Neurodermitis und Psyche

Wie hängen Neurodermitis und Psyche zusammen?

Körper und Seele arbeiten eng zusammen. Deshalb sollte man auch nach seelischen Ursachen suchen, auch wenn „nur“ die Haut juckt. Denn Neurodermitis und Psyche hängen nicht selten miteinander zusammen.

Neurodermitker werden nicht rot, wenn sie sich schämen, sondern blass. Ihre Haut reagiert nämlich anders als bei Gesunden. Die Haut antwortet anders auf seelisch belastende Umstände. Das weist auf eine veränderte Reaktionslage des vegetativen Nervensystems hin, das vom Willen nicht beeinflussbar ist.

Zusätzlich spielen auch hormonelle Einflüsse eine große Rolle. Man denke nur an die Umstellungsphasen des Hormonhaushaltes in der Pubertät und den Wechseljahren. Genau in diesen Lebensabschnitten ist die Haut stärker anfällig für Neurodermitis.

Weitere Zusammenhänge zwischen Neurodermitis und Psyche

Die Erfahrung zeigt weitere Zusammenhänge zwischen Seele und Körper: Auffällig oft sind Neurodermitiker Perfektionisten mit übertriebenem Leistungsstreben und mangelndem Gefühl für Stress. Die eigene Belastung wird völlig unterschätzt, die eigene Belastbarkeit wird bei weitem überschätzt. Außerdem fehlt die Fähigkeit eben diese Gefühle der Überlastung und Überforderung zu formulieren.

Psychische Ursachen von Neurodermitis bei Kindern

In der psychologischen Arbeit mit neurodermitiskranken Kindern zeigt sich immer wieder, dass Spannungen innerhalb der Familie neue Erkrankungsschübe auslösen können. Wenn seelische Spannungen nicht ausgelebt werden können oder dürfen, reagiert oft der Körper und besonders die Haut. Die Kratzattacken, mit denen das Kind seine Haut traktiert, deuten Psychologen oft als gegen sich selbst gerichtete Aggressionen – Aggressionen, die eigentlich nach außen gehören.

Nicht nur Probleme in der Familie machen Kindern zu schaffen, sondern auch Spannungen mit Gleichaltrigen. Zu allem Überfluss schlagen sich die Schwierigkeiten im Gesicht und an den Händen nieder, sodass sind die Kinder besonders gebrandmarkt sind. Oft werden sie gehänselt, was den Teufelskreis der Verschlimmerung zusätzlich anfachen kann.

Mit geschwollenen Fingern können noch dazu Schwierigkeiten beim Schreiben lernen auftreten, der Juckreiz hindert die Kinder am Schlafen, sie sind müde weniger belastbar und leiden an Konzentrationsstörungen. So bedingen sich die psychische Entwicklung und die Neurodermitis gegenseitig.

Mögliche Spannungen zwischen Eltern und Kindern

Nicht zuletzt kann auch die dauernde Ermahnung „kratz nicht!“ Wut und Abneigung beim Kind hervorrufen, die ihrerseits zur Verstärkung des Juckreizes führen können. Genauso kann Angst, zum Beispiel vor der Schule, Juckreiz hervorrufen und ein neuer Teufelskreis beginnt.

Zu Spannungen zwischen Eltern und Kind kann auch die ständig notwendige Salbenbehandlung führen, denn die Eltern müssen das Kind regelmäßig eincremen oder die Behandlung wenigstens beaufsichtigen. Dabei tritt oft Aggressivität auf, viele Kinder wehren sich gegen die Behandlung und leben so ihre Aggressionen aus.

Ebenso kann den Eltern die ewige Salberei auf die Nerven gehen und sie entwickeln möglicherweise Ekel und Widerwillen, was sich auf das Verhältnis zum Kind auswirkt. Solche Ekelgefühle und Aggressionen gegen das Kind gehen in der Regel einher mit Schuldgefühlen, die die Eltern dann mit überfürsorglicher Pflege und Verwöhnen auszugleichen versuchen.

 

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