Myokarditis

Was ist eine Myokarditis?

Eine Myokarditis ist ein entzündlicher Prozess im Myokard (Herzmuskel), der oft auch das Endokard (Herzinnenwand) und den Herzbeutel betrifft. Sie kann durch eine Infektion (insbesondere der oberen Atemwege, der Mandeln und der Zähne), aber auch durch rheumatische Erkrankungen, ionisierende Strahlung, chemische oder physikalische Einwirkungen und Medikamente hervorgerufen werden.

Welche Formen der Myokarditis gibt es?

Die häufigsten Formen der Myokarditis sind infektiöser Herkunft, vor allem viraler (vor allem Coxackie-B-Virus, dann ECHO und Coxackie A). Es gibt sie jedoch auch bakterieller (Staphylococcus aureus, Corynebacterium diphteriae) oder protozoaler (bei der Chagas-Krankheit, von Trypanosoma cruzi) Art. Myokarditis durch Spirochaeten (bei der Lyme-Borreliose durch Borrelia burgdorferi) und das erworbene Humane Immundefizienz-Virus (HIV) sind ebenfalls möglich.

Welche klinischen Manifestationen treten auf?

In den meisten Fällen sind die ersten klinischen Manifestationen unspezifisch und bestehen aus Asthenie und Dyspnoe. In einigen Fällen können Herzklopfen und Schmerzen im präkordialen Bereich vorhanden sein. Es folgen mäßiges Fieber, Tachykardie und hyperkinetische Arrhythmien (immer möglich und sogar lebensbedrohlich, solange der Entzündungszustand anhält) sowie Blutdruckabfall. Je nach Ausmaß der Schädigung des Herzmuskels können Zeichen einer Dekompensation spät auftreten (Hepatomegalie, Stase an der Lungenbasis, Ödeme an den Knöcheln usw.).

Wie verläuft eine Myokarditis?

Die anatomische Veränderung besteht aus multiplen und verstreuten Ausbrüchen von Sklerose. Der Verlauf hängt im Allgemeinen von der Rechtzeitigkeit der Diagnose (klinisch und labortechnisch, gegebenenfalls mit Serumtest auf Anti-Coxackie B-Antikörper) und einer geeigneten Behandlung ab. Diese besteht darin, den Erreger möglichst mit Antibiotika und Chemotherapie zu bekämpfen, Ausbrüche von Tonsillen- und Zahninfektionen zu beseitigen und lange Bettruhe zu halten. In den meisten Fällen heilt die Erkrankung innerhalb von vier bis sechs Wochen aus. In einer unpräzisen Anzahl von Fällen geht sie jedoch in eine chronisch dilatative Kardiomyopathie (krankhafte Erweiterung des Herzmuskels) über. 

 

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