Neurodermitis: nässende Ekzeme

Was hilft gegen nässende Ekzeme?

Nässende Ekzeme treten bei der schlimmsten Form der Neurodermitis auf. Diese äußert sich mit offenen, aufgekratzten Stellen, die nässen und mit Bakterien besiedelt sind. In dieser Lage haben feuchte Umschläge einen zusätzlichen Nutzen – den Kapillar-Effekt: Das an der Oberfläche verdunstende Wasser zieht Wundflüssigkeit mit sich nach außen und reinigt dadurch auch die Risse und Schrunden. Durch den gerichteten Fluss der Feuchtigkeit werden außerdem Bakterien, die einen großen Teil des Übels bewirken, geradezu abgesaugt.

Geduldige Menschen oder die, die schon zu oft Cortison benutzen müssen, können feuchte Umschläge auch allein, ohne Cortisoncreme verwenden. Das funktioniert auch, dauert aber länger und erfordert sehr hohen persönlichen Aufwand.

Weitere Maßnahmen gegen nässende Ekzeme

Allzu oft lassen sich nässende Ekzeme nicht mehr allein mit feuchten Umschlägen ausreichend bekämpfen. Dann wird sich Cortison über kurze Zeit oft nicht vermeiden lassen, denn die meisten anderen Mittel brennen und reizen die geschundene Haut noch mehr. Am besten eignet sich hier ein stark wirksames in einer Lotion oder Creme. Denn fettende Salben nehmen die Feuchtigkeit nicht auf und vermindern die lindernde Wirkung des Cortisons. Die Creme kann vor dem feuchten Umschlag aufgetragen werden, um die Wirkung zu verstärken. Nach Abnehmen des Umschlags nochmal auftragen, weil der größte Teil der Creme oder Lotion sicher im Umschlag geblieben ist.

Welche Probleme verursachen die Ekzeme noch?

Bei nässenden Ekzemen können zusätzliche Probleme auftreten: Wegen der verwirrten Immunitäts-Lage ist bei neurodermitischen Ekzemen auf der Haut normalerweise auch die Hautflora gestört. Dann sind die normalen, erwünschten Bakterien gegenüber unerwünschten auf der Haut ins Hintertreffen geraten. Spezielle keimtötende Substanzen, Antibiotika, können deshalb helfen, Hautekzeme zu bessern.

Antibiotika gegen nässende Ekzeme

Das bekannteste Antibiotikum, das Penizillin, eignet sich hier allerdings nicht, weil es sehr oft Allergien hervorruft. Zur äußerlichen Anwendung, sprich: zum Auftragen auf die Haut, hat sich zum Beispiel das Antibiotikum Erythromycin bewährt. Man braucht nicht zu befürchten, dass die Bakterien gegen das Antibiotikum unempfindlich werden. Denn auf der Haut kann man das Mittel ohne Probleme wesentlich stärker dosieren als innerlich, sodass Bakterien keine Chance haben. Allergien gegen Erythromycin sind extrem selten.

 

Finden Sie den passenden Arzt für Ihre Fragen rund um

Hautarzt (Facharzt)
Hauterkrankungen
Krankheitssignale der Haut