Sonne

Neurodermitis und Sonnenbestrahlung

Wie wirkt sich Sonnenbestrahlung auf Neurodermitis aus?

Neurodermitis und Sonnenbestrahlung ergeben eine durchaus heilsame Kombination. Denn die Erfahrung zeigt, dass sich die meisten Ekzeme im Sommer bessern. Das zeigt, dass Sonnenlicht der Haut von neurodermitiskranken Menschen guttut. In der Tat haben Wissenschaftler diese Erfahrungen bestätigt.

Die Wirkung von UV-Strahlen

Besondere Wirkung auf die Haut hat ein bestimmter Bestandteil des Sonnenlichts: das ultraviolette Licht, kurz UV-Strahlung. Im Spektrum des natürlichen Sonnenlichts liegt das ultraviolette Licht neben dem violetten, aber eben außerhalb des sichtbaren Bereichs. Das UV-Licht wiederum wird aufgeteilt in UV-A, UV-B und UV-C.

UV-A bezeichnet den Teil der UV-Strahlung, die dem sichtbaren Licht am nächsten liegt. Dann folgt UV-B. Die UV-C-Strahlung grenzt an die Röntgenstrahlung und ist krebserregend. UV-C-Strahlung kommt normalerweise auf der Erde nicht vor, weil es durch die Ozonschicht in der Atmosphäre ausgefiltert wird.

UV-B-Strahlung wirkt krebserregend, wenn sie über Jahre öfter Sonnenbrände verursacht. UV-A selbst ist nicht krebserregend, hat aber in hohen Dosierungen den Nachteil, dass mit der Zeit die elastischen Fasern in der Haut degenerieren können und die Haut dadurch vorzeitig altert.

Die Haut verzeiht viel, aber sie vergisst nichts

UV-A und UV-B bewirken unterschiedliche Arten der Haut-Bräunung. Die UV-A-Strahlung bewirkt eine Bräunung innerhalb von Minuten. Sie befindet sich aber nur in der oberen Hornschicht der Haut und verschwindet mit dieser nach drei bis vier Tagen. Bei UV-B-Strahlung kommt es mit einer Verzögerung von zwei bis drei Tagen zu einer Bräunung, die Wochen anhält.

Die Haut reagiert aber nicht nur mit Bräune auf UV-Licht. So ruft UV-Bestrahlung eine sogenannte Licht-Schwiele hervor: Die Hornschicht der Haut wird dicker und damit widerstandsfähiger und unempfindlicher. Eine weitere Wirkung ist die Entzündungshemmung, weil bestimmte weiße Blutkörperchen stimuliert werden.

Neurodermitis und Sonnenbestrahlung: mögliche Nebenwirkungen

Sonnenschein hat aber bei Neurodermitis bisweilen auch Nebenwirkungen, vom Sonnenbrand mal abgesehen: Zu Anfang kann sich der Juckreiz vorübergehend durch die Wärme etwas verstärken.

Benachteiligt waren seit jeher alle, die in sonnenarmen Breitengraden lebten. Aber die Technik hat in den letzten Jahren auch hierfür ein Hilfsmittel hervorgebracht: Sonnenschein aus der Steckdose. Ob es aber Sinn ergibt, sich im Winter per Solarium eine Urlaubs-Bräune zu verpassen, muss jeder mit sich selbst ausmachen.

Zur Linderung von Neurodermitis ist Sonnenlicht – auch aus der (Steck-)Dose – ein hervorragendes Mittel. Am besten eignet sich ultraviolettes Licht, das nah am sichtbaren Licht liegt, das sogenannte UV-A1. Und wenn kein UV-B-Anteil dabei ist, entsteht auch kein Sonnenbrand und man kann wesentlich mehr Licht vertragen. Dies wiederum führt zur Linderung von Ekzemem und Juckreiz.

Behandlungsmethoden in der Probezeit

Noch klinisch erprobt werden zurzeit UV-A1-Kaltlicht-Geräte speziell für medizinische Zwecke. Sie unterscheiden sich vor allen in zweierlei Hinsicht von herkömmlichen Solarien: Sie strahlen wenig Wärme ab, die bei Neurodermitis wieder Juckreiz verursachen würde. Und: Sie bringen extrem starkes UV-A1-Licht auf die Haut, viel höhere Dosen als ein Solarium.

Doch weil Wirkungen einer Langzeit-Behandlung noch nicht klar sind, so Ärzte, bedürfe es weiterer klinischer Tests, um Risiken zu vermeiden. Deshalb auch weitere Vorsichtsmaßnahmen: Die Behandlung mit extrem starken UV-Licht wird aus Gründen der Sicherheit zumeist noch nicht bei Kindern angewandt, und auch bei Erwachsenen erstmal nur über kurze Zeit.

 

Bildnachweis: AdinaVoicu | pixabay

 

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