Mütterliche fötale Unverträglichkeit

Was bedeutet mütterliche fötale Unverträglichkeit?

Mütterliche fötale Unverträglichkeit ist ein Phänomen, das auftritt, wenn die Mutter infolge einer vorherigen mütterlichen Sensibilisierung dem Fötus über die Plazenta Antikörper überträgt, die gegen die roten Blutkörperchen des Fötus wirken. In der Folge kann das beim Fötus eine schwere hämolytische Anämie mit Gelbsucht und Hirnschädigung (Kernicterus) auslösen.

Wie kommt es zu diesem Phänomen?

Dieses Krankheitsbild wird als hämolytische Säuglingskrankheit beschrieben, einst definiert als fetale Erythroblastose. Eine mütterlich-fötale Unverträglichkeit tritt fast ausschließlich bei AB0- und Rhesus-Blutgruppensystemen auf: während im ersten Fall, der sehr viel häufiger auftritt, die Symptomatik mild ist, kann es im zweiten Fall zum fetalen Tod kommen.

Beispiele für mütterliche fötale Unverträglichkeit: Rh-Faktor

Diese Reaktion beobachten Mediziner, wenn eine Mutter mit Rhesus-negativer Gruppe ein Rhesus-positives Kind zur Welt bring. Das ist sicherlich der Fall ist, wenn der Vater ebenfalls Rhesus-positiv ist, da der Charakter dominant ist. Während der Schwangerschaft ab der fünften Woche, vor allem aber bei der ersten Geburt, kann es nach üblichen geburtshilflichen Manövern leicht zu einem Blutaustausch zwischen dem rh-positiven Kind und der rh-negativen Mutter kommen. Dies führt zur Bildung von Anti-Rh-Antikörpern durch die Mutter, die dann für das D-Antigen sensibilisiert ist, das den Rh-positiven Charakter bestimmt.

Während einer anschließenden erneuten Schwangerschaft gelangt das rh-positive Blut des Fötus durch die Plazenta in den mütterlichen Kreis, was zu einer neuen Stimulation und zur Produktion einer massiven Menge von Antikörpern führt, die sich an die roten Blutkörperchen des Fötus binden und eine Hämolyse verursachen.

Beispiele für die hämolytische Säuglingskrankheit im AB0-System

Die mütterlich-fötale Inkompatibilität für das AB0-System ist doppelt so häufig wie die vorherige. Sie tritt auf, wenn die Mutter der Gruppe 0 und das Kind der Gruppe A, seltener der Gruppe B angehört. Angesichts der Schwere der mütterlich-fötalen Unverträglichkeit für das Rhesus-System verabreichen Ärzte heute in der Regel bei jeder Schwangerschaft (innerhalb von 48-72 Stunden nach der Entbindung) rhesus-negativen Müttern, die ein rhesus-positives Kind zur Welt gebracht haben, Anti-D-Immunglobuline. Damit eliminieren sie die an die Mutter weitergegebenen fetalen roten Blutkörperchen und verhindern so eine Sensibilisierung, die bei nachfolgenden Schwangerschaften eine Hämolyse auslöst.

 

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