Nephritis

Was ist eine Nephritis?

Die Nephritis (auch Nephropathie) ist eine akute oder chronische Entzündung der Niere. Wenn der entzündliche Prozess an der Nierenglomerule (dem Filterapparat der Niere) lokalisiert ist, spricht man von einer Glomerulonephritis. Wenn das Interstitium (das Gewebe zwischen den Glomerula und den Nierentubuli) betroffen ist, spricht man von einer interstitiellen Nephritis oder besser noch von einer tubulär-interstitiellen Nephropathie.

Diese angeborenen oder erworbenen Nephropathien stellen eine heterogene Gruppe von Erkrankungen dar, die gemeinsam eine vorwiegend tubulär-interstitielle Schädigung mit einer relativen Verschonung glomerulärer und vaskulärer Strukturen aufweisen.

Was löst eine Nephritis aus?

Zweifellos stellen Medikamente, insbesondere Analgetika, die Hauptursache einer Nierenentzündung dar. Obwohl Antibiotika, Cyclosporin, radiologische Kontrastmittel und Schwermetalle ebenfalls in der Lage sind, eine direkte renaltoxische Schädigung zu verursachen.

Häufig ist auch die Gichtnephropathie sowie die neoplastische Nephropathie (insbesondere die sogenannte myelomatöse Niere im Rahmen des Multiplen Myeloms), die immunologische (die häufigste Überempfindlichkeit) sowie die infektiöse (akute und chronische Pyelonephritis usw.). Eine tubuläre Schädigung liegt auch im Verlauf von vaskulären Nephropathien (arterielle Nephrosklerose, akute tubuläre Nekrose, Atherosklerose etc.) und erblich bedingten (polyzystische Niere, tubuläre Azidose etc.) vor.

Wie sieht das Krankheitsbild einer Nierenentzündung aus?

Aus klinischer Sicht können die Bilder einer Nephritis je nach Schnelligkeit der Schadensfeststellung sehr unterschiedlich ausfallen. In der Regel besteht ein Defizit in der Nierenfunktion mit mangelnder Resorption verschiedener Substanzen, die dadurch verloren gehen (Natrium, Kalium, Phosphate, Aminosäuren, Glukose, Proteine usw.).

Gemeinsam ist auch der Verlust der Fähigkeit, den Urin zu konzentrieren und die Entwicklung einer hyperchlorämischen metabolischen Azidose. In den meisten Fällen betrifft die tubuläre Schädigung die Glomerula mit anschließender Entwicklung zum Nierenversagen.

Worin besteht die Therapie einer Nephritis?

Die Therapie besteht in erster Linie darin, den verantwortlichen Erreger zu eliminieren und die Nierenfunktion zu unterstützen. Dabei ist der zeitliche Verlauf sorgfältig zu überwachen. Manchmal ist es notwendig, die Niere zu entfernen (Nephrektomie). In den schwerwiegendsten Fällen, wenn irreversible Funktionsschäden festgestellt wurden, ist die Therapie die des Nierenversagens. 

 

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