Neurodermitis: psychotherapeutische Behandlungsmöglichkeiten

Passende psychotherapeutische Behandlungsmöglichkeiten bei Neurodermitis

Psychotherapeutische Behandlungsmöglichkeiten bei Neurodermitis können die Krankheit erträglicher machen. Am ehesten verspricht eine verhaltenstherapeutische Behandlung Erfolg. Sie ist keine tiefenpsychologische Therapie, sondern mehr an der Besserung des Symptoms orientiert, was bei der Neurodermitis das Hauptproblem ist. Denn schafft man das Symptom, den Juckreiz, ab, ist auch die Neurodermitis nicht mehr aktiv.

Wie verläuft eine psychotherapeutische Behandlung bei Neurodermitis?

Eine verhaltenstherapeutische Behandlung dauert etwa ein halbes Jahr mit etwa einer Sitzung pro Woche. Der Psychologe verfolgt dabei das Ziel, zunächst einmal die belastenden Umstände im Leben aufzudecken. Das ist keine leichte Sache. Wert muss auch auf die individuelle Bedeutung der Stressfaktoren gelegt werden, denn jeder Mensch hat in vielerlei Hinsicht ein unterschiedlich dickes Fell. Besonders schwierig gestaltet sich die Arbeit, wenn die einzelnen Belastungssituationen subjektiv gar nicht als so belastend erlebt werden.

Der Therapeut gibt Anleitungen zur Selbstbeobachtung. Zum Beispiel führt man in Zusammenarbeit mit dem Psychotherapeuten ein Tagebuch, in dem der Patient die Ereignisse bis zur nächsten Sitzung aufführt. Gleichsam als doppelte Buchführung notiert man zusätzlich in einem Diagramm Zeitpunkt und Stärke der Erkrankung an den einzelnen Tagen. So entsteht ein persönliches Belastungsprofil. Bisweilen fällt es einem wie Schuppen von den Augen, welche übertriebenen Ansprüche man an seine eigenen Leistungen stellt und sich damit selbst unter Druck setzt.

Ursachensuche im persönlichen Umfeld

  • Erkennen, wann Juckreiz auftritt
  • Erlernen von Entspannungsverfahren
  • Tagebuch über Stresssituationen führen
  • Diagramme mit Zeitpunkt und Stärke des Juckreizes erstellen

Zusammen mit dem Therapeuten besteht die Möglichkeit, den eigenen Perfektionismus an der Realität zu messen und zu korrigieren: Um ein Gefühl für belastende Situationen zu bekommen, muss man lernen, wie sich Entspannung und Anspannung überhaupt äußern. So ein geschärftes Bewusstsein und verbessertes Körpergefühl dient dann als ein Anzeiger für persönliche Belastungssituationen. Darauf lassen sich dann Strategien zur Selbstkontrolle aufbauen.

Psychotherapeutische Behandlungsmöglichkeiten bei Neurodermitis: Therapieformen

Sind die individuellen Belastungsfaktoren bekannt, kann der Therapeut eine geeignete Therapieform wählen: Steht eine Angstproblematik im Vordergrund, wird der Therapeut ein Stressbewältigungsverfahren wählen, zum Beispiel die systematische Desensibilisierung. Hierbei wird man in einer sicheren und angenehmen Umgebung langsam an die ängstigende Situation herangeführt. Erst in der Vorstellung, dann auch in der Wirklichkeit und verliert so nach und nach die Angst.

Hierbei ist auch Entspannungstraining (Autogenes Training, Progressive Muskelrelaxation) sehr hilfreich. Man lernt, Körper und Geist vollständig zu entspannen und erlangt dadurch auch in den Stresssituationen eine bessere Kontrolle. Aber es heißt nicht umsonst Training. Die Übungen wollen trainiert sein, von nichts kommt nichts.

Andere Stressfaktoren und seelische Belastungen entstehen in vielen Fällen durch Schwierigkeiten im Umgang mit anderen Menschen und durch fehlende Anerkennung. Ein sehr wirkungsvolles Verfahren stellt hierfür das Selbstsicherheitstraining dar. In der Praxis liegen die Fälle nicht so klar in einer Reinform wie aus dem Lehrbuch vor. Die Aufgabe des Therapeuten ist es dann, angemessene kombinierte Methoden zu finden, mit denen die Betroffenen ihr Leiden zu meistern lernen können.

 

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