten in der Lunge und im Dünndarm nachgewiesen, hat immer einen bösartigen Charakter. Das großzellige Karzinoid gilt als das aggressivste. Es produziert Serotonin und Histamin.
  • Das Gastrinom ist die Hauptlokalisationsstelle des Duodenums (Zwölffingerdarm).

Die übrigen endokrinen Tumortypen sind charakteristisch für verschiedene Arten von Pankreaszellen:

  •  Insulom produziert Insulin. 40 Prozent dieser Tumoren sind nicht bösartig.
  • Neurotensinom produziert Neurotensin (Protein). Am stärksten beeinflusst es die Durchblutung, Vasodilatation.
  • Somatostatinom produziert Somatostatin (Pankreashormon), reduziert die Produktion von Hormonen, die für die Verdauung und das Wachstum notwendig sind. In 70 Prozent der Fälle bösartig.
  • Glukagonom produziert Glukagon (Pankreashormon), das die Freisetzung von Glukose in das Blut stimuliert.
  • Vipoma produziert Insulin. Es manifestiert sich als schwerer Durchfall, daher wird es auch Pankreas-Cholera genannt. Meistens ist es nicht bösartig, nur zehn Prozent der Tumoren werden als Krebs diagnostiziert.

Verlauf der Erkrankung

Neuroendokrine Tumore wachsen, dringen in benachbarte Gewebe ein und metastasieren im Laufe der Zeit aktiv die umgebenden Organe, hauptsächlich die Leber und die Knochen. Infolgedessen wächst eine große Anzahl von Formationen im Körper. Patienten sterben aufgrund einer Störung der Organe, in denen sich sekundäre Tumoren entwickeln.

Wie behandelt man neuroendokrine Tumore?

Ist die Läsion einmalig und noch nicht metastasiert, wird eine chirurgische Entfernung durchgeführt. Bei mehreren Tumorprozessen werden Substanzen eingesetzt, die die Produktion von Hormonen unterdrücken, was die Lebensqualität des Patienten erheblich verbessert. Zudem setzt man  Chemotherapie ein, die Neubildungen zerstört und zielgerichtete Therapien ermöglicht, bei denen Substanzen nur punktuell auf mutierte Zellen einwirken und deren Tod verursachen.

 

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